• Trotzdem wurde das Land schnell wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft
  • Seit 23.05.2021 gilt UK als Virusvariantengebiet mit Reisewarnung des Auswärtigen Amts
  • UK hatte erst im Mai zahlreiche Lockerungen umgesetzt - Auch für Urlaub und Reisen
  • Welche Corona-Regeln gelten aktuell im Vereinten Königreich Großbritannien?

Neue RKI-Liste: Großbritannien als Corona-Virusvariantengebiet eingestuft

Seit Pfingstsonntag, 23.05.2021, gibt es eine neue RKI-Liste der Corona Risikogebiete. Jetzt werden unter anderen Finnland, Rumänien und die Slowakei nicht mehr als Risikogebiet eingestuft. Auch für Großbritannien gibt es eine neue Corona-Risiko-Kategorie. Das Land gilt jetzt als Virusvariantengebiet.
Nach der Ausweisung als internationale Corona-Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI gab es zuletzt Mitte Mai neue Länder auf der RKI-Liste. Vor Reisen in das Vereinte Königreich Großbritannien riet das Auswärtige Amt zuvor nur noch ab - die davor ausgesprochene Reisewarnung wurde zurückgenommen und das Land nicht mehr als Risikogebiet eingestuft. Kurz darauf galt UK inklusive Nordirland, der Isle of Man sowie aller Kanalinseln und britischer Überseegebiete wieder als Corona-Risikogebiet. Und das trotz einer Inzidenz von unter 50. Derweil setzt die englische Regierung seit dem 17.05.2021 auf ein Ampelsystem zur Regelung der Einreise. Nun gilt Großbritannien sogar als Virusvariantengebiet.

Strenge Regeln für Einreise von Großbritannien nach Deutschland

Mit der Einstufung als Corona-Virusvariantengebiet wird die Einreise aus Großbritannien nach Deutschland drastisch beschränkt. Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen dürfen ab Sonntag, 23.05.2021 nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen nach Deutschland befördern. Zudem gilt für Einreisende eine zweiwöchige Quarantänepflicht, die auch nicht durch negative Tests verkürzt werden kann.

„Einreise-Stopp“ für Reisende aus UK - Deutschland vor Corona-Virusvarianten schützen

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte: „Wenn wir die Infektionszahlen weiter drücken wollen, müssen wir verhindern, dass ansteckende Virusvarianten diese positive Entwicklung gefährden. Dieser Schritt ist hart für Großbritannien, aber er ist notwendig, um die schnelle Ausbreitung der indischen Variante in Deutschland zu verhindern. Erst wenn mehr Menschen geimpft sind, sind wir gegen solche Gefahr gewappnet.“

Neue RKI-Liste der Corona-Risikogebiete - Diese Länder sind herabgestuft

Wegen stark sinkender Infektionszahlen wird die generelle Quarantänepflicht von 5 bis 10 Tagen für folgende Länder aufgehoben:
  • Slowenien
Die drei EU-Länder werden ebenso wie Oman, die Mongolei und Andorra vom Hochinzidenzgebiet zum normalen Corona-Risikogebiet heruntergestuft. Ganz von der Liste der Risikogebiete gestrichen werden die Slowakei, Finnland, Rumänien, San Marino und Jamaika sowie einzelne Regionen in Spanien und Irland.

UK laut RKI-Liste erstes neues Corona Virusvariantengebiet in Europa

Großbritannien ist das erste Land in Europa seit einiger Zeit, das wieder zum Virusvariantengebiet wird. In diese höchste Risikokategorie fallen derzeit nur elf Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika.
Die indische Virusvariante B.1.617.2 gilt als besonders ansteckend und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Infektionszahlen in Indien in den letzten Monaten explodiert sind. In Großbritannien sind - Stand 19. Mai - mehr als 3400 Fälle der Variante bestätigt worden. Schwerpunkte sind vor allem die Städte Blackburn und Bolton in Mittelengland sowie ein Westlondoner Bezirk. Es gebe allerdings auch in anderen Gegenden einzelne „Cluster“, teilte die Gesundheitsbehörde Public Health England mit.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegen zur indischen Variante noch keine ausreichenden Daten vor. Vermutet werde eine deutlich höhere Übertragbarkeit und wahrscheinlich ein leicht reduzierter Impfschutz, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich mit Blick auf Großbritannien besorgt. Es solle vermieden werden, dass sich die Variante in Deutschland verbreite, sagte er bereits vor der Einstufung als Virusvariantengebiet.

Aktuelle Corona-Lage in Großbritannien - Vom Vorbild zum Schlusslicht

Großbritannien galt zwischenzeitlich als Erfolgsmodell, was die Bekämpfung der Corona-Pandemie angeht. Ein harter Lockdown und ein hohes Impftempo hatten die Infektionszahlen so weit gedrückt, dass die Bundesregierung das Land vorübergehend ganz von der Liste der Corona-Risikogebiete nahm. In der vergangenen Woche wurde es wegen der indischen Virusvariante aber wieder in die niedrigste Risikokategorie eingestuft. Ab Sonntag (23.05.) gilt für das Vereinigte Königreich wieder die höchste Risikostufe.

So will UK die Virusvariante aus Indien in den Griff bekommen

Die britische Regierung zeigt sich bisher zuversichtlich, die Ausbreitung in den Griff zu bekommen. In den betroffenen Gebieten wurden die Testkapazitäten deutlich erhöht. Zudem dürfen sich dort alle über 18-Jährigen impfen lassen, mobile Impfzentren sind im Einsatz. Landesweit sind eigentlich erst Menschen ab 34 Jahren berechtigt, eine Dosis zu erhalten.

Corona-Impfung wohl auch gegen Virusvariante aus Indien wirksam

In Bolton und Blackburn wurde zuletzt ein leichter Anstieg von Corona-Patienten in Kliniken gemeldet. Gesundheitsminister Matt Hancock betonte jedoch, der Großteil sei noch nicht gegen Corona geimpft gewesen, obwohl die Betroffenen berechtigt gewesen seien. Die Corona-Impfungen schützten also auch gegen die Coronavirus-Mutation aus Indien, zeigten sich Regierungsvertreter überzeugt.
Für scharfe Kritik an Premierminister Boris Johnson sorgte, dass die Regierung Indien erst nach Wochen zum Risikogebiet erklärt und auf eine „rote Liste“ für Reisen gesetzt hatte. Wer aus solchen „roten“ Ländern zurückkehrt, muss direkt nach Ankunft auf eigene Kosten für zehn Tage in ein Hotel zur Quarantäne einchecken. Johnson habe einen für Ende April in Indien geplanten, aber letztlich doch noch abgesagten Besuch, bei dem er über ein Freihandelsabkommen sprechen wollte, nicht riskieren wollen. Deshalb sei das südasiatische Land erst Wochen nach seinen Nachbarstaaten Bangladesch und Pakistan auf die „rote Liste“ gesetzt worden.

Direktflüge von Indien nach Großbritannien - Verbot für andere „rote“ Staaten

Medien berichteten, dass trotz der Einstufung noch täglich mehrere Direktflüge aus Indien in Großbritannien landen. Aus anderen „roten“ Staaten wie Brasilien oder Südafrika sind Direktflüge verboten. Die Regierung verteidigte sich, es handele sich bei den Einreisenden nur um Briten und Iren oder Menschen mit Wohnsitz in Großbritannien. Bei Direkteinreisen sei die Überwachung der Hotel-Quarantäne sicherer.
Allerdings wiesen Medien darauf hin, dass Reisende aus Indien stundenlang und ohne Abstand im Flughafen neben Ankommenden aus anderen, sichereren Ländern an der Passkontrolle warteten.
Neben Großbritannien stuft die Bundesregierung nur drei Länder in Lateinamerika und in der Karibik auf der Corona-Risikoliste wieder hoch: Surinam und Trinidad und Tobago werden wegen steigender Infektionszahlen Hochinzidenzgebiete und St. Lucia wird zum Risikogebiet erklärt.