Monarchie Ein Jahr nach dem Tod von König Bhumibol

Thais tragen wieder die Bilder ihres verstorbenen Königs durch die Straßen.
Thais tragen wieder die Bilder ihres verstorbenen Königs durch die Straßen. © Foto: afp
dpa 13.10.2017
Am Freitag ist es ein Jahr her, dass Thailands König Bhumibol gestorben ist. Beigesetzt ist er immer noch nicht. Aber jetzt beginnt die letzte Phase der Trauer.

Das thailändische Fernsehen sendet in diesen Tagen wieder in Schwarz-Weiß. Unterhaltungssendungen sind aus dem Programm genommen – als Zeichen der Trauer um den heute vor einem Jahr verstorbenen König Bhumibol. Dazu tragen die meisten der 67 Millionen Thais gedeckte Farben. Auf Facebook haben viele ihr Profilbild in Schwarz-Weiß geändert. In der Bahn läuft keine Werbung mehr, sondern Trauermusik. Die großen Online-Nachrichtenportale wie das der „Bangkok Post“ matten die Farben ebenfalls ab. Ein Land in Monochrom.

Mit dem ersten Todestag beginnt die letzte Phase der kollektiven Trauer. Höhepunkt wird dann die Einäscherung am 26. Oktober sein, eine Feier, wie sie das Land noch nie gesehen hat und zu der Staatsgäste aus aller Welt erwartet werden. Deutschland wird von Ex-Bundespräsident Christian Wulff vertreten.

Als Bhumibol am 13. Oktober 2016 mit 88 Jahren starb, war er dienstältestes Staatsoberhaupt der Welt. Die Trauer war immens. Und so ähnlich ist es auch heute wieder – wobei von offizieller Seite viel dafür getan wird, dass das so bleibt. Dazu gehört, dass jegliche Kritik am Königshaus durch ein sehr strenges Gesetz unterbunden wird.

In der Hauptstadt Bangkok, wo zwischenzeitlich auch der neue König Maha Vajiralongkorn (65) sehr propagiert wurde, hängen nun wieder übergroße Bhumibol-Porträts von den Häusern. Im Großen Palast, der alten Königsresidenz, in der Urne und Sarg stehen, haben bis heute mehr als 13 Millionen Thais dem toten König die letzte Ehre erwiesen.

Für die Einäscherung wurde ein 222 Jahre alter Holzwagen renoviert, mit dem die Leichen von Mitgliedern der Königsfamilie traditionell zum Scheiterhaufen gebracht werden. Das 13 Tonnen schwere Gefährt muss auf dem Weg vom Großen Palast zum Sanam-Luang-Platz von mehreren Hundert Soldaten geschoben werden. Seit Wochen wird dafür geübt.

Allerdings wird mit dem Wagen nur eine leere Urne transportiert: Traditionell werden die Toten der Königsfamilie in großen Urnen eingeäschert – sitzend in einer Meditationspose. Das soll der Seele helfen, in den Himmel zu kommen. Bhumibol entschied sich jedoch als erster thailändischer König überhaupt für einen Sarg. Dass er über ein Jahr darin liegen würde, ahnte er da wohl nicht.