Der frühere Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel kritisiert, dass „Wegsperren wie bei der Pest im Mittelalter“ der vermeintlich wichtigste Ansatz zur Pandemiebekämpfung in Deutschland sei. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ rügt Gabriel, die Politik gehe „nicht mit Mitteln des 21. Jahrhunderts, mit Künstlicher Intelligenz und Daten-Tracking“ gegen das Coronavirus vor. Die vorhandene Corona-App sei nutzlos, der Datenschutz müsse gelockert werden. Er spricht sich zugleich gegen Lockerungen der Corona-Maßnahmen aus: „Ein Stop-and-go-Lockdown ist das Problematischste für die Wirtschaft.“ Hätten die Ministerpräsidenten im letzten Sommer nicht gelockert „und auf die Kanzlerin gehört, wären wir jetzt nicht in einer so schweren Welle“, so der ehemalige SPD-Vorsitzende.
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International erwartet der Vorsitzende der Atlantik-Brücke, dass mit der „Rückkehr der USA“ in die Weltpolitik unter dem neuen Präsidenten Joe Biden eine „neue Dynamik“ in den globalen Kampf gegen Corona einziehen wird. Dieser müsse auch die ärmeren Länder einbeziehen, sonst würden diese „einen ganz hohen Preis zahlen“. Für die in den USA heftig kritisierte Erdgaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland erwartet Gabriel eine Fertigstellung des Baus. „Die USA haben auch alle früheren Sanktionen gegen Pipelines aufgehoben“, so Gabriel. Um den US-Widerstand zu dämpfen, kann er sich mehr gemeinsame energiepolitische Projekte mit den Amerikanern vorstellen.