• Ab 15.03.2021 sollen wieder mehr Kinder in Präsenzunterricht
Am Montag heißt es für viele Schülerinnen und Schüler wieder: „Zurück in die Schule!“. Denn die Grundschulen werden wieder für den Regelbetrieb geöffnet und auch einige Klassen auf der weiterführenden Schule dürfen zurück ins Klassenzimmer.

Video Lauterbach fordert Schulstopp bis Ostern

Corona Schule BW: Öffnung von Grundschule, Gymnasium und weiterführende Schule

Schon am 22. Februar sind die Schulen und Kitas in Baden-Württemberg teilweise geöffnet worden. Das ist der aktuelle Stand:
  • Grundschulen und Grundstufen der Förderschulen sind im Wechselunterricht.
  • Auch Abschlussklassen dürfen im Wechsel ins Klassenzimmer.
  • Kitas haben im Regelbetrieb geöffnet.
Das ändert sich zum 15. März:
  • Grundschulen starten in einem eingeschränkten Regelbetrieb
  • Klasse 5 und 6 der weiterführenden Schulen kehren zurück in den Präsenzunterricht.
  • Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 bleiben im Fernunterricht.
  • Abschlussklassen bleiben im Wechselunterricht.
  • Präsenzpflicht ist weiter ausgesetzt.

Corona Schule Regeln BW: Eisenmann setzt Abstandsregeln aus

Nach tagelangem Gezerre ist der Streit in der grün-schwarzen Koalition über die Abstandsregeln in den Schulen bei der Rückkehr der 5. und 6. Klassen entschieden. Es wird wie von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vorgesehen „kein förmliches Abstandsgebot“ gelten. Allerdings sollen die Schulen dafür sorgen, dass die Kinder von Montag an - wenn möglich - beim Präsenzunterricht den coronabedingten Abstand von eineinhalb Metern einhalten.
Susanne Eisenmann hat sich beim Thema Schule durchgesetzt: Die Abstandsregeln müssen dort nicht unbedingt eingehalten werden. (Archivbild)
Susanne Eisenmann hat sich beim Thema Schule durchgesetzt: Die Abstandsregeln müssen dort nicht unbedingt eingehalten werden. (Archivbild)
© Foto: Sebastian Gollnow/DPA

Kretschmann für strengere Regeln in den Schulen

Kultusministerium und Staatsministerium bestätigten am Donnerstag in Stuttgart der dpa, dass die tagelange Diskussion darüber zwischen Eisenmann und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) beendet sei. Kretschmann hatte bis zuletzt darauf gedrungen, dass die Unterstufe nur zurückkehren könne, wenn überall Abstand eingehalten werde. Sollte dies nicht möglich sein, müsse auch Wechselunterricht in Betracht gezogen werden.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann wollte die Abstandsregeln durchsetzen (Archivbild)
Ministerpräsident Winfried Kretschmann wollte die Abstandsregeln durchsetzen (Archivbild)
© Foto: Marijan Murat/DPA

Corona VO Schule BW: Verordnung lässt Spielraum

Eisenmann, die auch CDU-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl am Sonntag ist, hatte keinen „Änderungsbedarf“ gesehen und erklärt, die Schulen sollten - wenn möglich - größere Räume nutzen oder die Klassen auf zwei Unterrichtsräume aufteilen. Die in der Regierung am Wochenende abgestimmte neue Corona-Verordnung hatte ihr dafür den Spielraum gegeben. Bei Lehrerverbänden war dies auf Proteste gestoßen, weil viele Schulen dies aus ihrer Sicht nicht bewerkstelligen können.

Präsenzpflicht Schule BW: Müssen meine Kinder in die Schule?

Grundsätzlich ist die Präsenzpflicht weiter ausgesetzt. Das heißt, wer seine Kinder nicht ins Klassenzimmer schicken möchte, muss das nicht tun. Schulpflicht gilt allerdings weiterhin. Die Kinder müssen also auch zu Hause lernen.

Inzidenz BW: Fallzahlen steigen

Der für die Beurteilung der Lage wichtige Inzidenzwert steigt in Baden-Württemberg. Am Sonntag lag er nach Angaben des Landesgesundheitsamtes bei 75,9. Zahlreiche Landkreise gelten zudem als Hotspots. Am höchsten sind die Zahlen im Landkreis Schwäbisch Hall und in der Kommune Crailsheim.

Kein Präsenzunterricht an mindestens zwei Schulen

Mindestens zwei weiterführende Schulen in Baden-Württemberg wollen sich von Montag an nicht an die Maßgabe des Präsenzunterrichts halten. Ralf Scholl vom Philologenverband teilte am Freitag in Stuttgart mit, das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach am Neckar und das Gymnasium in Schönau würden für ihre fünften und sechsten Klassen dann einen tageweisen Wechselunterricht anbieten. Zuerst hatte die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet.
Laut Scholl waren die weiterführenden Schulen auf den Wechselunterricht eingestellt, und sie hätten sich darauf vorbereitet. Der Schwenk des Kultusministeriums hin zum Präsenzunterricht bereite ihnen nun Probleme. „Die Vorgaben für den Präsenzunterricht mit vollen Klassen sind nicht durchführbar“, sagte Scholl.

Mehrere Corona-Ausbrüche in Kitas und Schulen im Alb-Donau-Kreis

Wegen Corona-Ausbrüchen in sieben Schulen und Kitas im Alb-Donau-Kreis mussten dort mehrere Hundert Menschen in Quarantäne. Wie ein Sprecher des Landkreises mitteilte, hat sich eine Mitarbeiterin einer Kita in Munderkingen bereits am Montag nachweislich mit einer Variante des Coronavirus angesteckt. Bei einer Reihentestung wurde zunächst bei fünf Kindern ebenfalls eine Infektion festgestellt. Etwa 50 Kinder und fünf Erzieherinnen und mehr als 130 weitere Kontaktpersonen mussten deshalb in Quarantäne.

Gaildorf setzt nach Crailsheim weitere Öffnungen der Schulen aus

Wegen vieler Corona-Fälle verschieben nun zwei Schulen im Landkreis Schwäbisch Hall die Öffnung der Schulen. Angedacht war eine Rückkehr in den Präsenzunterricht der Grundschulen sowie der fünften und sechsten Klassen der weiterführenden Schulen. Doch daraus wird jetzt nichts. Crailsheim hatte dies bereits am Donnerstag verkündet, am Freitag zog Gaildorf nach. Es gilt damit: Die fünften und sechsten Klassen der weiterführenden Schulen lernen weiter daheim, die Grundschulen bleiben im Wechselunterricht. Der Landkreis Schwäbisch Hall gehört mit einer Inzidenz von 193,1 zu den Hotspot-Regionen in Deutschland.

Schulöffnung: Lauterbach fordert geschlossene Schulen bis Ostern

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen ein Maßnahmenpaket gefordert, darunter einen Schulstopp bis Ostern. "Die dritte Welle rollt bereits seit zwei Wochen durch Deutschland", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post" vom Montag. Um die Lage beherrschbar zu halten und die Krankenhäuser nicht zu überfordern, seien drei Maßnahmen erforderlich.
Er forderte die konsequente Umsetzung der Notbremse bei zu hohen Zahlen und eine Konzentration auf Erstimpfungen. "Drittens bin ich für einen Schulstopp, weil die Virusmutationen sich insbesondere bei den Jüngeren rasant ausbreiten", sagte Lauterbach. "Ich appelliere an die Länder, alle Schulen bis Ostern wieder zu schließen, auch die Grundschulen."
Nur wenige Abweichungen sollten erlaubt sein. "Eine Ausnahme dürfen nur die Schulen machen, die bereits die Schüler zweimal pro Woche mit Schnelltests testen können." Es sei ein Fehler gewesen, die Schulen "ohne flächendeckend funktionierende Testabläufe zu öffnen".