Glosse Eine Runde Mett für alle

Ein süßer, aber leider vom Aussterben bedrohter Mett-Igel.
Ein süßer, aber leider vom Aussterben bedrohter Mett-Igel. © Foto: © juefraphoto/Shutterstock.com
Berlin / Thomas Block 13.03.2018

Das Artensterben in Deutschland erreicht immer neue  Höhepunkte. Nach dem Eichenheldbock, der Äskulapnatter und dem Blauschillernden Feuerfalter muss nun auch der gemeine Mettigel auf die Rote Liste der bedrohten Tierarten gesetzt werden. Auf dem Höhepunkt seiner Ausbreitung fand der Mettigel Unterschlupf auf unzähligen Geburtstagen, Hochzeiten und Firmenjubiläen. Doch im vergangenen Jahrzehnt wurde er von ausländischen Arten, vorrangig von der italienischen Pizzaschnecke und dem japanischen Sushi-Lachs, aus seinem Revier gedrängt.

Schon die Jungtiere, die sogenannten Mettbrötchen, haben es heutzutage schwer – auch weil sich viele Menschen die aufwändige Pflege der putzigen Kaltblüter nicht mehr zutrauen. Dabei ist das Mettbrötchen auf die Hilfe des Menschen angewiesen.

Die Angst ist unangebracht. Fachseiten im Internet erklären die artgerechte Pflege des Jungtiers. Exemplarisch sei hier „Mett-Brötchen.de“ empfohlen. Der „Mettrechner“ nimmt auch Anfänger an die Hand und kalkuliert ganz genau die benötigten Zutaten.

Für zehn Mettfreundinnen und Mettfreunde, die sich um mitteldick bestrichene Mettbrötchen kümmern möchten, empfiehlt der Mettrechner 1,2 Kilogramm Mett, 300 Gramm Butter, eine Zwiebel, 15 Brötchen und ein Glas Gurken (optional). So kann jeder ganz einfach zum Mettretter werden. Am besten schon morgen. 

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