Vielen geht es zu langsam bei den Corona-Impfungen in Deutschland. Während Israel fast die Hälfte seiner Bevölkerung schon geimpft hat, liegt die Impfquote in Deutschland am Donnerstag 25.2. bei 4,4 Prozent der Bevölkerung. Doch mit der Ankunft von mehr Impfstoffen rechnen die Bundesländer bis Anfang April mit einem deutlichen Fortschritt bei den Impfungen. In mehreren Ländern könnten die Impfkapazitäten bis dahin verdoppelt werden, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht.

Corona-Test für zu Hause: Spahn weist Kritik an Tempo bei Zulassung der Schnelltests zurück

Unterdessen wies Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Kritik am Tempo der Zulassung von Corona-Selbsttests in Deutschland zurück. Die ersten drei solchen Tests sollen nach erfolgter Freigabe in den nächsten Tagen in Apotheken und Drogeriemärkten frei zu kaufen sein.

Lockerungen der Corona-Regeln: Merkel will Strategie für Öffnung mit Corona-Tests

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) koppelt mögliche Lockerungen der Corona-Maßnahmen an die Schnelltests. „Eine intelligente Öffnungsstrategie ist mit umfassenden Schnelltests, gleichsam als Freitesten, untrennbar verbunden“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag). „Wie lange es dann dauert, bis ein solches System installiert ist, kann ich auf den Tag genau noch nicht sagen. Es wird aber im März sein.“ Zuvor berät sie am 3. März noch mit den Landesregierungschefs auch über diese Frage.

Mehr Corona-Impfungen im April: Verdopplung bei verabreichten Dosen

Wegen Verzögerungen sowohl bei den Impfungen als auch bei der Zulassung von Tests gab es zuletzt zunehmend Kritik am deutschen Kurs. Die Länder hoffen nun auf einen schnellen Ausbau der Kapazitäten. In Bayern zum Beispiel soll sie von 46.000 Impfungen pro Tag bis April auf 111.000 steigen. In Baden-Württemberg könnten bis zu 60.000 Impfungen erfolgen. Derzeit sind es 14.000 bis 19.000. Zuwächse bis hin zu einer Verdopplung oder gar Vervielfachung der Möglichkeiten sind nach Länderangaben auch in diesen Ländern möglich:
  • Bremen
  • Brandenburg
  • Rheinland-Pfalz
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen
Das ist der Stand bei den Erst- und Zweitimpfungen am Donnerstag 25.02. in Deutschland.
Das ist der Stand bei den Erst- und Zweitimpfungen am Donnerstag 25.02. in Deutschland.
© Foto: Screenshot Impfdashboard

Ursache für langes Tempo bei Corona-Impfungen

Als Hauptursache für die aktuelle Lage nennen die Länder einen Mangel an Impfstoffen, an Personal fehlt es indes nach ihren Angaben nicht. Mit größeren Impfstoffmengen können die Länder bis Anfang April rechnen. Insgesamt könnten nach Zahlen der Hersteller Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca bis dann knapp 19 Millionen Impfdosen ausgeliefert werden.

Corona-Impfung beim Hausarzt?

Ob in Kürze auch in Hausarztpraxen flächendeckend geimpft werden kann, ist noch unklar. Einige Länder arbeiten an Pilotprojekten. Ärztepräsident Klaus Reinhardt mahnte in der „Rheinischen Post“ (Donnerstag): „Das Ziel eines Impfangebots für alle Bürgerinnen und Bürger bis Ende September lässt sich nur dann erreichen, wenn wir möglichst bald mit Massenimpfungen in den Arztpraxen beginnen.“

Aktuelle Corona-Zahlen des RKI

Das Robert Koch-Institut meldet täglich die aktuellen Fallzahlen. Die Zahlen von Donnerstag 25.2. (Stand 0:00 Uhr) im Detail:
  • Neuinfektionen 11.869
  • 1662 mehr als vor einer Woche
  • 7-Tage-Inzidenz: 61,7

Vordrängeln bei Corona-Impfung kostet bald bis zu 25.000 Euro Bußgeld

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßte Pläne der Koalition, dass Vordrängler bei Corona-Impfungen bis zu 25.000 Euro Strafe zahlen sollen. Es gehe nicht um eine Bagatelle, wenn Vakzine damit noch knapper werden, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. „Es darf nicht unbestraft bleiben, das Leben von alten, kranken und pflegebedürftigen Menschen zu gefährden.“ In den vergangenen Wochen hatten sich unter anderem mehrere Bürgermeister und Landräte impfen lassen, obwohl sie noch nicht an der Reihe waren.