• NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich vor dem Corona-Gipfel dafür ausgesprochen, Corona-Tests ab Anfang Oktober kostenpflichtig zu machen.
  • Für Menschen, die nicht geimpft werden könnten, müsse es aber weiter kostenlose Tests geben.
  • Um eine vierte Corona-Welle zu brechen, müssten die Tests ausgeweitet werden, sagte der Kanzlerkandidat der Union.
  • Wer geimpft ist, werde von der Testpflicht ausgenommen
In Deutschland ist aktuell etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft. Doch laut Experten ist das immer noch zu wenig, um das Virus zu bekämpfen. Deshalb will die Politik den Druck auf Ungeimpfte erhöhen. So sollen etwa die kostenlosen Corona-Schnelltests wegfallen. Bisher gingen die Tests auf kosten der Steuerzahler.

Ende der kostenlosen Corona-Tests?

Vor dem Bund-Ländertreffen mit Kanzlerin Angela Merkel haben sich neben Laschet noch weitere Länderchefs für ein Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests ausgesprochen. Dabei geht es ebenfalls auch um die Diskussion, mögliche neue Corona-Einschränkungen vor allem auf ungeimpfte Menschen zu beschränken. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sagte dem Berliner "Tagesspiegel", er halte es ausdrücklich für richtig, dass Ungeimpfte ab dem Herbst ihre Tests selbst bezahlen müssen. "Bis dahin hatte jeder die Möglichkeit, sich kostenfrei impfen zu lassen", so der SPD-Politiker.

Getestete und Geimpfte nicht gleich behandeln

In der Corona-Pandemie sollten Getestete und Geimpfte nach Ansicht von SPD-Fraktionschef Andreas Stoch nicht länger in allen gesellschaftlichen Bereichen gleich behandelt werden.“Es ist bei Geimpften deutlich weniger wahrscheinlich als bei Ungeimpften, dass sich das Virus überträgt“, sagte Stoch der Deutschen Presse-Agentur. Stoch sprach sich zudem für ein Ende des Gratisangebots an Corona-Schnelltests aus. Er halte es für nachvollziehbar, wenn Tests etwas kosteten für Menschen, die sich bewusst nicht impfen lassen wollten. „Ein Test ist so teuer wie eine Impfung“, sagte Stoch.“Es ist nicht einzusehen, warum die Allgemeinheit und vor allem diejenigen, die durch die Impfung ihren Beitrag zur sogenannten Herdenimmunität leisten, warum diese Leute den Geldbeutel aufmachen sollen für viele, die sich bewusst nicht impfen lassen“.

Winfried Kretschmann für kostenpflichtige Schnelltests

Auch der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), ist für kostenpflichtige Tests. Der Präsident des baden-württembergischen Gemeindetags, Steffen Jäger, sieht das ähnlich: „Ab einem gewissen Zeitpunkt erscheint es richtig, das kostenlose Testen einzuschränken“, sagte er. „Personen, die sich bewusst gegen ein Impfangebot entscheiden, können sich nicht auf Dauer auf die Solidarität des Steuerzahlers verlassen.“

Nur noch Geimpfte und Genesene ins Stadion lassen

Ein Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums sieht Mitte Oktober als Termin vor. Dabei geht es nur um jene Menschen, für die es eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission gibt - also nach derzeitigem Stand keine Kinder - und bei denen keine medizinischen Gründe dagegen sprechen. Die Debatte hatte nicht zuletzt der Fußball-Bundesligist 1. FC Köln angestoßen. Er möchte ab Ende August nur noch geimpfte oder genesene Zuschauer in sein Stadion lassen.