Bahn Deutlich mehr Ausfälle – 140.000 Züge kamen nicht an

Immer mehr Züge fallen aus.
Immer mehr Züge fallen aus. © Foto: Archiv
Düsseldorf / ots/sk 08.05.2018
Die Anzahl der Zugausfälle 2017 ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das Ministerium für Verkehr findet das „bedauerlich“.

Die Zahl der Zugausfälle bei der Deutschen Bahn ist 2017 deutlich gestiegen: Insgesamt 140.000. Das waren 20.000 mehr Zugausfälle als 2016. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Montagausgabe) vorliegt. Demnach verließen knapp 97.000 dieser Züge ihren Startbahnhof, kamen aber nie am Zielbahnhof an. Insgesamt waren das 0,7 Prozent aller geplanten Zugverbindungen. Mehr als 40.000 Züge oder 0,3 Prozent verließen nicht einmal ihren Startbahnhof.

Ministerium für Verkehr findet es „bedauerlich“

„Wir finden die Zunahme der Verspätungen bedauerlich. Und wünschen uns, dass die Bahn pünktlicher wird und weniger ausfällt“, sagt Edgar Neumann, der Pressesprecher des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg. Und meint weiter: Die Zuverlässigkeit der Bahn sei wichtig, damit mehr Menschen auf das Auto verzichten würde. Auch gerade in Sicht auf den Umweltschutz. Zuständig für den Fernverkehr ist die Deutsche Bahn AG.

Was die Gründe für die Ausfälle sind? Neumann sieht die Kosteneinsparungen, Änderungen in der Infrastruktur oder Personalmangel als problematisch an. „In der Summe werden die Verkehrsmittel labiler“, meint er. Auf der anderen Seite gäbe es auch Ausfälle, für welche die Bahn nichts kann, wie ein Sturm und umgestürzte Bäume auf den Schienen. Seine Forderung: „Der Bund und die Bahnen müssen mehr Geld für die Sanierung und den Ausbau des Schienenverkehrs ausgeben.“

Züge in anderen Ländern sind pünktlicher

Aber in anderen Ländern funktioniert es doch auch irgendwie? Ein extremes Beispiel ist Japan: 5 Sekunden ist die Abfahrts-Toleranz beim Schnellzug „Shinkansen“. Die Halteposition ist auf einen Zentimeter beschränkt. Aber auch im Nachbarland Schweiz gibt es eine 3-Minuten-Verspätungsregel. Und die zeigt Resultate: 89 Prozent der Züge erreichen pünktlich ihr Ziel. Der Grund laut Neumann: „Die Schweiz investiert um Vielfaches mehr Geld als Deutschland in den Schienenverkehr aus.“

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