Taiji Das Abschlachten der Delfine beginnt wieder

Taiji / DPA 04.09.2015
Im japanischen Walfangort Taiji hat die blutige Jagd auf Delfine begonnen. Dabei treiben Fischer Delfine in eine Bucht, sortieren die Schönsten für Delfinarien aus und schlachten die anderen ab.

Die Fischer haben laut lokalen Medienberichten auf dem Meer schon eine Delfingruppe entdeckt. Doch sei es ihnen nicht gelungen, sie an die Küste zu treiben. Die Regierung hat festgelegt, dass dieses Jahr 1873 Delfine in die Bucht getrieben werden dürfen. In der vergangenen Saison hatte die Zahl bei 1971 Delfinen gelegen, allerdings konnten die Fischer nur 937 fangen.

Das Auslaufen der Fischerboote wurde von Protesten eines Dutzends ausländischer Tierschützer begleitet. Unter ihnen der Amerikaner Richard O'Barry. Er war kurz vor Beginn der Jagdsaison von der Polizei festgenommen worden, da er seinen Pass nicht bei sich trug, wurde aber kurz darauf wieder freigelassen. O'Barry wirkt in dem Oscar-gekrönten Dokumentarfilm "Die Bucht" mit, mit dem das alljährliche Gemetzel in Taiji zu trauriger Berühmtheit gelangt war.

Die Treibjagd auf die Delfine stößt weltweit auf Empörung. Im Mai hatte der japanische Aquariumverband beschlossen, auf Druck des Weltverbandes hin keine Delfine mehr aus Taiji zu beziehen. Die Fischer zeigten sich jedoch unbeeindruckt und setzen die Jagd fort. Sie treiben die Delfine in ihre Bucht, indem sie auf Metallstangen hämmern, die sie ins Meer halten. Damit legen sie den Orientierungssinn der Tiere lahm.

Gegessen wird Delfinfleisch in Japan kaum noch. Es ist mit Giftstoffen wie Quecksilber belastet.