• Studie untersucht die Übertragungswege an Schulen und Kitas
  • Forscherinnen und Forscher aus Heidelberg und Koblenz haben zusammen gearbeitet
  • Was haben sie herausgefunden?
Wie hoch ist das Übertragungsrisiko an Schulen und Kitas? Diese Frage blieb lange Zeit ungeklärt - die Einrichtungen standen im Verdacht, die Pandemie zu fördern. Sind Schulen und Kitas wirklich Corona-Hotspots? Eine Studie aus Rheinland-Pfalz bringt jetzt neue Erkenntnisse.

Wer steckt hinter der Studie zu Schulen und Kitas?

Die Untersuchung wurde vom Landesuntersuchungsamt in Koblenz sowie dem Institute of Global Health in Heidelberg durchgeführt. Für die Studie nutzte das Forschungsteam die Ergebnisse aus den Kontaktuntersuchungen des Landes Rheinland-Pfalz, die für August bis Dezember 2020 gesammelt wurden.

Video Schulstart mit Präsenzunterricht geglückt

Zu welchen Ergebnissen kommt die Studie?

  • Die Übertragungsrate ist mit 1,34 Prozent in Schulen und Kitas geringer als gedacht.
  • Das gilt aber nur, wenn die Schutzmaßnahmen eingehalten werden: Masken, Abstandsregeln und Lüften.
  • Die Übertragungsrate ist in Kindertagesstätten 2,9 mal höher als in Schulen.
  • Übertragungen gehen in Kitas vor allem von den Erzieherinnen und Erziehern aus.
  • Aus diesem Grund sollte laut den Machern der Studie verstärkt auf die Kontakte zwischen Erzieherinnen und Erziehern geachtet werden.
  • In Schulen gehen Übertragungen vor allem von den Schülerinnen und Schülern selbst aus. Lehrer sind eher selten involviert.
  • Auch an Schulen und Kitas gilt die sogenannte Superspreader-Regel: Rund 20 Prozent der Infizierten verursachen 80 Prozent der Ansteckungen.

Ist die Studie wissenschaftlich fundiert?

Die Macher der Studie weisen darauf hin, dass die Studie kein sogenanntes „Peer Review“ durchlaufen hat - das bedeutet, dass sie nicht von unabhängigen Experten begutachtet wurde. Die Forschungsergebnisse müssen noch evaluiert werden und sollten nicht als Leitfaden für die klinische Praxis dienen.