Die gerichtliche Aufarbeitung der Corona-Infektionen im österreichischen Skiort Ischgl geht am Donnerstag in die zweite Runde. Ein Mann aus Baden-Württemberg, der dort im März 2020 Urlaub machte und kurz darauf lebensbedrohlich an Covid-19 erkrankte, verklagt den Staat Österreich auf rund 76 000 Euro Schadenersatz. Der Prozess findet am Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen statt.
Dort sind bereits mehr als ein dutzend solcher Klagen im Zusammenhang mit Ischgl eingereicht worden. Erkrankte Ischgl-Besucher und ihre Familien werfen Politikern und Behörden vor, keine ausreichenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus in dem Tiroler Ski- und Partyort getroffen zu haben. Die Rechtsvertreter des Staates bestreiten die Vorwürfe.
Ein erster Prozess fand Mitte September statt. Dabei klagten Angehörige eines verstorbenen Österreichers. Ihr Anwalt sprach von rund 11 000 Corona-Fälle in verschiedenen Ländern, die auf Ischgl-Heimkehrer zurückzuführen seien. Ein Urteil steht noch aus. Auch im zweiten Prozess am Donnerstag wird nicht mit einer sofortigen Entscheidung der Richterin gerechnet.