• Die Corona-Zahlen in Myanmar steigen schnell.
  • Es gibt viele Corona-Tote.
  • Myanmar gilt als Risikogebiet.
Im südostasiatischen Myanmar ist die Corona-Lage angespannt. Wegen der politischen Situation trauen sich Menschen nicht in die Krankenhäuser. Freiwillige holen die Leichen der Corona-Toten in den Häusern ab.

Corona in Myanmar: Freiwillige holen Corona-Tote ab

Wegen der rasch steigenden Zahl an Corona-Toten in Myanmar gehen Freiwillige dort von Haus zu Haus und holen die Leichname ab. "Wir betreiben unseren Dienst ohne Pause", sagte Helferin Than Than Soe der Nachrichtenagentur AFP in Yangon. Jeden Tag sammle ihr Team zwischen 30 und 40 Leichen ein. "Ich denke, anderen Teams wird es ähnlich gehen wie uns."

Corona-Zahlen in Myanmar: Inzidenz und Neuinfektionen hoch

Die Corona-Fallzahlen in dem südostasiatischen Land steigen landesweit an. Die Behörden meldeten am Wochenende fast 5500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, Anfang Mai waren es nur rund 50 neue Fälle pro Tag gewesen. Beobachter schätzen die tatsächliche Infektionsrate deutlich höher ein. So sehen die Zahlen aktuell nach Daten der Johns Hopkins Universität aus (Stand 19.07.):
  • 7-Tage-Inzidenz: 68,6
  • Neuinfektionen: 5285
  • Todesfälle: 5000
  • Neue Todesfälle: 231
  • Infektionen (insgesamt): 229.521
  • Einwohner: 54.409.794

Myanmar gilt als Risikogebiet

Seit Sonntag 18.07. gilt die Republik als Risikogebiet. Das RKI stufte außerdem zahlreiche weitere Länder hoch. Die Liste der Risikogebiete gibt`s hier

Corona Myanmar: Krankenhäuser wegen Putsch leer

Wegen eines seit Monaten andauernden Streiks aus Protest gegen den Putsch der Militärjunta im Februar sind die Krankenhäuser wie leergefegt. Viele Patienten meiden die vom Militär betriebenen Krankenhäuser aus Wut über die Machthaber und Furcht, mit der Junta in Verbindung gebracht zu werden.
Die Bürger in Myanmar protestieren gegen die Regierung.
Die Bürger in Myanmar protestieren gegen die Regierung.
© Foto: Uncredited/DPA

Proteste gegen Militär in Myanmar (Birma) - Pflegepersonal festgenommen

Zahlreiche Mitarbeiter des Gesundheitswesens wurden im Zuge der Proteste festgenommen, darunter führende Beamte wie der Leiter der Impfkampagne. Hunderte weitere gingen in den Untergrund, um einer Festnahme zu entgehen. Freiwillige versorgen Covid-19-Erkrankte deshalb mit Sauerstoff und bringen die Leichname zur Einäscherung.
Die Junta hatte kürzlich "Schwierigkeiten" im Umgang mit der Pandemie eingeräumt und Ärzte und Krankenpfleger aufgerufen, freiwillig bei der Pandemie-Bekämpfung mitzuarbeiten. Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Myanmar hatte gewarnt, das Land drohe zum "Super-Spreader-Staat" zu werden.

Myanmar: Zahlen, Daten, Fakten

  • Myanmar oder mit vollem Namen Republik der Union Myanmar war früher unter dem Namen Burma oder Birma bekannt.
  • Myanmar liegt in Südostasien und grenzt an Thailand, Laos und China.
  • Am 1. Februar 2021 putschte das Militär - Das Land steht aber faktisch seit 1962 unter Militärherrschaft.
  • Das Land hat eine Fläche von 676.578 Quadratkilometern.
  • Etwa 54 Millionen Menschen leben in Myanmar.