In der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus will das Tübinger Biopharmaunternehmen CureVac in den nächsten Tagen die Zulassung für klinische Studien beim zuständigen Paul-Ehrlich-Institut beantragen. Das teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Die klinische Phase-1-Studie mit gesunden Freiwilligen soll im Juni beginnen und einige Wochen dauern.

Impfstoffe gegen Corona: CureVac arbeitet an Wirkstoff gegen Sars-CoV-2

CureVac ist eine von vielen Firmen und Forschungseinrichtungen weltweit, die derzeit an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Sars-CoV-2 arbeiten. Das Tübinger Unternehmen hat nach eigenen Angaben bereits große Mengen seines besten Impfstoffkandidaten hergestellt und kann mit seiner Anlage mehrere Hundert Millionen Impfstoffdosen pro Jahr produzieren. 

Impfstoff gegen das Coronavirus: Curevac-Erfolge bei Tierversuchen

Auf der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 hatte Curevac vor knapp zwei Wochen einen ersten Erfolg vermeldet. In präklinischen Studien – das bedeutet an Tieren – habe ein Impfstoffkandidat vielversprechende Ergebnisse im Kampf gegen das Coronavirus gezeigt. Es habe eine ausgewogene Immunantwort gegeben, das Virus scheint also erfolgreich bekämpft zu werden. Zudem sei nur eine geringe Dosis des Impfstoffes notwendig gewesen, meldet das Unternehmen. Man habe bereits damit begonnen, große Wirkstoffmengen des Impfstoffkandidaten herzustellen.

Curevac und Co.: Bundesregierung will deutsche Forschungs- und Medizinunternehmen schützen

Die Bundesregierung hatte vergangene Woche unterdessen angekündigt, Unternehmen, die Arzneimittel und Impfstoffe „Made in Germany“ herstellen, besser vor Übernahmen ausländischer Investoren schützen zu wollen. Dazu werde die Außenwirtschaftsverordnung verschärft. Damit kann die Regierung bei geplanten Übernahmen von Firmen im Gesundheitssektor früher und genauer hinschauen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte am Mittwoch in Berlin: „Die aktuelle Corona-Krise zeigt, wie wichtig medizinisches Know-how und eigene Produktionskapazitäten in Deutschland und Europa in Krisensituationen sein können.“
Deutsche Sicherheitsinteressen im Gesundheitssektor sollten umfassender geschützt werden. Die vom Kabinett beschlossene Änderung der Außenwirtschaftsverordnung sieht vor: Künftig greift eine Meldepflicht, wenn Unternehmen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union Anteile von mehr als 10 Prozent an deutschen Firmen erwerben wollen, die Impfstoffe, Arzneimittel oder persönliche Corona-Schutzausrüstung entwickeln oder herstellen. Dies gilt auch für Firmen, die Schutzausrüstung wie Mund-Nase-Masken fertigen oder etwa Beatmungsgeräte.

Altmaier warnt in Corona-Krise vor „Ausverkauf“ deutscher Wirtschaftsinteressen

Altmaier hatte in der Corona-Krise bereits vor einem „Ausverkauf“ deutscher Wirtschaftsinteressen gewarnt - sowie vor einer zu großen Abhängigkeit von Lieferanten aus dem Ausland bei der Versorgung etwa mit Arzneien oder Schutzausrüstung. Die Bundesregierung hatte daher auch angesichts von Lieferproblemen mit Anreizen für Firmen die heimische Produktion etwa von Schutzmasken gestärkt.