• Schnelltests werden ab 11.10.2021 kostenpflichtig für alle, die ein Impfangebot erhalten haben und sich trotzdem nicht impfen lassen wollen.
  • Bei der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) wurde beschlossen, dass ab einer Inzidenz von 35 eine Testpflicht für Ungeimpfte in öffentlichen Innenräumen gilt.
  • Für welche Veranstaltungen, Freizeitaktivitäten, Sport und mehr brauchen Nicht-Geimpfte einen Corona-Test?
  • Wer muss den Corona-Test selber zahlen?
Das könnte teuer werden: Wer nicht gegen das Coronavirus geimpft ist und ins Kino, Theater, Restaurant oder zum Friseur will, braucht bald einen negativen Testnachweis. Alle Infos im Überblick.

Corona-Test-Pflicht: Wann braucht man einen negativen Test?

Ab dem 11. Oktober müssen ungeimpfte Personen (mit Impfangebot) beim Besuch von Innenräumen einen negativen Corona-Test vorweisen. Aber nur, wenn die Inzidenz im entsprechenden Stadt- oder Landkreis über der Marke von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) liegt.

MPK-Beschluss zum Schnelltest-Nachweis: Wo braucht man einen negativen Corona-Test?

Aus der Beschlussvorlage zum heutigen (10.08.2021) Corona-Gipfel geht hervor, in welchen Bereichen man künftig einen Corona-Testnachweis braucht, wenn man nicht geimpft oder genesen ist. Hier braucht man einen Test:
  • Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe
  • Innengastronomie – Restaurants, Bars und Kneipen
  • Veranstaltungen und Feste innen
  • Informations-, Kultur- oder Sportveranstaltungen in Innenräumen
  • Körpernahe Dienstleistungen wie Friseur, Kosmetik, Körperpflege
  • Fitnessstudios und allgemein Sport im Innenbereich (auch Schwimmbädern oder Sporthallen)
  • Hotels und Beherbergungsbetriebe: Test bei Anreise und zwei Mal pro Woche während des Aufenthalts

Keine 3G-Regel für Gottesdienste und andere religiöse Veranstaltungen drinnen

Laut Armin Laschet würden Gottesdienste oder andere religiöse Zusammenkünften in Innenräumen jedoch anders behandelt. Sie stünden demnach nicht unter den vereinbarten Testpflicht durch einen Nachweis nach 3G - geimpft, genesen, getestet.

Gelten bald härtere Regeln?

Nach den Bund-Länder-Beschlüssen zur Corona-Lage sind Rufe nach noch strengeren Einschränkungen für Ungeimpfte laut geworden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigte sich am Mittwoch offen dafür, Impf-Verweigerer von Veranstaltungen in Innenräumen auszuschließen – selbst dann, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen könnten. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) äußerte sich ähnlich.
In Baden-Württemberg gilt bereits ab Montag, 16.08.2021, eine neue Corona-Verordnung.

Ohne Corona-Test: Hier braucht man keinen negativen Schnelltest

Bislang gilt die Testpflicht für Ungeimpfte und nicht Genesene nur für Innenräume ab einer Inzidenz von 35 und mehr. Wofür man vermutlich also keinen Negativ-Nachweis braucht:
  • Freizeitpark
  • Volksfest, Stadtfest
  • Außengastronomie
  • Sportveranstaltungen draußen
  • Freibäder
  • Badeseen

Keine kostenlosen Schnelltests mehr: Corona-Tests ab 11.10. kostenpflichtig

Das vom Bund finanzierte Angebot kostenloser Corona-Schnelltests für alle Bürger soll am 10.10.2021 enden – ab 11. Oktober muss man sie in der Regel selbst bezahlen. Der Bund übernimmt seit Anfang März die Kosten für mindestens einen Schnelltest pro Woche für alle Bürger. Weiterhin kostenlose Schnelltests soll es demnach aber für Menschen geben, die nicht geimpft werden können und für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt – also insbesondere Schwangere und Unter-18-Jährige.

Was kostet ein Corona-Schnelltest ab dem Herbst?

Wie teuer die Tests künftig sein werden, "kann keiner wirklich sagen", sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Dies werde "auf dem freien Markt" entschieden. Derzeit vergüteten die gesetzlichen Krankenkassen einen PCR-Test mit gut 43 Euro, für einen Antigen-Schnelltest würden elf Euro bezahlt. Dies könnten "Anhaltswerte" für die künftigen Preise sein. Unterstützung für arme Menschen zur Bewältigung der Testkosten ab Oktober ist nach Angaben des Bundessozialministeriums bisher nicht geplant.
Der Sprecher des Gesundheitsministeriums konnte auch noch nicht sagen, ob auf die Forderung von Sozialverbänden eingegangen wird, Besucher von Pflege- und Altenheimen weiterhin kostenlos zu testen. "Die erneute Isolation von Menschen in Heimen muss unbedingt verhindert werden", forderte in diesem Zusammenhang die Linken-Pflegeexpertin Pia Zimmermann.
Wie viel die Schnelltests künftig kosten, liegt in den Händen der Anbietenden privater Testzentren. In der Vergangenheit gab es Angebote zwischen 20 und 30 Euro je Schnelltest.

Warum soll es keine kostenlosen Schnelltests mehr geben?

Da mittlerweile allen ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden könne, sei eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Steuerzahler nicht angezeigt, heißt es im Beschluss. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte: „Es ist richtig, diesen Schritt zu gehen.“ Tests ließen sich leicht durch Impfen umgehen - dafür sind nun acht Wochen Zeit. Wer das Angebot nicht annehme, könne nicht erwarten, dass die Solidargemeinschaft die Kosten trag