Die Corona-Zahlen sind im Herbst stark gestiegen, zu Beginn des Winters sind sie noch immer hoch und mit der sich rasch ausbreitenden Omikron-Variante droht ein erneuter Anstieg. Die Inzidenzen liegen bei Kindern und Jugendlichen jedoch besonders hoch. Bei den neu beschlossenen bundesweiten Maßnahmen liegt der Fokus vor allem auf Ungeimpften – wozu auch die meisten Kinder gehören. Jetzt wurde auch der erste Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren in Europa zugelassen – in den Bundesländern haben die Kinderimpfungen vor allem für Kinder mit Vorerkrankungen und Kontakt zu vulnerablen Gruppen begonnen.
  • Welche Corona-Maßnahmen gelten für Kinder? Sind sie bundeseinheitlich?
  • Wann und wie oft müssen sich Kinder testen lassen?
  • Reicht ein Schnelltest oder brauchen Kinder einen PCR-Test?


Corona-Tests für Kinder: Schnelltest oder PCR-Test?

Seit Mitte November sind Corona-Tests auch wieder für alle kostenfrei. Somit können sich alle Menschen, die wollen, kostenlos auf das Virus testen lassen. Für Kinder hat das aber immer gegolten – hier gibt es also keine Änderung.
In allen Bundesländern müssen Kinder sowieso regelmäßige Schnelltests machen, um zur Schule zu gehen. Es gibt leichte Abweichungen zwischen den Ländern: In einigen müssen Kinder zwei Tests, in anderen drei pro Woche machen. In Berlin müssen sich Schülerinnen und Schüler nach den Weihnachtsferien zunächst täglich testen lassen. Fast überall entfällt die Testpflicht für Kinder dann, wenn sie geimpft oder genesen sind.
Bei den Tests handelt es sich in der Regel um Schnelltests – für manche Grundschulkinder gibt es aber auch die sogenannten Lolli-Tests. Dabei lutschen Kinder 30 Sekunden lang an einem Abstrichtupfer, der später wie ein PCR-Test ausgewertet wird.

Gilt die 2G-Regel auch für Kinder? Wann brauchen sie einen negativen Test?

In allen Bundesländern sind Kinder unter sechs Jahren generell von der Testpflicht befreit. Sie gelten quasi automatisch als negativ getestet. Für Kinder ab dem 6. Geburtstag, die noch keine Impfung bekommen haben, muss in den meisten Bundesländern bei Anwendung der 3G-Regel auch kein gesonderter Test her. Denn: Schulpflichtige Kinder werden in ihren Einrichtungen regelmäßig getestet. Als Nachweis reicht also der Schülerausweis.
In Sachen 2G kann es Unterschiede geben, aber eigentlich gilt: Kinder sind von 2G ausgenommen. Zwischen den Bundesländern gibt es lediglich im Alter Abweichungen. In manchen Ländern, wie z.B. in Sachsen, sind Kinder bis zum sechsten Lebensjahr von 2G ausgenommen. Zwischen sechs und zwölf Jahren ist der Zugang zu 2G-Orten dann nur mit Test möglich. In anderen Ländern, wie in Brandenburg, sind alle Kinder unter zwölf von 2G ausgeschlossen.
In Berlin wollte die Landesregierung im September ein 2G-Modell ohne Ausnahmen einführen – das hätte bedeutet, dass Kinder keinen Zutritt zu 2G-Lokalen gehabt hätten. Nach scharfer Kritik ist das aber nicht umgesetzt worden.

Müssen sich Kinder testen lassen, wenn 2Gplus gilt?

Wegen der immer weiter steigenden Corona-Zahlen wird das 2G-Modell in vielen Bereichen auf ein 2G-Plus-Modell ausgeweitet. Das bedeutet: Auch Geimpfte und Genesene müssen sich testen lassen. Das gilt beispielsweise zum Teil in Fußballstadien.
Dort, wo 2G-Plus gilt, müssen schulpflichtige Kinder nachweisen, dass sie in der Schule getestet werden. Kinder, die bereits eine Impfung bekommen haben, werden gleich wie Erwachsene behandelt: Es muss also ein Test her.

Corona Regeln Deutschland: Sind Kinder von der Maskenpflicht befreit?

Auch hier gibt es regionale Unterschiede. Aber meistens sind Kinder unter sechs Jahren vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes befreit. Seit der Ministerpräsidentenkonferenz vom 2. Dezember wurde beschlossen, dass bundesweit alle Schülerinnen und Schüler wieder Masken tragen müssen. In den einzelnen Ländern kann es Abweichungen in der Umsetzung geben. Grundsätzlich ist aber überall in Deutschland die Maskenpflicht an der Schule jetzt wieder in Kraft. Kinder über sechs Jahren müssen genauso wie Erwachsene zum Beispiel im ÖPNV oder im Einzelhandel eine Maske tragen.
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin weist darauf hin, dass FFP2-Masken für Kinder unter zwölf Jahren nicht geeignet sind. Sie decken den Mund-Nasen-Raum in der Regel nicht richtig ab und schützen somit nicht vor einer Verbreitung des Corona-Virus. Es gibt zwar Masken, die als FFP2-Masken für Kinder verkauft werden – diese werden aber von Experten nicht empfohlen. Stattdessen sollten Kinder eine OP-Maske tragen. In den Ländern, in denen eine FFP2-Maskenpflicht in bestimmten Bereichen gilt, sind Kinder unter zwölf ausgenommen. Sie müssen eine OP-Maske tragen.

Corona-Impfungen für Kinder: Wann werden jüngere Kinder geimpft?

Seit August gibt es für Kinder über zwölf Jahren eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Seitdem sind in der Altersgruppe 12- bis 17-Jährige 52,7 Prozent vollständig geimpft (Stand: 4. Januar). Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im November grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder ab fünf Jahren gegeben. Es ist der erste Corona-Impfstoff, der in der EU für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen ist. Die Kinder sollen von dem Impfstoff nur ein Drittel der Erwachsenen-Dosis erhalten und zwei Dosen im Abstand von drei Wochen. Bis Anfang Januar waren 8,2 Prozent der Fünf- bis Elfjährigen mindestens einmal geimpft.