„Alle Länder, in denen die Pandemie halbwegs erfolgreich bekämpft wurde, haben den Datenschutz teilweise aufgegeben“, sagte Nuhr bei „19 – die DUB Chefvisite“. Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, stimmte dem zu. „Wir müssen viel mehr Daten erheben. Jeder Geimpfte braucht einen QR-Code, damit wir beispielsweise Nebenwirkungen genauer erfassen können. Da können wir vom Vorreiter Israel lernen.“
Im Kampf gegen die neuen Virus-Mutationen hofft der Klinikchef auf die mRNA-Technologie, die von den Impfstoffherstellern Biontech/Pfizer und Moderna genutzt wird. „Diese Impfstoffe lassen sich schneller an Virus-Mutationen anpassen“, sagte Werner. An der Essener Uniklinik werden aktuell 101 Patienten stationär behandelt, 35 liegen auf der Intensivstation. Ein weiterer Patient ist gestern verstorben. Für ganz Deutschland meldet das RKI 4535 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 1073 weniger als am vergangenen Montag. Innerhalb eines Tages starben 158 Menschen an oder mit dem Virus. Die Zahl der Covid-assoziierten Todesfälle in Deutschland liegt bei 61.675.
Zur Diskussion um Privilegien für Geimpfte erklärte Kabarettist Nuhr: „Freiheitsrechte sind nicht zu diskutieren. Vielmehr müssen die Einschränkungen begründet werden.“ Seiner Meinung nach sollte es Geimpften „natürlich erlaubt sein, an Veranstaltungen teilzunehmen“. Vielmehr müsse man den Nicht-Geimpften erklären, weshalb sie nicht teilnehmen dürfen.
Die Corona-Hilfen für Künstler bezeichnete Nuhr in der Sendung als ungerecht. „Für einzelne gibt es viel Geld ohne Begründung. Andere müssen darben und wissen nicht, wie sie ihre Miete bezahlen sollen.“ Besonders betroffen seien mit den Künstlern verbundene Gewerbe wie Ton- und Bühnentechniker, Gastro- oder Service-Personal. „Viele Menschen sind am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angekommen, sie haben ihren kompletten Lebensunterhalt verloren.“ Er selbst habe keine Hilfen in Anspruch genommen. „Mir geht’s gut. Ich kriege keine Erstattung. Ich brauche auch keine.“