• Die Corona-Zahlen in Bayern und Deutschland steigen wieder an
  • Die Omikron-Variante breitet sich rasch aus, auf der MPK sind daher neue Regeln beschlossen worden
  • Bayerns MP Söder will Teile davon, insbesondere 2G-Plus-Regelungen in der Gastronomie nicht umsetzen
  • Am Dienstag, 11.01.22, hat das bayerische Kabinett zur Corona-Verordung und den Maßnahmen im Freistaat getagt
  • Die Regeln und die Auswirkungen für Bayern hier in der Übersicht
Nach dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern am 07.01.2022 hat das bayerische Kabinett am Dienstag (11.01.22) über die Umsetzung der von der MPK beschlossenen Regeln im Freistaat entschieden. Insbesondere ging es darum, ob Bayern die vereinbarte 2G-Plus-Regel auch in Restaurants anwenden will oder nicht. Nun wurde von Ministerpräsident Markus Söder und seinen Kabinett entschieden: Es gilt weiterhin die 2G-Regel und nicht 2G plus in Gaststätten und Restaurants.
  • Welche der aktuell in Bayern geltenden Corona-Regeln werden nach der MPK am Freitag angepasst?
  • Welche Regeln werden neu eingeführt?
  • Die aktuellen Maßnahmen und mögliche Änderungen im Überblick.

Corona Gastronomie Bayern: 2G+ in Bayern nicht notwendig

Ungeachtet der rasant steigenden Omikron-Welle und anders als fast alle anderen Bundesländer verzichtet Bayern auf schärfere Corona-Regeln für Gaststätten. Im Freistaat bleibt es dabei, dass Geimpfte und Genesene ohne zusätzlichen Test beziehungsweise ohne Auffrischungsimpfung in Restaurants gehen dürfen - auch wenn Erst- und Zweitimpfung schon viele Monate her sind. Es gilt also weiterhin die 2G-Regel und nicht 2G plus, wie Bund und Länder vergangenen Freitag mehrheitlich vereinbart hatten. Jedenfalls „Stand heute“ bleibe man in der Gastronomie bei der 2G-Regel, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am 11.01. nach einer Kabinettssitzung in München.
Bayern weicht hier neben Sachsen-Anhalt als einziges Bundesland von der Bund-Länder-Linie ab. Dafür bleiben - anders als in anderen Ländern - in Bayern Kneipen, Bars und Discos weiter ganz geschlossen.
Ob auch in Bayern bald die 2Gplus-Regel in der Gastronomie gilt, ist offen. Ministerpräsident Markus Söder ist skeptisch.
Ob auch in Bayern bald die 2Gplus-Regel in der Gastronomie gilt, ist offen. Ministerpräsident Markus Söder ist skeptisch.
© Foto: Sven Hoppe/dpa

Booster in Bayern: Ab wann gilt man als geboostert?

Für Menschen mit Corona-Auffrischungsimpfung entfällt die zusätzliche Testpflicht in 2G-plus-Bereichen künftig unmittelbar nach der Booster-Impfung und nicht erst nach zwei Wochen. Das hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. Zudem gibt es eine entsprechende Erleichterung für Menschen mit vollständiger Grundimmunisierung, die anschließend eine Corona-Infektion überstanden haben, also für Menschen mit einem sogenannten Impfdurchbruch. Auch für diese entfällt in 2G-plus-Bereichen (etwa Theatern, Kinos) die Pflicht zur Vorlage eines zusätzlichen Tests.

Markus Söder zur MPK: Corona-Gipfel kam zu früh

Der jüngste Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Pandemie kam aus Sicht des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) „möglicherweise ein paar Tage zu früh“. Die bisherigen Erkenntnisse zur Verbreitung der Omikron-Variante seien noch nicht ausreichend, um auf der Grundlage tragfähige Entscheidungen zu treffen, sagte der CSU-Chef am Donnerstagmorgen vor der MPK bei „Bild live“: „Mir ist es lieber, wir beraten dann morgen und entscheiden dann lieber ein paar Tage später, wenn die wissenschaftliche Basis definitiv besser ist.“
Ihm liege noch „kein abschließendes Empfehlungspapier für eine weitreichende Entscheidung, die dann getroffen werden, soll für Millionen von Menschen vor“, sagte Söder. Das sei „keine sehr stabile Grundlage für eine Beratung.“
Er forderte eine „klare Expertengrundlage und juristische Klarheit“ - „auch angesichts der aufgewühlten gesellschaftlichen Situation“. Gerade für den Mittelstand und Selbstständige gehe es in der Corona-Krise inzwischen wirtschaftlich „ans Eingemachte“. Für sie forderte er „mehr Unterstützung, Hilfe und Sensibilität“.

Söder macht Bundesliga-Fans in Bayern und Deutschland Hoffnung auf Rückkehr in die Stadien

Bayerns Ministerpräsident Söder hat den Klubs der Fußball-Bundesliga mit Blick auf das Zuschauer-Verbot ein wenig Hoffnung gemacht. "Wir müssen sehen, wie es sich mit Omikron entwickelt", sagte der CSU-Politiker im Doppelpass bei Sport1: "Wenn die Gefahr für die Krankenhäuser nicht mit der Delta-Variante vergleichbar sein sollte, müssen wir das zugrunde legen und schauen, wie wir damit umgehen."
In Bayern sind derzeit wie in weiten Teilen Deutschlands die Fans komplett ausgeschlossen. In einigen Bundesländern gibt es Ausnahmen, dort sind wenige Hundert oder wenige Tausend Zuschauer erlaubt.
Söder nannte die unterschiedlichen Regelungen "besonders ärgerlich". Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund hatte zuletzt eine Stadion-Auslastung von zehn Prozent gefordert, da der Fußball Geisterspiele finanziell nicht mehr lange durchhalten würde.

Corona-Regel für Kitas in Bayern: Testpflicht ab 10.01.2022 auch für Kinder

In Bayern tritt am 10. Januar 2022 eine Änderung für Kindertageseinrichtungen, Heilpädagogischen Tagesstätten und Kindertagespflegestellen in Kraft. Kinder ab einem Jahr dürfen nur dorthin, wenn sie in der Einrichtung an PCR-Pooltestungen teilnehmen, ihre Eltern dreimal wöchentlich einen negativen Corona-Test des Kindes nachweisen können.

Ulm/Neu-Ulm

Mehr Corona-Tests für mehr Sicherheit an Schule und Kita in Bayern

Am Montag, den 10.01.2022 geht es für die meisten Kindertagesstätten und die Schulen nach den Ferien in Bayern wieder los. Damit geht auch das regelmäßige Testen auf das Coronavirus weiter. Das gilt jetzt auch verpflichtend für alle Kinder, egal ob geimpft oder genesen – und auch für die ganz Kleinen ab einem Jahr.
Vor allem die Eltern von Krippen- und Kindergartenkindern müssen sich umgewöhnen: Wenn sie künftig nicht dreimal in der Woche einen negativen Test ihrer Kinder nachweisen, dürfen diese die Einrichtungen nicht betreten. Die Änderungen bei den Tests in den Schulen hingegen sind minimal. Alle Infos zur neuen Corona-Regeln zur Testnachweispflicht ab 10. Januar an Schule und Kita in Bayern in der Übersicht.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte die beschlossene Verkürzung der Quarantänezeiten für Schülerinnen und Schüler. Für Schülerinnen und Schüler wird die Absonderungszeit Scholz zufolge auf fünf Tage verkürzt, wenn ein Test negativ ausfällt. „Dadurch setzen wir alle, die sich an Schulen aufhalten, einer erhöhten Infektionsgefahr aus“, sagte der stellvertretende GEW-Vorsitzende Andreas Keller den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch der Deutsche Lehrerverband äußerte Kritik an dem Beschluss. „Wenn diese Aufweichung der Quarantäneregeln dazu führt, dass mehr Infizierte unerkannt in Schulen herumlaufen, wird der Schuss nach hinten losgehen“, sagte der Vorsitzende des Verbands, Heinz-Peter Meidinger, den Funke-Zeitungen.

Aktuelle Quarantäne-Regeln in Bayern

Aktuell gilt in Deutschland grundsätzlich: Bei engem Kontakt zu einer positiv auf Corona getesteten Person soll man für zehn Tage in häusliche Quarantäne. Diese kann mit einem negativen Antigen-Schnelltest auf sieben Tage verkürzt werden, mit einem negativen PCR-Test auf fünf Tage. Die Entscheidung über die Quarantäne liegt beim zuständigen Gesundheitsamt. Zu unterscheiden ist davon die Isolierung: Wer infiziert ist, soll 14 Tage nach Symptombeginn in Isolierung - vollständig Geimpfte fünf Tage, wenn sie danach symptomfrei und negativ PCR-getestet sind.

Kontaktbeschränkungen und private Feiern: Was gilt in Bayern?

Seit dem 28. Dezember 2021 gilt in Bayern die Regel, dass sich im Rahmen privater Zusammenkünfte nur noch maximal zehn Geimpfte und Genesene privat treffen dürfen. Ist auch nur eine ungeimpfte Person dabei, gelten strengere Kontaktregeln. In diesem Fall dürfen sich Angehörige eines Haushaltes mit höchstens zwei Angehörigen eines weiteren Haushaltes treffen. Ausgenommen sind bei der Zählung Kinder unter 14 Jahren. Lebenspartner gelten als ein Haushalt, auch wenn sie nicht zusammen wohnen.
Gefahr für die Infrastruktur durch Omikron Kommt die Sieben-Tage-Quarantäne?

Berlin

Aktuelle Corona-Regeln für Gastronomie in Bayern: Sperrstunde, 2G, Personenobergrenze

Aktuell gilt sowohl in Innen- als auch in Außenbereichen der Restaurants und Cafés in Bayern die 2G-Regel. Ausschließlich Geimpfte und Genesene haben Zutritt. In der Gastronomie dürfen sich zudem auch mehr Personen treffen, solange es sich nicht um eine geschlossene Gesellschaft handelt. Kinder unter 14 sind von der 2G-Regel ausgenommen. Außerdem gilt eine Sperrstunde von 22 Uhr bis 5 Uhr.

2G-Plus in Bayern: Keine Testpflicht für Menschen mit Booster-Impfung

Die zusätzliche Testpflicht bei Corona-Zugangsregeln im Sinne von 2G+ fällt in Bayern für Menschen mit Booster-Impfung weg. Menschen, die geboostert wurden, müssen lediglich in Kliniken, sowie Alten- und Pflegeheimen einen zusätzlichen Test vorlegen. Die Voraussetzung ist, dass die Booster-Impfung mindestens zwei Wochen zurückliegt. 2G-Plus gilt für:
  • Veranstaltungen außerhalb privater Räumlichkeiten
  • Sportstätten wie Fitnessstudios und Boulderhallen
  • den Kulturbereich mit Theatern, Opern, Konzerthäusern, Bühnen, Kinos, Museen, Messen, Tagungen, Kongressen, Ausstellungen, Gedenkstätten, zoologischen und botanischen Gärten
  • Freizeiteinrichtungen wie Bädern, Thermen, Saunen, Solarien, Seilbahnen und Ausflugsschiffen, Führungen, Schauhöhlen und Besucherbergwerken, Freizeitparks, Indoorspielplätzen, Spielhallen und -banken, Wettannahmestellen und den touristischen Bahn- und Reisebusverkehr

Einkaufen in Bayern: Diese Geschäfte sind von der 2G-Regel ausgenommen

Auch im Einzelhandel in Bayern gilt die 2G-Regel. Geschäfte des täglichen Bedarfs bilden hier eine Ausnahme. Das sind:
  • Lebensmittelhandel (Supermärkte)
  • Getränkemärkte
  • Drogerien
  • Reformhäuser
  • Babyfachmärkte
  • Spielzeugläden
  • Schuhgeschäfte
  • Apotheken
  • Sanitätshäuser
  • Optiker und Hörakustiker
  • Tankstellen
  • Zeitungskioske
  • Post
  • Buchhandlungen
  • Blumenläden
  • Tier- und Futtermittelmärkte
  • Baumärkte
  • Gartenmärkte
  • Großhandel

Sport und Kultur in Bayern: Diese Regeln gelten für Veranstaltungen

Für große überregionale Sport- und Kulturveranstaltungen sowie vergleichbaren Veranstaltungen sind in Bayern aktuell keine Zuschauer zugelassen.