Nach der Infektion Dutzender Menschen einer Pfingstgemeinde in Bremerhaven mit dem Coronavirus ist nun ein weiterer größerer Ausbruch in Niedersachsen bekannt geworden.
Wie eine Stadtsprecherin mitteilte, infizierten sich bei einigen größeren privaten Feiern mehrere Menschen mit dem neuen Coronavirus. Die Betroffenen seien zum größten Teil Mitglieder verschiedener Großfamilien. Sie stammen aus Göttingen und Umgebung. „Aus Datenschutzgründen können keine weiteren Angaben zu den Betroffenen gemacht werden“, teilte die Sprecherin mit. Die Menschen hätten sich wahrscheinlich am vergangenen Wochenende angesteckt.

160 Menschen in Quarantäne

Wie die Stadt mit Stand Samstagabend mitteilte, sind bislang 35 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Eine Person sei schwer erkrankt und befinde sich in stationärer Behandlung. Alle Kontaktpersonen sollen auf das Virus getestet werden, auch wenn sie keine Symptome zeigen. 160 Menschen befinden in Quarantäne, darunter 57 Kinder und Jugendliche.
„Derzeit werden alle Kontaktpersonen ersten Grades in Stadt und Landkreis Göttingen auf das Virus getestet, um einen Überblick über die Situation zu erlangen“, erklärte die Stadtsprecherin.
Auch am Pfingstwochenende sollte getestet werden. Das Gesundheitsamt verfolge unter Hochdruck die Infektionsketten, Quarantäneverfügungen würden umgehend erstellt.
Die „Hessische Niedersächsische Allgemeine“ (HNA) berichtete, dass am Freitag eine unter Quarantäne stehende Person in Göttingen von Ordnungsamt und Polizei zum Gespräch mit einem Richter gebracht wurde, weil die Person mehrfach gegen die Quarantäneauflagen verstoßen und sich in der Innenstadt von Göttingen aufgehalten habe. Ob es hier einen Zusammenhang mit den neuen Corona-Ausbrüchen gebe, könne weder gänzlich ausgeschlossen noch bestätigt werden, hieß es dazu von der Stadt.

Infektionen in Pfingstgemeinde: Gläubige infizierten sich wohl beim Gottesdienst

Unterdessen stieg in Bremerhaven die Zahl der Infizierten aus der Pfingstgemeinde weiter an. Mit Stand 13.45 Uhr gab es mindestens 54 bestätigte Fälle, zehn mehr als am Vortag, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Aus dem benachbarten Landkreis Cuxhaven seien dazu am Samstag keine Zahlen geliefert worden. Die Gläubigen hatten sich offenbar bei Gottesdiensten infiziert. „Der Bremerhavener Krisenstab ist im Gespräch mit der Leitung der Religionsgemeinschaft mit dem Ziel der Präventionsarbeit“, hieß es.
Erst vor einer Woche war bekanntgeworden, dass sich bei der Eröffnung eines Restaurants im Kreis Leer zahlreiche Menschen imt Sars-CoV-2 infiziert hatten.