• Markus Söder und Michael Kretschmer wollen sich vor dem Corona-Gipfel einen Plan zur Eindämmung des Virus beschließen.
Am Montag, 01.03., haben die beiden Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Michael Kretschmer (CDU) einen Zehn-Punkte-Plan für das gemeinsame Vorgehen gegen die Pandemie beschlossen. Demnach soll die Impfkampagne in Tschechien unterstützt werden. 15.000 Dosen Impfstoff werde Deutschland an das Nachbarland liefern. So sollen Grenzschließungen vermieden werden. Kretschmer: „Eine Grenzschließung ist absolut wirkungslos.“ Lockerungen sollten aber vorsichtig vorgenommen werden: „Jeder Öffnungsschritt muss mit Schnelltests abgesichert werden“, sagte Kretschmer. Er erwartet keine große Lockerungen nach dem Corona-Gipfel. „Es kann nur um kleine Schritte gehen.“
„Tschechische Pendler sind für die Wirtschaft wichtig“, sagte Söder. Auf dem Corona-Gipfel sollen „Zeitachsen für Handel und Gastronomie“ festgelegt werden. Die Schulen müssten dabei in gleichem Maße berücksichtigt werden. "Wir müssen die richtige Balance finden zwischen Vorsicht und Öffnen."

Die Maßnahmen des Zehn-Punkte Plans von Söder und Kretschmer:

  • In Hotspots sollen kostenlose Corona-Tests angeboten werden
  • In die betroffenen Landkreise wird mehr Impfstoff geliefert
  • Impfangebote für mehr Menschen in Hotspots, teilweise für alle über 18 Jahre
  • Öffnungen nur mit Schnelltests
  • Grenzkontrollen, aber keine Grenzschließungen
  • mehr Sequenzierungen, um Mutationen zu entdecken
  • Söder: Ziel ist es, den Astrazeneca-Impfstoff für alle anzubieten. Auch Hausärzte und Schulärzte sollen in den Hotspots impfen dürfen.
An der Grenze zwischen Sachsen und Tschechien finden Kontrollen statt.
An der Grenze zwischen Sachsen und Tschechien finden Kontrollen statt.
© Foto: Jan Woitasdpa
Bayern und Tschechien fordern aus Berlin und Brüssel Sonderhilfen für Corona-Hotspots. „Wir wünschen vom Bund und von der EU zusätzliche Impfstofflieferungen“, sagte Markus Söder am Montag in München. Dies sei wichtig, damit perspektivisch durch sinkende Inzidenzen Öffnungen wieder vertretbar würden. Bayern werde seine Hotspots ebenfalls „bewusst stärken“ und mehr Impfstoff in die Landkreise in den Grenzregionen geben.Mit den jetzigen Werkzeugen könne die Corona-Situation in den Grenzregionen nicht gelöst werden, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Hier brauche es ein besonderes Impfregime für die Hotspots. Er schlug für die betroffenen Regionen etwa Impfangebote für alle Erwachsenen über 18 Jahren vor. Das sei eine Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Laut Zehn-Punkte-Plan soll es in Sachsen und Bayern ein einheitliches Lagebild zu Mutationen mit dem „Virusvarianten-Monitoring“ geben. Es schließe den Austausch aller Untersuchungsergebnisse sowie das regelmäßige Lagebild an der deutsch-tschechischen Grenze mit ein. Tschechien soll beim Aufbau von Teststationen unterstützt werden. Die beiden Bundesländer wollen laut der Vereinbarung zudem Betrieben und Kommunen beim Angebot flächendeckender Schnelltests helfen.
In Hotspots soll der Kontrolldruck durch alle Behörden noch einmal erhöht werden. Zudem wollen beide Länder in ihren Krankenhäusern tschechische Covid-19-Patienten aufnehmen. Tschechien hat derzeit die höchste Infektionsrate in Europa.
Bayern und Sachsen sind durch ihre Grenzen zu Tschechien derzeit besonders herausgefordert: Landkreise in Grenznähe zählen seit einiger Zeit zu den auffälligsten Corona-Hotspots in Deutschland. Deshalb laufen inzwischen auch verschärfte Kontrollen an den Grenzen zum Nachbarland Tschechien.

Lockerungen oder Verlängerung des Lockdowns: Was beim Corona-Gipfel am Mittwoch diskutiert wird

Vor dem Corona-Gipfel am 3.3. ist die Hoffnung auf Lockerungen groß. Diskutiert werden vor allem folgende Bereiche:
  • Schule
  • Handel und Geschäfte
  • Kosmetikstudios und Nagelstudios