Egal ob gekauft oder selbst genäht: Im Zuge der Corona-Pandemie gilt ab Montag, 27. April 2020, in Deutschland eine Maskenpflicht. Das bedeutet: Im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und Supermärkten müssen die Menschen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Sind Schutzmasken beim Autofahren erlaubt?

In §23 der Straßenverkehrsordnung steht: Wer ein Kraftfahrzeug führt, darf sein Gesicht nicht so verhüllen oder verdecken, dass er nicht mehr erkennbar ist. Macht sich also strafbar, wer sich mit Mundschutz hinters Steuer setzt?
Nein, heißt es aus dem Innenministerium in Stuttgart. Denn „das Tragen einer Maske oder Mund-Nasen-Bedeckung führt nicht grundsätzlich dazu, dass eine Identifikation eines Kraftfahrzeugführers ausgeschlossen ist“. Derzeit überwiege sicherlich die Notwendigkeit des Gesundheitsschutzes, die auch für Verkehrsteilnehmer elementar sei. Sofern die Maske sich nur auf Mund und Nase beschränke, aber die Augenpartie sowie der Rest des Gesichtes erkennbar bleibe, falle dies nicht unter das Verhüllungsverbot. Konkret heißt das: Wer sich zusätzlich zum Mund-Nasen-Schutz nicht auch noch mit Sonnenbrille und Hut „tarnt“, läuft keine Gefahr.

Gesichtzüge müssen erkennbar bleiben

„Es geht darum, dass die ausschlaggebenden Gesichtszüge im Wesentlichen weiterhin auszumachen sind“, erklärt die Rechtsanwältin Daniela Mielchen. Diese Regel gilt generell für Kopfbedeckungen, Kostüme, Gesichtsschmuck, Brillen oder auch eine Gesichtsbemalung.
„Ansonsten droht ein Bußgeld von 60 Euro“, sagt Mielchen mit Verweis auf die Straßenverkehrsordnung (StVO).
So erklärt es auch die Pressestelle der Polizei in Ulm auf Anfrage. Grundsätzlich gelte: Der Autofahrer muss erkennbar bleiben. Wobei grundsätzlich die Frage zu stellen sei, warum man in einem privaten Auto ein Maske tragen müsse. Wer übrigens glaubt, getarnt mit Corona-Maske vor Geschwindigkeitsüberwachungen gefeit zu sein, irrt. Denn lässt sich ein Verkehrsteilnehmer im Nachhinein etwa auf einem Blitzerfoto nicht identifizieren, kann die Straßenverkehrsbehörde für Fahrzeughalter das Führen eines Fahrtenbuches anordnen, erklärt die Ulmer Polizei.

Selbstgenähte Masken sind oft zu groß

Allerdings verdecken die im Handel erhältlichen Atemschutzmasken laut Mielchen nicht das gesamte Gesicht beziehungsweise zumindest nicht den größten Teil davon. Damit sollte die Regelung erfüllt sein. „Bei selbst hergestellten Masken ist hingegen Vorsicht geboten, soweit der Großteil des Gesichts verdeckt ist und dadurch keine Identifizierung mehr möglich ist“, sagt Rechtsanwältin Mielchen. Als problematisches Extrembeispiel nennt sie etwa eine Gasmaske.

Die Sicht der Fahrer darf nicht gestört sein

Aber nicht nur die Erkennbarkeit des Maskenträgers ist wichtig. Ein Mundschutz darf auch nicht die Sicht der Fahrenden stören. Für Brillenträger kann das wichtig sein: Durch den Mund- und Nasenschutz beschlagen die Brillengläser schon mal. „Sollte dies der Fall sein, muss die Maske sofort abgesetzt werden, da andernfalls eine Sichtbeeinträchtigung droht“, so die Rechtsanwältin.
Was für die Fahrer gilt, ist allerdings für die anderen Insassen im Auto egal. Sie dürfen unterwegs jederzeit eine Maske tragen - unabhängig von der Beschaffenheit und der Größe.