Wegen der Corona-Krise ist der Handel in den Innenstädten nahezu lahm gelegt. Die Menschen sitzen zuhause und bestellen vermehrt im Internet. Gerade die Angst der Verbraucher vor Corona nutzen immer mehr dubiose Onlinehändler und werben zum Beispiel mit Nahrungsmittelergänzungen und anderen Heilmitteln zur Stärkung gegen das Coronavirus.
Ein Anbieter wirbt etwa damit, das Ingwerextrakte die Vermehrung der Viren hemmt. Auf Webseiten werden „Immunpakete“ angeboten zum Preis von rund 60 Euro, mit dem Versprechen sich gegen das Coronavirus zu stärken. „Solche medizinische Versprechen sind rechtswidrig, denn Lebensmittel dürfen nicht mit heilversprechender oder medizinischer Wirkung beworben werden“, sagt Oliver Buttler, Abteilungsleiter für Telekommunikation, Internet und Verbraucherrecht, von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Während solche Onlineshops lediglich mit dubiosen Versprechen auf Kundenfang gehen und ihre Waren zu überteuerten Preisen verkaufen, gibt es auch immer mehr Betrüger die Fake-Shops betreiben. Nicht selten werden Verbraucher Opfer solcher Shopbetreiber.

Woran erkenne ich Fake-Shops?

„Die Zeiten, in denen Webseiten noch recht einfach und billig aussahen, sind vorbei. Heute gibt es professionelle Baukastensysteme im Internet, die sehr professionell wirken“, sagt Buttler. Sie sind auf den ersten Blick schwer zu erkennen. „Oft nutzen Fake-Shops Kopien von real existierender Websites, sie wirken auf den ersten Blick seriös und lassen beim Käufer selten Zweifel an ihrer Echtheit aufkommen.“
Durch professionelle Bilder, meist aus dem Internet kopiert und scheinbar günstigen Angeboten sollen die Verbraucher Vertrauen gewinnen. Vorsicht ist auch vor einer bekannten URL, die Ungereimtheiten aufweist, geboten. Oft wird eine Adresse um eine weitere Domainendung erweitert, etwa „.de“ bekommt den Zusatz „.de.ru“ oder ähnliches. Auch wenn eine Adresse nicht zum Inhalt passt, ist dies oft ein Indiz dafür, dass es sich um einen Fake-Shop handeln könnte.
Ein fehlendes Impressum ist ein ganz klarer Beweis, dass mit dem Online-Händler etwas nicht stimmen kann. Im Impressum muss es die Adresse, einen Vertretungsberechtigten und eine E-Mail-Adresse geben. Außerdem ein vorhandener Verweis auf das Handelsregister.
AGBs sind dagegen nicht so leicht zu erkennen. Meist sind sie frei erfunden oder von anderen Seiten kopiert. Ein Hinweis, dass es sich um einen unseriösen Online-Händler handelt, sind AGBs in schlechtem Deutsch, die meist aus einem Übersetzungsprogramm kommen, oder wenn sie ganz fehlen.

Falsche Gütesiegel und Zertifikate

„Gerne werden auch frei erfundene Gütesiegel benutzt, die aber nichts aussagen“, erklärt Oliver Buttler. Beliebt ist auch das Nutzen von echten Gütesiegeln ohne aber dafür zertifiziert zu sein. Wenn auf einer Webseite ein solches Gütesiegel vorhanden  ist, es sich aber nicht anklicken lässt um das Prüfzertifikat anzuzeigen, kann dies ebenfalls auf einen dubiosen Online-Händler hinweisen.

Viele positive Kundenbewertungen

Kunden sollten sich auch nicht von Kundenbewertungen blenden lassen. Wenn Produkte übermäßig positiv bewertet werden und stark von negativen Bewertungen abweichen, kann auch dies ein Hinweis auf einen Fake-Shop sein.

Vorsicht bei der Zahlungsweise

„Meist ist es so, dass Kunden bis zum Abschluss ihrer Bestellung, verschiedene Zahlungsmöglichkeiten angeboten bekommen und erst, wenn die eigentliche Bestellung abgeschlossen ist, plötzlich nur noch eine Zahlung per Vorkasse oder Überweisung möglich ist“, warnt Buttler. Wenn dem Kunden keine andere Zahlungsweise angeboten wird, etwa Kredtitkarte, sollte man auf keinen Fall bestellen.

Was kann ich als Opfer tun?

Buttler rät: wer bereits Geld überwiesen hat, soll umgehend seine Bank auffordern, die Zahlung rückgängig zu machen. Dies ist auch wenige Stunden nach einer Onlinebestellung meist noch möglich. Bei anderen Zahlungsarten wie dem Lastschriftverfahren kann die Zahlung noch bis zu acht Wochen nach Einzug rückgängig gemacht werden. Rein rechtlich handelt es sich bei dieser Vorgehensweise um Betrug und wird strafrechtlich verfolgt.