„Wir sind förmlich beraubt worden“: Der Chef des Textildiscounters Kik, Patrick Zahn, kritisiert die Lockdown-Schließung der Einzelhandelsgeschäfte, die keine Lebensmittel anbieten. Bei „19 – die Chefvisite“ sagt Zahn, ihn überkomme ein „gewisses Ungerechtigkeitsgefühl“, wenn Kunden nur unter Angabe ihrer persönlichen Daten in seinen Läden bedient werden können, „während sie ohne Kontrolle in die Drogerie oder den Discounter nebenan gehen“. „Auflagen müssen für alle gelten“, so Zahn, dessen Eilantrag gegen die Maßnahmen vor Gericht abgelehnt wurde. Er will die juristische Auseinandersetzung aber „bis zum Ende durchfechten“. Durch die Schließungen fehlten seinem Unternehmen rund 200 Millionen Euro Vorsteuergewinn, der nun auch nicht für Investitionen in die Zukunft zur Verfügung stehe.
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Der stationäre Einzelhandel kann nach Einschätzung von Thomas Harms, Branchenexperte bei der Unternehmensberatung EY, gegen Konkurrenz aus dem Internet bestehen. „Ware anziehen, probieren, sich zeigen lassen, das gibt es online nicht“, sagt Harms in der Sendung. Der Online-Anteil am Umsatz werde aber steigen, vor allem bei Gütern des täglichen Bedarfs. Stationär seien die „Trüffelschweine der Einzelhändler gefragt, die sich etwas Neues einfallen lassen“. Die Beharrungskräfte seien allerdings groß: „Es geht uns in Summe noch zu gut. Viele wünschen sich nach der Pandemie ein Wiedererwachen in der alten Welt“, so Harms.