Jung, charismatisch und mit einer Vision für Frankreich – so haben die Franzosen Emmanuel Macron beim Wahlkampf für die Präsidentschaft 2017 kennengelernt. Als Außenseiter mit einer völlig neuen Partei war ihm etwas erstaunliches gelungen, als er gewählt wurde. Seine Präsidentschaft ist aber nicht einfach gewesen, seine Zustimmungswerte haben eine Berg- und Talfahrt durchgemacht. Im April 2022 stand Macron wieder zur Wahl und darf nach dem Sieg über die Rechtspopulistin Marine Le Pen weiter regieren.
Doch wer ist der Mann an der Spitze der französischen Regierung? Wer ist seine Frau, die 24 Jahre ältere Brigitte? Hat er Kinder? Hier sind alle wichtigen Infos zum Präsidenten von Frankreich.

Alter, Größe, Ehefrau, Kinder: Das ist Emmanuel Macron

Hier die wichtigsten Fakten über Macron im Überblick:
  • Name: Emmanuel Jean-Michel Frédéric Macron
  • Geburtstag: 21.12.1977
  • Alter: 44
  • Größe: 1,73 cm
  • Geburtsort: Amiens, Frankreich
  • Wohnort: Paris, Frankreich
  • Eltern: Jean-Michel Macron und Françoise Macron-Nouguès
  • Geschwister: Ein Bruder, Laurent, eine Schwester, Estelle
  • Ehe: Brigitte Macron (seit 2007)
  • Kinder: keine eigenen; aus vorheriger Ehe hat Brigitte drei Kinder
  • Beruf: Präsident von Frankreich, zuvor Investmentbanker und Wirtschaftsminister

Emmanuel und Brigitte Macron: Die Hochzeit und Ehe

Als Emmanuel Macron auf die politische Bühne trat, war es wohl seine Ehefrau Brigitte, die am meisten Interesse bekam. Brigitte ist fast 25 Jahre älter als ihr Ehemann – das Paar lernte sich kennen, als sie seine Lehrerin war. 2007 haben die beiden geheiratet, trotz widriger Umstände in den Familien. Mittlerweile haben sich die Franzosen an das etwas ungewöhnliche Paar gewöhnt. Brigitte gilt in der französischen Politik als Schlüsselfigur für Macron.
Brigitte und Emmanuel Macron sind ein Paar an der Spitze Frankreichs, das von vielen als innig und unzertrennlich beschrieben wird. Die Première Dame ist diskret in der Öffentlichkeit, spielt aber eine äußerst wichtige Rolle im Hintergrund.
Emmanuel Macron und seine Ehefrau Brigitte: Das Paar gilt als unzertrennlich.
Emmanuel Macron und seine Ehefrau Brigitte: Das Paar gilt als unzertrennlich.
© Foto: dpa
"Sie hat viele Kontakte und hört vieles", sagte der Präsident in einem Interview mit dem "Figaro". "Ich höre auf das, was sie spürt, was sie sagt und was ihr gesagt wird", fügte er hinzu. Er vertraue auf ihr Urteil. Brigitte Macron ist für den Präsidenten Pulsmesser am Wahlvolk, seine engste Beraterin und die starke Frau an seiner Seite.
Sie drängt sich - anders als ihre Vorgängerin, die Sängerin Carla Bruni-Sarkozy - nicht ins Rampenlicht. Aber sie ist sehr aktiv: Brigitte Macron unterrichtet junge Erwachsene in einer der benachteiligten Pariser Vorstädte, sie hat eine mobile Anti-Mobbing-Einheit für Schulen mitgegründet und sie beantwortet viele Bürgerbriefe. In den vergangenen fünf Jahren hat sie mehr als 100.000 erhalten.
Auch an den Altersunterschied von gut 24 Jahren haben sich die Franzosen gewöhnt - er ist mit 44 Jahren einer der jüngsten Präsidenten weltweit, sie feiert kurz nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl im April ihren 69. Geburtstag. Und sie hat ihren eigenen, selbstbewussten Stil. Brigitte Macron trägt gerne Louis Vuitton und Stiletto-Absätze und steht zu ihrer Haar-Verlängerung.

Emmanuel Macron: Kinder und Enkelkinder

Aus ihrer ersten Ehe hat Brigitte Macron drei Kinder und mittlerweile sieben Enkelkinder. Emmanuel Macron, der keine eigenen Kinder hat, nennt sie öffentlich mit Stolz "meine Enkelkinder" - und sie nennen ihn "Daddy".
Zu Beginn der Amtszeit ihres Mannes fiel es Brigitte Macron schwer, die Zwänge des neuen Lebens zu respektieren. Sie bedauerte es, ihre Enkel nicht mehr von der Schule abholen zu können und setzte gegen den Widerstand der Sicherheitsleute durch, regelmäßig mit ihrem Hund Nemo durch Paris zu spazieren.
Wie wichtig sie für den Präsidenten ist, zeigt eine Anekdote über eine Image-Broschüre, die die PR-Abteilung des Élysées hatte drucken lassen. Als Emmanuel Macron bemerkte, dass sie kein einziges Bild enthielt, das ihn mit Brigitte zeigte, ließ er die Broschüre kurzerhand wieder einstampfen.
In den Umfragen steht Brigitte derzeit besser da als Emmanuel. Etwa 55 Prozent der Franzosen vertrauen der Première Dame, während der Präsident lediglich auf 39 Prozent kommt. Gewählt wird im April der Präsident, und es sieht alles danach aus, als ob die ungewöhnliche Präsidentengattin auch in den kommenden fünf Jahren im Élysée wohnen wird.
Emmanuel Macron und seine Ehefrau Brigitte: Das Paar gilt als unzertrennlich.
Emmanuel Macron und seine Ehefrau Brigitte: Das Paar gilt als unzertrennlich.
© Foto: dpa

Wahl 2022 Macron: Vom Investmentbanker zum Präsidenten

Emmanuel Macron hat seine Karriere im Finanzsektor begonnen. 2005 wurde er Finanzdirektor im Finanzministerium. 2008 wechselte er aus dem öffentlichen Dienst in die freie Wirtschaft, wo er als Investmentbanker bei Rothschild & Cie. arbeitete. Im Mai 2012 wurde er von Präsident François Hollande wieder in die Politik geholt, wo er er als Wirtschaftsberater für Hollande tätig war. 2014 wurde er Wirtschaftsminister von Frankreich. Im April 2016, ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl, gründete Macron seine eigene Partei, „La République En Marche“ (LREM). Kurz darauf trat er von seinem Ministerposten zurück und widmete sich dem Wahlkampf. Im November 2016 gab er seine Kandidatur öffentlich bekannt.

Macron vs Le Pen: Die Wahl in Frankreich 2022

Frankreichs liberaler Präsident Emmanuel Macron hat die Präsidentschaftswahl am 24. April 2022 nach vorläufigem amtlichen Endergebnis mit 58,55 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Er büßte allerdings im Vergleich zur Wahl von 2017, als er auf 66,1 Prozent kam, deutlich an Stimmen ein. Seine rechte Herausforderin Marine Le Pen kam auf 41,45 Prozent der Stimmen, wie das Innenministerium in Paris nach Auszählung aller Stimmen der zur Wahl registrierten Wähler in der Nacht zum Montag mitteilte. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei rund 72 Prozent.
Der französische Staatschef hat weitreichende Machtbefugnisse und amtiert fünf Jahre. Etwa 48,7 Millionen Französinnen und Franzosen waren zur Wahl eingeschrieben. In der ersten Runde vor zwei Wochen traten zwölf Kandidatinnen und Kandidaten an. Die traditionellen Volksparteien der Sozialisten und Republikaner fuhren historisch schlechte Ergebnisse ein. Sowohl die Stichwahl als auch der erste Wahlgang zeigten, wie tief gespalten die französische Gesellschaft ist.

Emmanuel Macron: Vermögen des Präsidenten

Wie wohlhabend Emmanuel und Brigitte Macron sind, ist nicht genau bekannt. Als Präsident von Frankreich verdient Macron rund 15.000 Euro brutto im Monat. Im Jahr 2017, als er zuletzt zur Wahl stand, gab Macron an, dass er 330.000 Euro im Jahr verdient habe. Seine Ehefrau, Brigitte, nagt aber auch nicht gerade am Hungertuch: Sie besitzt in der Küstenstadt Le Touquet ein Grundstück auf dem Land. Geschätzt wird das Vermögen von Emmanuel Macron laut „Vermögenmagazin“ auf 500.000 Euro.

Macron und Putin: Der Ukraine Krieg dominiert die Wahl

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine steht Präsident Emmanuel Macron in ständigem Austausch mit Wladimir Putin. Das erntet durchaus Kritik, auch innerhalb Frankreichs wollen einige Menschen wissen, warum er sich nicht den eigenen Menschen widmet.
Kurz vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat Macron seine Gespräche mit Putin verteidigt - und nochmal gegen Polen ausgeteilt. "Diese Rolle des Dialogs mit dem russischen Präsidenten ist undankbar", sagte Macron Lesern der Zeitung "Le Parisien" über seine zahlreichen Telefonate mit Putin im Vorfeld und nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine.
Er habe "Stunden" in Gesprächen mit dem russischen Staatschef verbracht. "Jede Diskussion ist von Zynismus geprägt, es ist nie ein Vergnügen", sagte Macron, der den "Dialog" als seine "Pflicht" bezeichnete. Er fügte hinzu, dass er nicht vor "Mitte Mai" einen "Ausweg" aus dem Krieg in Europa sehe. Die Gespräche mit Putin seien aber nicht vergebens, sondern "nützlich, um den Frieden von morgen vorzubereiten".
Den polnischen Regierungschef Mateusz Morawiecki, der ihn für die Gespräche mit Putin kritisiert hatte, nannte Macron einen "rechtsextremen Antisemiten". Morawiecki hatte Macron dafür kritisiert, mit "Kriminellen" zu verhandeln und ihn gefragt, ob er auch mit Hitler und Stalin verhandeln würde. Am Vortag hatte Macron Morawiecki bereits beschuldigt, sich "in den politischen Wahlkampf in Frankreich einzumischen", und auf dessen Nähe zu seiner rechtspopulistischen Rivalin bei den Präsidentschaftswahlen, Marine Le Pen, hingewiesen.