Ulm / Christoph Knauthe  Uhr
Im Vergleich zum letzten Jahr ertranken 2018 mehr Menschen. Woran liegt das und wie kann man das verhindern?

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2018 sind in deutschen Gewässern 279 Menschen ertrunken. Das sind 37 mehr als im Jahr davor.

Ein 13-jähriger Junge ist am Sonntag im Schützensee bei Elchingen ertrunken. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Freitag bekannt. „Hatten wir im letzten Jahr durch den eigentlich nicht vorhandenen Sommer vergleichsweise geringe Ertrinkungszahlen, beweisen die anhaltenden Temperaturen und das schöne Wetter einmal mehr, dass es leider auch in die andere Richtung gehen kann“, beklagt DLRG-Sprecher Achim Wiese.

Dieses Jahr sind bereits mehr als 280 Menschen in Deutschland beim Baden ertrunken. Am schönen Wetter alleine kann das nicht liegen.

Wer ist besonders gefährdet?

Klaus Kopp, Pressesprecher der DLRG Ulm, bemängelt, dass immer weniger Kinder und Jugendliche das Schwimmen lernen: „Man könnte meinen, Deutschland entwickelt sich langsam zum Nichtschwimmer-Land“.

Neben ihnen sieht er jedoch auch Menschen im Alter um die 50 Jahre als gefährdet an. Diese würden oft falsch einschätzen, wie leistungsfähig sie noch sind.

Ein Mann ist beim Schwimmen in einem Baggersee im Bruchsaler Stadtteil Untergrombach (Kreis Karlsruhe) ertrunken.

Worauf sollte man achten?

Empfehlenswert sei es, die eigene Leistungsfähigkeit bereits vor der Badesaison im Schwimmbad zu testen, bevor man sich in einen unbeaufsichtigten See traut - ideal sei natürlich regelmäßiges Training.

Viele Besucher von Badeseen würden außerdem nicht darauf achten, sich vor dem Sprung ins kühle Nass ausreichend abzukühlen, so Kopp - dies sei jedoch gefährlich. Schlagartiger Kontakt mit kaltem Wasser könne im schlimmsten Fall zum Kreislaufkollaps führen.

Zudem sei er über die zunehmende Anzahl an Menschen besorgt, die Schwimmen mit Alkoholkonsum verbinden würden.