Der Plan Russlands, die gesamte Ukraine einzunehmen und die Regierung zu stürzen, ist wohl gescheitert. Doch ganz aufgeben werden die Russen sicher nicht. Stattdessen konzentrieren sie sich nun auf den Donezbecken, genannt den Donbass. Dieser umfasst die Regionen Donezk und Luhansk, die zum Teil schon seit 2014 von russischen Militärs besetzt sind. Seit dem Ausbruch des Krieges diese Regionen in der Ostukraine besonders betroffen.
  • Wo liegt Donezk auf der Karte?
  • Was sind die größte Städte?
  • Warum will Putin den Donbass haben?
  • Aktuelle Situation im Krieg

Donezk auf der Karte: Mariupol, Kramatorsk, Krim

Der Oblast Donezk liegt im Südosten der Ukraine an der Grenze zu Russland. Im Süden befindet sich das Asowsche Meer mit der Hafenstadt Mariupol. Im Zentrum der Region ist die gleichnamige Stadt Donezk, im Norden sind die beiden Großstädte Horliwka und Kramatorsk. Zwischen dem Oblast Donezk und der von Russland seit 2014 annektierten Krim befinden sich zwei weitere Oblaste: Die Regionen Saporischschja und Cherson.
Seit 2014 herrscht ein Krieg in der Ostukraine, zwei Teile des Donbass haben sich zu unabhängigen Republiken erklärt. Hier auf dieser Karte ist zu sehen, wo die Kontaktlinie zwischen den „Volksrepubliken“ Donzek und Luhansk vor dem Krieg 2022 verlief:
Die bis vor dem Krieg besetzten Gebiete.
Die bis vor dem Krieg besetzten Gebiete.
© Foto: dpa

Städte in Donezk und die Situation im Krieg

Die folgenden fünf Städte befinden sich im Oblast Donezk bzw. in der Volksrepublik Donezk und hatten vor dem Krieg die höchsten Einwohnerzahlen.
  • Donezk
  • Mariupol
  • Makiiwka
  • Horliwka
  • Kramatorsk

Situation in Mariupol

Die Situation in der Hafenstadt Mariupol löst weltweit Entsetzen aus. Seit Wochen wird die Stadt von russischen Kräften belagert, Zivilisten können nicht fliehen, humanitäre Transporte können die Stadt nicht erreichen. Es ist nicht bekannt, wie viele Zivilisten gestorben sind, da der Kontakt zur Stadt komplett abgebrochen ist. Erste Schätzungen gehen aber von tausenden Todesopfern aus. Es gibt keinen Strom, kein fließendes Wasser, keine Lebensmittel. Zeugen berichten, dass die Toten auf den Straßen liegen, dass sie sich nicht trauten, ihre Keller zu verlassen. Nach Angaben der Ukraine sind 90 Prozent der Gebäude in Mariupol beschädigt.
Das russische Staatsfernsehen berichtet, dass die Stadt bereits von Russland eingenommen wurde. Die ukrainischen Kräfte gehen von einer vollständigen Eroberung in den kommenden Tagen aus. Die Einnahme ist für Russland von strategischer Bedeutung, da sie eine Landverbindung zwischen der 2014 annektierten Krim-Halbinsel und der von den Separatisten kontrollierten Region in der Ostukraine herstellen würde.

Situation in Kramatorsk

Nachdem die Eroberung von Mariupol fast abgeschlossen scheint, bewegen sich russische Truppen in Richtung andere Teile von Donezk. Da ein Großangriff auf den Donbass von ukrainischer Seite erwartet wurde, begeben sich weiterhin viele Menschen auf der Flucht.
Bei einem Raketenangriff auf den Bahnhof der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind nach offiziellen Angaben Dutzende Menschen getötet und verletzt worden. Es gebe 30 Tote und 100 Verletzte, sagte Eisenbahnchef Olexander Kamischyn. Die Sprecherin des ukrainischen Verwaltungsgebiets Donezk, Tetjana Ihnatenko, sprach im Fernsehen von 27 Toten, darunter zwei Kinder, und mindestens 30 Verletzten. Nach Angaben von Gouverneur Pawlo Kyrylenko warteten Tausende Menschen in Kramatorsk auf ihre Evakuierung.
Laut Eisenbahnchef Kamischyn schlugen zwei Raketen ein. Die ukrainische Seite gab russischen Truppen die Schuld. Kyrylenko warf Russland vor, absichtlich auf Zivilisten gezielt zu haben. „Sie wollten so viele friedliche Menschen wie möglich als Geiseln nehmen, sie wollten alles Ukrainische zerstören“, schrieb er bei Telegram.
Hingegen sprachen die prorussischen Separatisten in der selbst ernannten Volksrepublik Donezk von einem ukrainischen Raketenangriff. Es seien Teile einer Rakete vom Typ „Totschka-U“ zu Boden gefallen. Auch die Separatisten teilten mit, in Kramatorsk sei gerade eine Evakuierung gelaufen, Menschen sollten in Sicherheit gebracht werden.

Krieg in der Ostukraine: Warum will Putin den Donbass?

Der russische Präsident Wladimir Putin vertritt die Ansicht, dass die Halbinsel Krim und die Region Donbass historisch russische Gebiete seien. Insgesamt hält er die ganze Ukraine für russisches Territorium. Zwar leben im Osten der Ukraine viele Menschen, die russisch sprechen und bis vor dem Krieg enge Verbindungen zu Russland hatten. Doch das bedeutet lange nicht, dass sie sich als Russen sehen. Die erbitterten Kämpfe und der starke Widerstand der Ukrainer im Osten des Landes zeugen davon, dass sie nicht zu Russland gehören wollen. Mehr Informationen zu den Separatistengebieten und der Vorgeschichte zum Krieg in der Ostukraine gibt es hier:

Kiew/Moskau