Die Corona-Situation in Österreich, einem der beliebtesten Urlaubsländer in Europa, spitzt sich in der vierten Welle wieder deutlich zu. Die Inzidenz im Land ist in den vergangenen Tagen auf landesweit 164 gestiegen, einzelne Regionen wie Wien, Salzburg oder Oberösterreich liegen bei der Inzidenz auf sieben Tage gerechnet sogar noch darüber. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat die Regeln in Österreich deshalb in der vergangenen Woche angezogen.
Das Salzburger Land ist seit dem 16.09.2021 in Österreich als Gebiet mit sehr hohem Corona-Risiko eingestuft worden. Die nationale Corona-Kommission setzte Salzburg als einziges Bundesland auf die höchste Stufe der fünfstufigen nationalen Corona-Skala. Im Rest Österreichs besteht hohes oder mittleres Risiko.
Die Mitglieder der Kommission aus Medizin und Verwaltung argumentierten, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in Salzburg mit rund 180 Infizierten besonders hoch sei, während die Impfrate und die Kontaktnachverfolgung hinterherhinkten.
Die Salzburger Behörden kündigten keine unmittelbaren Maßnahmen als Reaktion auf die Einstufung an.

Corona in Österreich: Stufenplan mit verschärften Corona-Regeln

Österreichs Regierung hat angesichts steigender Infektionszahlen vergangene Woche einen Stufenplan zur Verschärfung der Corona-Maßnahmen beschlossen. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete, orientieren sich die Maßnahmen nun an der Intensivbetten-Belegung. Verschärft werden besonders die Regeln für Ungeimpfte.
Dem Plan der Regierung zufolge müssen
  • Ungeimpfte voraussichtlich ab kommender Woche in allen Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln wieder FFP2-Masken tragen.
  • Ab einer Intensivbetten-Auslastung von zehn Prozent (Stufe eins) sollen alle Menschen auch dort wieder FFP2-Masken tragen, wo derzeit nur eine Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht ist.
  • Zudem wird die Gültigkeitsdauer von Antigen-Tests von 48 auf 24 Stunden reduziert.
Die zehnprozentige Auslastung der Intensivbetten wird in Österreich bereits in der kommenden Woche erwartet. Derzeit liegt sie bei acht Prozent. Am Mittwoch lagen in ganz Österreich 180 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen.
In einer Intensivbetten-Auslastung von 15 Prozent (Stufe zwei) soll dann in ersten Bereichen die viel debattierte 2G-Regelung greifen. Wer in die sogenannte Nachtgastronomie oder zu einer Veranstaltung mit mehr als 500 Menschen will, muss entweder geimpft oder genesen sein. Selbsttests sollen nicht mehr gelten. Ab einer Intensivbetten-Auslastung von 20 Prozent (Stufe drei) sollen in 3G-Bereichen dann nur noch PCR-Tests gelten.

Die aktuellen Corona-Zahlen in Österreich

  • Sieben-Tage-Inzidenz: 160,6
  • Neuinfektionen: 2198
  • Infektionen insgesamt: 718.091
  • Neue Todesfälle: 14
  • Todesfälle insgesamt: 10.870
  • Stand: 17.09.2021; Quelle: corona-in-zahlen.de

Schärfere Corona-Regeln in Österreich vor allem für Ungeimpfte

Ab 15. September ersetzt die FFP2-Maske wieder den Mund-Nasen-Schutz. Zudem sind Ungeimpfte verpflichtet, auch im Handel, der nicht dem täglichen Bedarf dient, also beispielsweise Mode-Geschäften, eine solche Maske zu tragen. Steigen die Zahlen an den Intensivstationen weiter, könnten weitere Verschärfungen kommen.
Grundsätzlich ist das Konzept, das von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) in einer Pressekonferenz präsentiert wurde, auf der Auslastung der Intensivstationen aufgebaut. Ab zehn Prozent gelten z.B. eben die neuen Masken-Regelungen. Dazu kommt, dass - wie in Wien schon üblich - Antigentests nur noch 24 Stunden gültig sein werden. Als Starttermin wurde am Mittwoch der 15. September angegeben. Zu diesem Zeitpunkt dürfte die 10-Prozent-Auslastung erreicht sein.

Regeln in Österreich: Abkehr von der Inzidenz hin zur Hospitalisierung – Gespräche über 1G?

Eine weitere neue Regel soll demnach, so berichtet der „Merkur“ unter Berufung auf österreichische Medien, ein neuer Richtwert sein. Demnach würde es offenbar auf eine Abkehr der bislang wichtigen Sieben-Tage-Inzidenz hinauslaufen und eine stärker Betrachtung der Hospitalisierungsinzidenz zur Folge haben. Also den Wert, der anzeigt, wie stark die Intensivstationen belegt sind. Wie das Portal weiter berichtet, soll der neue Richtwert ab einer Auslastung von 30 Prozent Alarm schlagen.
Grundsätzlich ist das Konzept, das von Kanzler Kurz und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) präsentiert wurde, auf der Auslastung der Intensivstationen aufgebaut. Ab zehn Prozent gelten beispielsweise die neuen Masken-Regelungen. Dazu kommt, dass - wie in Wien schon üblich - Antigentests nur noch 24 Stunden gültig sein werden. Als Starttermin wurde der 15. September angegeben.
Ergänzend, so berichtete der „Merkur“, sollen bei Kanzler Kurz auch Gespräche über die 1G-Regel geführt worden sein. Somit hätten im Winter nur noch Geimpfte Zutritt zu Veranstaltungen und Gastronomie.

Schärfere Regeln in Österreich: Stufenplan in der Übersicht

Ab 10 Prozent Auslastung der Intensivstationen durch Corona-Patienten könnten diese Regeln gelten:
  • Verschärfung der Kontrollen der geltenden Maßnahmen
  • Antigen-Tests nur mehr 24h gültig
  • FFP2-Maske verpflichtend wo derzeit MNS (Täglicher Bedarf, öffentliche Verkehrsmittel)
  • Empfehlung FFP2 für alle auch im Handel, für Ungeimpfte
  • verpflichtend (stichprobenartige Kontrollen durch Polizei)
  • 3G bei Veranstaltungen ab 25 Personen (bis jetzt ab 100 Personen)
Ab 15 Prozent Auslastung der Intensivstationen durch Corona-Patienten
  • Nachtgastro (und ähnliche Settings), Veranstaltungen ohne (2G) zugewiesene Sitzplätze bei mehr als 500 Personen: Geimpft/Genesen
  • Antigentests mit Selbstabnahme (Wohnzimmertests) nicht mehr für 3G gültig
Ab 20 Prozent Auslastung der Intensivstationen durch Corona-Patienten
  • Überall wo 3G nur mehr Geimpft/Genesen/PCR-Test