Mahlberg Deutschlands kulinarisches Gewissen: Wolfram Siebeck ist tot

Massenware gefiel ihm nicht: Wolfram Siebeck.
Massenware gefiel ihm nicht: Wolfram Siebeck. © Foto: dpa
MICHAEL KIEFFER, DPA 09.07.2016
Wolfram Siebeck war Kolumnist, Buchautor und Gourmet: Fast Food und Kochshows waren ihm ein Gräuel. Mit 87 ist Siebeck jetzt gestorben.

Der vor allem als Gastronomiekritiker bekannt gewordene Journalist Wolfram Siebeck ist tot. Er starb am Donnerstag nach kurzer Krankheit im Alter von 87 Jahren. Das hat seine Familie im badischen Mahlberg mitgeteilt.

Siebeck war Gourmet, Buchautor und Kolumnist. Er schrieb für Zeitungen und Zeitschriften wie „Die Zeit“ oder „Der Feinschmecker“. Er veröffentlichte viele Bücher, erst in diesem Jahr noch „Siebeck. Kulinarische Skizzen“.

Seit 2011 betätigte Siebeck sich auch als Blogger. Der letzte Beitrag für sein Reisetagebuch „Wo is(s)t Siebeck“ erschien im Oktober 2015.

„Das Essen und Trinken ist vor mehr als 60 Jahren zu meinem Lebensinhalt geworden, so wie das Schreiben“, hatte er vor seinem 85. Geburtstag gesagt. Es war eine Reise nach Frankreich, die  den in Duisburg geborenen Siebeck 1950 auf den Geschmack gebracht hatte.

Jahrzehntelang hat Siebeck gegen Fast Food und Fertiggerichte gekämpft. „Das, was der Masse gefällt, gefällt mir nicht“, sagte er damals. Er hat seinen Ruf als schreibender Querdenker gerne kultiviert. Altersmilde konnte er bei sich nicht feststellen.

Es gab vieles, was Siebeck schmeckte. Ärgern konnte er sich zum Beispiel über Kochshows im Fernsehen. Er nannte sie „hysterisch“. In Deutschland lebte er auf der Burg Mahlberg in der Nähe von Freiburg. Außerdem hielt er sich viel in Frankreich auf.