Tauberbischofsheim / DPA

Der Fall des vor einem Jahr wegen Tierschutzverstößen geschlossenen Schlachthofs in Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis) beschäftigt die Staatsanwaltschaft länger als erwartet. „Es geht um eine Vielzahl von Einzelfällen und um eine Vielzahl von Beschuldigten“, sagte ein Behördensprecher in Mosbach am Mittwoch. Auch müssten Verantwortlichkeiten innerhalb des Betriebes geklärt werden, das sei aufwendig. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet.

Ermittelt wird gegen 25 Menschen, darunter drei Tierärzte des zuständigen Landratsamtes sowie Schlachter und andere Mitarbeiter, die mit den Tieren in direktem Kontakt waren. Die Behörden hatten den Betrieb wegen tierschutzrechtlicher Verstöße Mitte Februar 2018 geschlossen. Vor einigen Monaten kündigte der Betreiber dann an, ihn nicht wieder zu öffnen, wie ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes sagte.

Tierschützer hatten in dem Betrieb heimlich Kameras installiert und gefilmt - die Aufnahmen sollen belegen, dass etwa Tiere vor der Schlachtung nicht ausreichend betäubt sowie nicht zugelassene Geräte eingesetzt wurden. Unter anderem sollen die Beschäftigten unnötig Elektroschocks eingesetzt und den Tieren damit unnötig Leid zugefügt haben. Den Tierärzten wiederum wird vorgeworfen, nicht eingegriffen zu haben.