Glosse Der kleine Prinz beehrt Klingonen

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Berlin / Thomas Block 27.08.2018

Französisch ist ja eine sehr schöne Sprache, eine, in der selbst die deutsche Abwasserverordnung klingt wie ein nicht enden wollender Liebesbrief. Eines der schöneren Bücher, die auf Französisch geschrieben wurden, ist „Der kleine Prinz“, dieses moderne Märchen über einen Jungen und seine Rose. Es muss eine ziemliche Herausforderung gewesen sein, dieses zwischen Buchdeckel gepresste Übermaß an Schönheit ins Klingonische zu übersetzen.

Die Kunstsprache, die in „Star Trek“-Filmen vom Kriegervolk der Klingonen gesprochen wird, klingt wie der nicht enden wollende Versuch eines Mannes mit Kehlkopfentzündung, die deutsche Abwasserverordnung zu husten. Der Satz „Eine Riesenschlange ist sehr gefährlich und ein Elefant braucht viel Platz“ lautet auf klingonisch: „Chubku chrach a etsch tinku echklewan.“ Jedes „ch“ wird kehlig gesprochen, so wie in „Schmach“.

Es gibt weltweit etwa 30 Menschen, die fließend Klingonisch sprechen. Warum sie das tun, lässt sich nur schwer ergründen. Einer von ihnen heißt Lieven Litaer, lebt im Saarland und arbeitet als Architekt und Klingonisch-Lehrer.

14 Jahre hat er für die Übersetzung des Buches „Der kleine Prinz“ gebraucht, viele Worte hätten dem Wortschatz erst noch hinzugefügt werden müssen. Das Wort „Rose“ etwa und alle anderen Begriffe, die schöne Dinge beschreiben. „Schönheit“ heißt übrigens „Bl’ichba’mo“.

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