Compatsch / Regina Frank „Das ist die Zukunft“, war Josef Höflingers Gedanke, als er den Pistenbully zum ersten Mal sah. Der Liftbetreiber von der Winklmoosalm erinnert sich. Gemeinsam mit anderen Zeitzeugen.

Ohne einen Ruck fahren – vorwärts und rückwärts mit nur einem Hebel, der zugleich die Geschwindigkeit regelt: Das ist es, was Kässbohrer mit dem hydrostatischen Antrieb im Pistenbully erreichte. „Das ist die Zukunft“, da war sich Josef Höflinger (75) von der Winklmoosalm ganz sicher. Außerdem gefiel ihm die Pistenraupe „auch rein optisch“. So kaufte er 1969 den allerersten Pistenbully.  „Für schwere Baumaschinen war dieser Antrieb ja schon im Einsatz“, sagt der Liftbetreiber, also ging er davon aus: „Das hält was aus.“ Bis 1974 wurde dieser Pistenbully bei ihm in Reit im Winkl gefahren, dann kaufte er ein Nachfolgemodell.

Wo Karl Kässbohrer einst die ersten Skizzen für eine Pistenraupe zeichnete, gibt es 50 Jahre später ein Fest für Wegbegleiter: auf der Seiser Alm.

„Es war phantastisch“, sagt Gérard Perrin über den Auftritt der Pistenbullys in Flaine, Frankreich. 1971. Die neuartigen Pistenraupen aus Deutschland sorgten für eine Riesenüberraschung. Sie räumten bei dem internationalen Wettbewerb alle Preise ab. Es war der Durchbruch für die Marke. Kässbohrer hatte auch „zum richtigen Moment die richtige Technologie“, sagt Perrin. Als der Bezinpreis hochging, konnte der deutsche Hersteller ein Modell mit Dieselmotor anbieten. Somit ein kostengünstigeres und stärkeres als die Konkurrenz.

Sandro Lazzari, Präsident des Skiverbunds Dolomiti Superski, nimmt immer wieder den Türgriff von Pistenbully Nummer zwei in die Hand. Mit dem Griff hat es folgende Bewandnis: Liftbetreiber Lazzari (79) hatte früh den Vorschlag gemacht, aus Sicherheitsgründen den Griff nach vorne zu setzen und die Tür entsprechend zu verankern, so dass sie sich nach vorne öffnen lässt – und nicht wie bei den ersten Modellen nach hinten (so wie man es auch von der Fahrertür am Auto kennt). Durch diese Neuerung kann sich der Fahrer einer Pistenraupe, wenn sie am Hang abrutschen sollte, besser retten. Beim Aussteigen nach hinten springt er bei einer Pistenraupe nämlich andernfalls auf die Ketten. „Kässbohrer war immer sehr dynamisch im Denken und hat auf die Liftbetreiber gehört“, sagt Lazzari. Sein Vorschlag wurde schnell umgesetzt. Seit Anfang der 70er Jahre geht die Tür beim Pistenbully andersrum auf.