Stockholm Dänemark-Touristen sollen mit Hundebars zurückgelockt werden

Strenge Sitten in Dänemark.
Strenge Sitten in Dänemark. © Foto: Javier Brosch - fotolia
ANDRé ANWAR 19.07.2016
Ein dänisches Gesetz erlaubt die Tötung von Hunden bereits dann, wenn diese bedrohlich wirken. Das hat viele deutsche Urlauber abgeschreckt. Nun sollen sie mit Hundebars zurückgelockt werden.

Dänemark hat sich den Ruf eingebrockt, ein hundefeindliches Land zu sein. Und da ausgerechnet die hundeliebenden Deutschen die größte Touristengruppe in Dänemark sind, wird diese Frage derzeit engagiert diskutiert. Für die Deutschen sei der Hund wie das eigene Kind, erläutern dänische Tourismusexperten. Seit Dänemark 2011 ein strenges Hundegesetz einführte, sei deshalb die Anzahl deutscher Touristen spürbar zurückgegangen, warnen sie. Das Gesetz erlaubt die amtliche Tötung von Hunden, wenn diese Menschen oder andere Tiere angreifen – aber auch schon dann, wenn ein Hund als möglicherweise gefährlich betrachtet wird.

Selbst wenn es in der Praxis kaum so weit kommt: Viele Dänemarkurlauber befürchten, dass ihr geliebtes Tier innerhalb des dänischen Rechtsraums in Gefahr ist. Kristina Lehmann Schjött, Tourismusexpertin der dänischen Gemeinde Holstebro, wirbt im öffentlich-rechtlichen Dänischen Radio (DR) um Verständnis: „Für die deutschen Gäste ist der Hund ein Extrafamilienmitglied und auf dem gleichen Niveau, wie wenn sie ihr Kind mit in die Ferien nehmen.“

Die in Nordwestdänemark gelegene Gemeinde Holstebro will deshalb an mehreren Orten Hundebars eröffnen, um dem Ruf der Dänen als Hundefeinde entgegenzuwirken. In den Hundebars bekommen die Vierbeiner Wasser und kleine Leckereien. Herrchen und Frauen erhalten Informationsmaterial über das Halten von Hunden in Dänemark.  Auch der Ferienort Söndervig in Westjütland hat bereits hundefreundliche Werbeaktionen unter anderem auf Deutsch durchgeführt.

Tatsächlich sind die kinderfreundlichen Dänen Hunden gegenüber nicht ganz so tolerant wie die Deutschen. So signalisiert eine blaue Flagge am Badestrand, wenn es Hunden nicht erlaubt ist, mit Herrchen baden zu gehen.

Auch das Schicksal des Schäferhundwelpen Thor trug zum Image der Dänen bei. Der junge Hund hatte einen anderen Hund gebissen und wurde dafür Ende 2013 zum Tode verurteilt.