Der österreichische Wintersportort Ischgl wurde im März 2020 zu einem Epizentrum der Verbreitung des Coronavirus in ganz Europa. Zahlreiche Menschen steckten sich beim Après-Ski mit Covid-19 an und schleppten das Virus anschließend nach Hause in ihre Heimatländer.
Im Winter 2021 sollen sich diese dramatischen Ereignisse nicht noch einmal wiederholen. Am 25. November startet Ischgl in die diesjährige Wintersaison. Nachdem aus Sicherheitsgründen die Saison im vergangenen Jahr ausgefallen war, sollen in der Wintersaison 2021/22 umfangreiche Anti-Corona-Maßnahmen Touristinnen und Touristen vor Covid-19 schützen.

Anti-Corona-Maßnahmen in Ischgl, Österreich: Garantie für sicheren Ski- und Winterurlaub?

„Ziel ist und bleibt es, eine der sichersten Destinationen im Alpenraum für unsere Gäste zu sein“, sagte Alexander von der Thannen vom Tourismusverband Paznaun-Ischgl. Er kündigt bereits folgende Maßnahmen an:
  • Seilbahnkabinen würden mit Kaltvernebelungsgeräten desinfiziert.
  • Auch Skibusse, Sportshops, Skidepots, WC-Anlagen, Aufzugskabinen und Erste-Hilfe-Stationen würden mit dieser Methode desinfiziert werden.
  • Kamerasysteme sollen die Wartezeiten an den Kassen und Liften mittels Dichtemessungen und Mobilitätsanalysen optimieren.

Winterurlaub in Ischgl, Österreich: Gilt die 3G-Regel?

Die offiziellen Regeln der Behörden für die kommende Winterurlaubssaison sind noch nicht bekannt. Absehbar ist jedoch, dass für den Skibetrieb die 3G-Regel gilt. Das heißt, nur Getestete, Geimpfte und Genesene dürfen auf die Piste. In geschlossenen Bereichen und in den Seilbahnkabinen wird es voraussichtlich eine FFP2-Maskenpflicht geben.

Corona in Ischgl: Erkrankte und Angehörige klagen am Landgericht Wien

Die Ereignisse in Ischgl im März 2020 hatten für viele Menschen dramatische Folgen. Deswegen haben sich viele Betroffene dazu entschlossen, eine gerichtliche Aufarbeitung darüber einzuleiten. Am Wiener Landgericht sind rund 25 Klagen von erkrankten Ischgl-Besucherinnen und -Besuchern und ihren Familien eingegangen. Der Vorwurf an Politik und Behörden: Sie hätten keine ausreichenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus in dem Ski- und Partyort in Tirol eingeleitet. In fünf Klagefällen fanden erste Verhandlungen statt.

Corona-Abreisechaos aus Ischgl am 13. März 2020: Gericht lehnt Beweissicherung ab

Laut einer Pressemeldung des Verbraucherschutzvereins mit Firmensitz in Wien hat das Bezirksgericht Innere Stadt Wien einen Antrag auf Beweissicherung durch Vernehmung der Zeugen Sebastian Kurz, Rudolf Anschober, Karl Nehammer und Günther Platter zu den chaotischen Ereignissen in Ischgl am 13. März 2020 abgelehnt. Das heißt, dass die genannten Personen nicht zu den Ereignissen am 13. März 2020 befragt werden. Peter Kolba, Obmann des Verbraucherschutzvereins, ist empört: „Das grenzt an Rechtsverweigerung, dass man die Aufarbeitung der Missstände in Tirol im Dunkel des Vergessens unmöglich machen will“, sagt er. Der Frage, ob Tirol oder Wien an dem Abreisechaos, das dazu führte, dass tausende infizierte Urlauberinnen und Urlauber das Coronavirus auf ganz Europa verteilten, Schuld ist, müsse laut Verbraucherschutzverein durch eine Vernehmung von Kurz, Anschober, Nehammer und Platter auf den Grund gegangen werden. Der Verbraucherschutzverein pocht darauf, dass jetzt eine Beweisaufnahme stattfindet: „Wenn man in Rechnung stellt, dass etwa Kurz im Ibiza-U-Ausschuss sich in 29 Fällen an Ereignisse nicht mehr erinnern konnte, dann wird klar, wie wichtig eine rasche Beweisaufnahme wäre“, sagt Kolba.