Nach der Explosion in einem Mehrfamilienhaus mitten in Wien versuchen die Einsatzkräfte weiterhin, ein unter Trümmern vermutetes Opfer auszugraben. „Man kann nur händisch nach der verschütteten Person suchen, um diese nicht zu gefährden“, erklärte Feuerwehr-Sprecher Gerald Schimpf am Einsatzort.

Die Suche werde erschwert, weil immer wieder Teile des Daches in die Tiefe stürzten und Schutt nachrutsche. „Das Gebäude ist in einem instabilen Zustand. Die Feuerwehr bleibt jedenfalls so lange vor Ort, bis Klarheit über die vermisste Person herrscht und das Gebäude komplett abgesichert ist“, betonte Schimpf.

In der Nacht wurde eine Frau tot aus den Trümmern geborgen. Bei der Explosion unweit der Wiener Innenstadt waren am Mittwoch zwei Mehrfamilienhäuser über mehrere Stockwerke teilweise eingestürzt. Betroffen waren 22 Wohnungen, in denen 42 Menschen gemeldet waren. Mindestens 14 weitere Menschen wurden dabei verletzt. Die Polizei vermutete, es habe sich um eine Gasexplosion gehandelt.

Wie die Wiener Berufsrettung der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Mittwochabend mitteilte, erlitt der zwischenzeitlich in Lebensgefahr schwebende Mann (35) unter anderem Knochenbrüche und schwere innere Verletzungen. Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) sagte der APA in der Nacht, dass sich sein Zustand stabilisiert habe. Darüber hinaus wurde ein 54-Jähriger schwer verletzt. Er wurde von Glassplittern getroffen und erlitt Schnittverletzungen. Unter den Trümmern vor dem Haus fanden die Einsatzkräfte entgegen ersten Vermutungen keine weiteren Verschütteten.

Die Explosion ereignete sich am Nachmittag unweit der Wiener Innenstadt, nur wenige Minuten zu Fuß von der bekannten Karlskirche entfernt. Die Polizei Wien twitterte: „Mehrere Stockwerke von bis zu zwei Mehrparteienhäuser sind zum Teil eingestürzt.“ Bei Twitter kursierte ein Video, das viel Schutt auf der Straße und ein riesiges Loch in der Fassade eines Gebäudes zeigte. Auf Bildern war zu sehen, dass große Betonplatten auf Autos in der Straße gefallen waren, über allem lag eine dicke Schicht hellen Staubs und Dreck.

Vor allem eines der verschütteten Autos trat im Laufe der Bergungsarbeiten in den Fokus: Hier vermuteten die Einsatzkräfte einen oder zwei Menschen unter den Trümmern. Suchhunde hätten dort „etwas aufgespürt“, auch Kratzgeräusche seien registriert worden, sagte ein Sprecher der Berufsfeuerwehr der APA. Gefunden wurde unter diesem Schuttberg jedoch niemand.

Bei der Explosion wurden auch einige Nachbarhäuser beschädigt, an vielen Gebäuden waren Scheiben zu Bruch gegangen. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt und die umliegenden Gebäude wurden evakuiert. Bei der Suche in den beiden von der Explosion betroffenen Häusern kamen auch Rettungshunde und eine sogenannte Schallortungsgruppe mit Spezialgerät zum Einsatz. Am Abend wurde dann auch schweres technisches Gerät wie etwa ein Traktor mit Schaufel für die Suche und die Bergungsarbeiten verwendet.