Wie am Donnerstag, 22. Oktober, bekannt wurde, stuft das Robert-Koch-Institut die gesamte Schweiz als Risikogebiet ein. Das gilt seit Samstag, 24. Oktober, 0.00 Uhr, und ist dann automatisch mit einer Reisewarnung vom Auswärtigen Amt verbunden. Auch Liechtenstein, das bislang nicht als Risikogebiet galt, ist betroffen. Das kleine Fürstentum ist mit der Schweiz in einer Zoll- und Währungsunion verbunden. Neu unter den Risikogebieten sind seit Samstag, 24. Oktober, das beliebte Wintersportgebiet Graubünden sowie die mit Deutschland unmittelbar benachbarten Kantone, und zwar:
  • Basel-Stadt
  • Basel-Land
  • Aargau
  • Thurgau
  • St. Gallen.
Laut Schweizer Behörden bewegte sich die Zahl der neuen Corona-Infektionen pro Tag zuletzt zwischen 6000 und 7000. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahlen sind die Corona-Zahlen somit etwa fünf Mal so hoch wie in Deutschland.

Corona-Regeln Schweiz: Bartverbot ab 1. November

In vielen Kantonen gelten neue Corona-Maßnahmen wie etwa eine Sperrstunde ab 23 Uhr in Basel-Stadt. Kurios ist ein Verbot von Bärten über 5 Zentimeter Länge für die Wachleute im Parlament. Wer sich nicht rasieren will, wird zum 1. November versetzt, heißt es in Medienberichten. Wie bei einer ungewechselten Maske könnten sich in langen Bärten Coronaviren ansammeln und das Infektionsrisiko erhöhen, so die Begründung.

Zürich schon seit 17. Oktober Risikogebiet

Bereits seit Samstag 17. Oktober, galten acht neue Kantone als Risikogebiete, wie das Robert-Koch-Institut auf seiner Homepage mitteilte:
  • Zürich,
  • Fribourg,
  • Jura,
  • Neuchatel,
  • Nidwalden,
  • Schwyz,
  • Uri
  • Zug
  • Waadt/Vaud (seit September)
  • Genf (seit September)
Das Auswärtige Amt hatte schon vor einiger Zeit für die beiden Regionen Genf und Waadt (Vaud) eine Reisewarnung ausgesprochen. Bundesrat Alain Berset hat unterdessen lokale Lockdowns für Hotspots in Aussicht gestellt, und selbst bei der Schweizergarde im Vatikan gab es einen Corona-Ausbruch.

Beratung über weitere Maßnahmen - „Mini-Lockdown“ ist im Gespräch

Am Mittwoch wird der Schweizer Bundesrat über weitere Maßnahmen gegen das Coronavirus entscheiden. Laut eines „Strategie-Papiers“ sollen diese so „milde wie möglich“ ausgestaltet sein. Der Bundesrat und die kantonalen Gesundheitsdirektoren stützen sich bei ihren Entscheidungen auf „strategische Grundlagen“, welche in einem Dokument vom 22. Oktober festgehalten sind. Aufgrund einer auf das Öffentlichkeitzsgesetz gestützten Anfrage musste das Bundesamt für Gesundheit (BAG) diese Grundlagen nun veröffentlichen.
Die Strategie der Schweizer Behörden umfasst zwölf Seiten und befasst sich mit den zentralen Fragen der Pandemie-Bekämpfung. Einig sind sich Bund und Kantone im «obersten Ziel». Dieses lautet: «Menschliche Opfer» verhindern und den «wirtschaftlichen Schaden tief halten
Ein Lockdown wie im Frühling soll verhindert werden. Getroffene Maßnahmen sollen „mit dem nötigen Augenmaß und so milde wie möglich“ ausgestaltet sein. Denkbar sind nach Angaben des SWI Mini-Lockdowns, sogenannte Circuit Breaker. Diese dauern nur wenige Wochen und können sich auf bestimmte Regionen beschränken. Die erneute Ausrufung der außerordentlichen Lage wird im Strategie-Papier als «letztes Mittel» bezeichnet.

Corona Risikogebiete Westschweiz: Reisewarnung für Waadt und Genf

Zwei Kantone in der Westschweiz galten bereits Anfang Oktober für Deutschland als Risikogebiete. Rückkehrer müssen nach einem Besuch oder Urlaub dort ohne negativen Corona-Test schon seit einigen Wochen in die Quarantäne: Es sind die Kantone Genf und Waadt am Genfersee.

Berlin und Hamburg und Regionen in Italien gelten für die Schweizer als Risikogebiete

Die Schweiz hat ihrerseits mehrere Regionen in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich zu Risikogebieten erklärt. Berliner und Hamburger müssen in dem Alpenland nach der Einreise in Quarantäne oder einen negativen Coronatest vorweisen.

Corona Zahlen Schweiz: So viele Neuinfektionen gibt es dort

Das Gesundheitsministerium der Schweiz gibt täglich die Fallzahlen für das Bergland bekannt. So sehen die Zahlen konkret am Dienstag, 27. Oktober aus:
  • Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden: 5 949
  • Zahl der Toten: 1 930
  • Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie: ca. 127 042
  • Quelle: BAG Schweiz
  • Stand: 27.10.2020, 14.13 Uhr
Corona Österreich Tirol Vorarlberg Wie lange bleibt Tirol noch Risikogebiet?

Innsbruck/Bregenz

Die Johns Hopkins-University meldet am Dienstag, den 27. 10. die aktuellen Zahlen für die Schweiz:
  • Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden: 17.440
  • Zahl der an oder mit Corona Verstorbenen seit Beginn der Pandemie: 2.111
  • Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie: 121.093

Corona Zürich: Kurzaufenthalte bis 48 Stunden auch ohne Quarantäne

Für die Grenzregion zu Deutschland, von Basel bis St. Gallen unweit des Bodensees, und für die Herbstwandergebiete in Graubünden, im Wallis und im Berner Oberland gelten nun neue Einschränkungen – ebenso wie im bevölkerungsreichen und wirtschaftlich wichtigen Kanton Zürich.
Kurzaufenthalte in der Schweiz bis zu 48 Stunden bleiben für Baden-Württemberger aber vorerst ohne Quarantäne erlaubt. Ab 8. November könnte es eine Verkürzung auf 24 Stunden geben. Außerdem soll dann trotz erheblicher rechtlicher Bedenken die elektronische Einreiseanmeldung für den Landweg eingeführt werden – de facto wohl eine Art „Grenzschließung light“. Grenzpendler in beiden Richtungen dürften jedoch auch in Zukunft Sonderrechte genießen. Baden-Württemberg hatte bereits eine entsprechende Regelung für Grenzgebiete verabschiedet.

Corona Risikogebiete Schweiz: Das gilt bei der Einreise

Deutsche Staatsangehörige (bis auf Hamburger und Berliner und künftig evtl. auch Bewohner aus anderen Risikogebieten) können nach Angaben des Auswärtigen Amtes grundsätzlich in die Schweiz einreisen. Seit Anfang Juli gilt eine Quarantänepflicht für Einreisende aus Risikogebieten. Betroffene müssen sich unverzüglich nach Einreise auf direktem Weg für 10 Tage in ihre Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft begeben und ihre Ankunft innerhalb von zwei Tagen der zuständigen Behörde melden.

Durchfahrt durch Corona-Kantone jederzeit möglich

Der Transit durch Risikogebiete ist möglich, so auch die Durchfahrt durch die Kantone Waadt und Genf auf dem Weg nach Frankreich. Durchreisende sind in Deutschland von den Quarantäne-Bestimmungen der Bundesländer befreit.

Corona Regeln Schweiz: Diese Einschränkungen gelten

Die Corona-Regeln in der Schweiz ähneln denen in Deutschland. Diese Regeln gelten:
  • Maskenpflicht: In öffentlich zugänglichen Innenräumen muss eine Maske getragen werden. Die Maskenpflicht gilt außerdem in allen Bahnhöfen, Flughäfen und an Bus- und Tramhaltestellen.
  • Versammlungen: Seit Montag, 19. Oktober, sind spontane Menschenansammlungen von mehr als 15 Personen in der Öffentlichkeit verboten. Damit soll verhindert werden, dass private Anlässe in den öffentlichen Raum verlagert werden.
  • Vorgaben für private Veranstaltungen: Bei privaten Veranstaltungen mit über 15 Personen darf künftig nur sitzend konsumiert werden. Wer nicht an seinem Platz sitzt, muss eine Maske tragen. Außerdem müssen Kontaktdaten erhoben werden. Private Veranstaltungen mit über 100 Personen müssen über ein Schutzkonzept verfügen, sie dürfen außerdem nur in öffentlich zugänglichen Einrichtungen durchgeführt werden.
  • Gastronomie: In Restaurants, Bars und Clubs darf nur im Sitzen konsumiert werden, unabhängig davon ob in Innenräumen oder im Freien.
  • Abstand: Es gelten die in Deutschland üblichen Hygieneregeln.
  • Lokal gelten unterschiedliche Regeln. Über die Regeln im Zielort sollte man sich auf der Website der jeweiligen Stadt informieren.
Außerdem hat der Bundesrat die «Covid-19-Verordnung besondere Lage» mit einem Absatz zum Homeoffice ergänzt. Arbeitgebende sind jetzt verpflichtet, die Homeoffice-Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit zu beachten. „Mit dem Arbeiten zu Hause können größere Menschenansammlungen vor allem zu Stoßzeiten vermieden und enge Kontakte am Arbeitsplatz reduziert werden.“, so die Begründung des Bundesamtes.