Dass Donald Trump eine polarisierende Figur ist, ist hinlänglich bekannt. Im Herbst 2022 halten sich die Gerüchte, dass Trump 2024 wieder als Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen antreten könnte. Noch ist vielen Menschen seine erste Amtszeit voller skurriler Momente in Erinnerung. Ein Rückblick auf Trumps ganz spezielle Augenblicke im Oval Office.

Die Zahl der Anwesenden bei seiner Amtseinführung

Donald Trumps erste Kontroverse als US-Präsident gab es bereits bei seiner Amtseinführung. Schon vor der Zeremonie sagte er, dass seine Amtseinführung „Rekorde brechen“ würde. Auch am Tag danach blieb er bei dieser Meinung. „Es war das größte Publikum, das jemals eine Amtseinführung gesehen hat, Punkt. Sowohl vor Ort als auch auf der gesamten Welt“, ließ er seinen Pressesprecher Sean Spicer verkünden. Das stimmte allerdings nicht.
Verschiedenen Angaben zufolge kamen zwischen 300.000 und 600.000 Menschen zur Amtseinführung und anschließenden Rede Trumps. Zum Vergleich: US-Präsident Barack Obama hatte 2009 mit 1,8 Millionen Anwesenden die bisher meist besuchte Amtseinführung gehabt. Ein schlechter Start für den neuen Präsidenten Trump. Deswegen ließ er nachhelfen: 2018 wurde bekannt, dass Trump einen Fotografen beauftragt hatte, der die Bilder von seiner Amtseinführung so bearbeitet sollte, damit es so aussah, als ob mehr Menschen gekommen waren als zu Obamas Amtseinführung.
Die Amtseinführung von Donald Trump am 20. Januar 2017 auf der National Mall in Washington.
Die Amtseinführung von Donald Trump am 20. Januar 2017 auf der National Mall in Washington.
© Foto: dpa-Bildfunk

Donald Trump auf Twitter: „Covfefe“

Als Präsident war Donald Trump auf Twitter unterwegs. Mit seinen Tweets sorgte er dabei oft für Kontroversen, manchmal aber auch für Verwirrung. (Und am Ende wurde Trump wegen seiner Hassbotschaften von Twitter verbannt). Eines der bekanntesten Beispiele war wohl ein Tweet aus dem Mai 2017, als Trump offenbar mitten im Satz auf einen falschen Knopf gedrückt hat und den Satz produzierte: „Despite the constant negative press covfefe“. Der Tweet wurde erst Stunden später gelöscht – da hatte er sich im Internet schon wie ein Lauffeuer verbreitet. Noch immer gibt es einen Eintrag für „covfefe“ im Online-Wörterbuch Urban Dictionary.
Die berühmtesten Tweets von US-Präsident Trump befinden sich am 16.06.2017 in New York in der «The Donald J. Trump Presidential Twitter Library» hinter Glas und im Goldrahmen.
Die berühmtesten Tweets von US-Präsident Trump befinden sich am 16.06.2017 in New York in der «The Donald J. Trump Presidential Twitter Library» hinter Glas und im Goldrahmen.
© Foto: dpa

Trump schaut bei der Sonnenfinsternis direkt in die Sonne

Im August 2017 fand eine totale Sonnenfinsternis in den USA statt. Das Ereignis wurde von Millionen Menschen auf dem Kontinent beobachtet – und natürlich auch vom US-Präsidenten. Trump stand mit seiner Ehefrau Melania auf dem Balkon des Weißen Hauses, um das Spektakel anzuschauen. Und obwohl noch während der Live-Übertragung zu hören war, wie ein Berater Trump darauf aufmerksam macht, nicht ohne seine Brille in die Sonne zu schauen – tat er am Ende genau das.
US-Präsident Donald Trump zeigt am 21.08.2017 im Weißen Haus in Washington (USA) im Vorfeld der Sonnenfinsternis gen Himmel.
US-Präsident Donald Trump zeigt am 21.08.2017 im Weißen Haus in Washington (USA) im Vorfeld der Sonnenfinsternis gen Himmel.
© Foto: dpa

Donald Trump nennt sich selbst „stabiles Genie“

Als 2018 eines der ersten Bücher über Trump und seine Amtszeit publiziert wurde – „Fire and Fury“ vom Journalisten Michael Wolff – war der Präsident außer sich vor Wut als er davon hörte, dass darin stünde, seine Mitarbeiter sorgten sich um seine Psyche. Daraufhin twitterte Trump, dass er ein „stabiles Genie“ und „richtig schlau“ sei. Der Beweis dafür sei unter anderem, dass er es beim ersten Versuch ins Weißen Haus geschafft hatte.

Trump wollte Grönland kaufen

Im August 2019 wurde berichtet, dass US-Präsident Donald Trump Interesse am Kauf von Grönland gezeigt hatte. Die arktische Insel ist Teil des Königreichs von Dänemark, wird aber autonom regiert. Entsprechend überrascht reagierte die dänische Premierministerin Mette Frederiksen und ließ übermitteln, dass Grönland nicht zum Verkauf stünde und die Diskussion darüber absurd sei. Sie fügte noch hinzu, dass die Insel gar nicht Dänemark gehöre, sondern Grönland. Donald Trump sagte daraufhin seinen geplanten Besuch nach Dänemark ab. Gegenüber Journalisten sagte er, dass Frederiksens Antwort „gemein“ und „unangebracht“ war. „So spricht man nicht mit den USA“, so Trump weiter.

Der Hurrikan, der Alabama treffen sollte

Als im September 2019 ein Hurrikan auf Florida zukam, warnte die nationale Wetterbehörde NOAA die Bevölkerung. Präsident Trump sorgte mit einem Tweet zur drohenden Gefahr jedoch für unnötige Panik: Er behauptete fälschlicherweise, dass mehrere Staaten, darunter Alabama, vom Hurrikan getroffen werden könnten. Diese Behauptung war falsch und sorgte für Unruhe und Verwirrung im Bundesstaat. Doch anstatt seinen Fehler einzugestehen, twitterte Trump wenige Tage später eine Landkarte, die den prognostizierten Weg des Hurrikans einzeichnete. Das ungewöhnliche daran: Irgendjemand hatte offenbar eine Erweiterung eingezeichnet, damit es so aussah, als ob auch Alabama betroffen sein könnte. Hurricane Dorian traf im September 2019 auf Florida, Georgia sowie North und South Carolina.
Donald Trump hält ein Plakat das den Verlauf des Hurrikans «Dorian» veranschaulicht, während er im Oval Office des Weißen Hauses mit Journalisten spricht.
Donald Trump hält ein Plakat das den Verlauf des Hurrikans «Dorian» veranschaulicht, während er im Oval Office des Weißen Hauses mit Journalisten spricht.
© Foto: dpa

Corona mit Sonnenlicht und Desinfektionsmittel bekämpfen

Als 2020 die Corona-Pandemie die USA mit voller Wucht traf, war US-Präsident Trump im Fokus. Für viele handelte er erst unzureichend und dann zu spät. Als er im April 2020 anfing, die Pandemie ernster zu nehmen, hatte er für Wissenschaftler gleich zwei Vorschläge. Nachdem der Wissenschaftler William Bryan bei einer Pressekonferenz erklärte, dass das neue Virus scheinbar durch Sonnenlicht oder auch Haushaltsmittel wie Bleiche getötet werden könnte, schlug Trump vor laufender Kamera vor: „Vielleicht könnte man das Licht irgendwie in den Körper kriegen, entweder durch die Haut oder auf anderem Wege.“ Und etwas später: „Desinfektionsmittel macht es K.O. innerhalb einer Minute, hab ich gehört. Könnte man das irgendwie so machen, mit einer Spritze oder so?“ Daraufhin musste die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC deutlich machen, dass man unter keinen Umständen Haushaltsmittel oder Desinfektionsmittel in den Körper spritzen sollte.

Der Intelligenztest, der keiner war

Als Präsident wurden an Donald Trump regelmäßige gesundheitliche Tests durchgeführt. Diese bestanden sowohl aus körperlichen als auch kognitiven Gesundheitschecks. Gegen Ende seiner Amtszeit prahlte Trump mit seinen Fähigkeiten. Er behauptete, dass bei einem dieser Tests die Ärzte „überrascht“ wären, weil seine Ergebnisse so „unglaublich“ seien. Bei den Aufgaben hätte er Wörter wiederholen müssen, um sein Erinnerungsvermögen zu testen. „Die haben zu mir gesagt: ‚Niemand kriegt das in der richtigen Reihenfolge hin. Es ist gar nicht so einfach, aber für mich war es einfach,“ gab Trump in einem Interview an. Er habe die volle Punktzahl bekommen. Trump schien dabei zu glauben, dass der Test ein Intelligenztest war – dabei war es ein Test, der die kognitiven Fähigkeiten überprüft um Krankheiten wie Alzheimers oder Demenz festzustellen.