Glosse Ein Hauch Metallica

Whiskey gibt es bald auch in einer Variante, die während der Lagerung von der US-Band Metallica beschallt wurde.
Whiskey gibt es bald auch in einer Variante, die während der Lagerung von der US-Band Metallica beschallt wurde. © Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn
Berlin / Thomas Block 31.08.2018

Das Beste am Whiskey ist nicht das Getränk als solches, sondern die damit verbundene Bühne für Klugscheißereien. Kein Getränk bietet dem mondänen Mann von Welt mehr Gelegenheiten, Weltläufigkeit unter Beweis zu stellen: Dafür das Glas erst konzentriert schwenken. Mit zusammengezogenen Augenbrauen daran riechen. Ein Schlückchen nehmen. Das Brennen unterdrücken und abschätzen, ob man gerade einen milden, torfigen oder salzigen Whiskey aus einem Sherry-, Bourbon- oder Portwein-Fass im Mund hat. Dann Dinge sagen, die nichts mit Whiskey zu tun haben: „Ich schmecke herbes Apfelaroma, mit einer Note von Orangenschalen, wilden Brombeeren und einem Hauch Metallica.“

Wie genau ein Hauch Metallica schmeckt, wissen bislang nur wenige Menschen. Die mittel-mondänen US-Rocker haben ihren Whiskey, der während der Lagerung mit Songs der Band beschallt wurde, gerade erst auf den Markt gebracht. Wahrscheinlich schmeckt er ein bisschen abgestanden und kratzt im Hals. Lieber hätte man da einen Hauch Tote Hosen im Glas – tut keinem weh und geht leicht runter. Für die Wasser-Trinker empfiehlt sich eine Prise Dieter Bohlen (garantiert geschmacklos), Rotwein könnte mit etwas Bob Dylan den nötigen Tiefgang bekommen. Blöderweise hat Dylan aber ebenfalls einen Whiskey auf den Markt gebracht. Über den kann man übrigens ganz exzellent klugscheißern.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel