Fernsehen Entertainer Götz Alsmann wird 60

Er ist bewusst altmodisch: Götz Alsmann.
Er ist bewusst altmodisch: Götz Alsmann. © Foto: dpa
Köln / dpa 12.07.2017

Götz Alsmann kann wertschätzen, wenn etwas gut ist. Seine Familie väterlicherseits lebt seit 500 Jahren in Münster, er denkt nicht daran, wegzuziehen. Ohne Krawatte fühlt er sich nackt. Er spielt Musik, die andere längst vergessen haben. Und er hat 20 Jahre lang „Zimmer Frei!“ im WDR-Fernsehen moderiert. Heute wird er 60 Jahre alt.

„Es gab keinen ganz konkreten Lebensplan“, sagt Alsmann. „Ich hatte schon den Wunsch, dass mein Beruf etwas mit Musik zu tun haben sollte, aber ich hatte keine Vorstellung davon, wie man es schafft, von Musik zu leben.“

Unübersehbar war allerdings das Talent des Sohnes einer Näherin und eines Maurers. Die erste Band  hatte er mit elf gegründet, mit einem Freund, der hoffte, Schlagzeuger zu werden. Man habe sich dann allerdings „aufgrund musikalischer Differenzen“ wieder getrennt.

Alsmann machte danach natürlich weiter Musik, studierte Musikwissenschaft, promovierte, hatte erste Achtungserfolge. Mitte der 80er kam das Fernsehen hinzu, die Moderation von „Die Gong-Show“ (RTL) und „Avanti“ (Vox). Für das NDR musste er in den 90ern „eine Sondersendung von der Computermesse Cebit moderieren, ohne jemals vorher einen Computer angefasst zu haben“.

Der ganz große Durchbruch setzte 1996 mit „Zimmer Frei!“ im WDR ein. Alsmann und seine Kollegin Christine Westermann ergänzten sich so gut, dass daraus 20 Jahre wurden. Westermann stellte Prominenten Fragen, Alsmann grätschte mit Gags dazwischen und setzte sich alberne Mützen auf – zu seinen guten Anzügen; bei ihm sieht Fernsehen noch nach Hochamt aus, für das man sich rausputzt.

Alsmann ist verheiratet ist und hat einen Sohn. Er steht dazu, altmodisch zu sein. Twittern ist für ihn Verschwendung von Lebenszeit.