„Kinder berichten vermehrt von Gewalt in den Familien“: Tobias Lucht, leitender Sozialpädagoge beim Kinderprojekt „Die Arche“ in Hamburg, warnt, dass angesichts der Schulschließungen viele Fälle häuslicher Gewalt unentdeckt bleiben. Einige seien nur aufgefallen, „weil die Kinder zu uns ins Haus kommen“, sagt Lucht bei „19 – die DUB Chefvisite“. Einige Kinder seien zurzeit „schutzlos“: „Die Probleme waren schon vorher da, verschärfen sich jetzt aber.“ Luchts Sorge: „Manche Kinder bleiben auf der Strecke.“
Einen Hilferuf richtet der Sozialpädagoge an die Behörden. „Ich wünsche mir ein größeres Engagement der Stadt Hamburg“, so Lucht. In seinem Projekt sei zurzeit zu wenig Zeit, um aktiv auf die Behörden zuzugehen. Von deren Seite würde er daher „gern ein bisschen mehr hören, da kommt relativ wenig“. „Die Arche“ finanziert sich aus Spenden, die coronabedingt spärlicher fließen, und arbeitet auch mit ehrenamtlichen Helfern. In Hamburg werden zurzeit täglich rund 450 Kinder betreut, bundesweit sind es über 4000.