• Immer mehr Politiker verlangen ein Ende der harten Corona-Regeln Mitte Februar, andere warnen. Auch ein Stufenplan für Lockerungen wird immer wieder gefordert.
Den menschlichen Haaren ist es egal, wenn sie wegen des Corona-Lockdowns nicht geschnitten werden können. Genau deswegen warten aber viele darauf, dass die Friseure wieder aufmachen dürfen. Ob das bald wieder erlaubt wird – darüber könnte beim nächsten Corona-Gipfel am 10.02.2021 entschieden werden. Auch zur Öffnung von Nagelstudios könnte es einen Beschluss geben.
Bereits am 5.2. hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer gefordert, die Friseure wieder öffnen zu lassen. „Ich bin in der aktuellen Situation ganz klar für eine Verlängerung der Corona-Schutzmaßnahmen“, sagte der CSU-Politiker dem „Spiegel“. Auch vor dem Hintergrund, dass sich „regelrecht ein Schwarzmarkt“ entwickelt habe. Immer mehr Menschen würden sich auf anderen Wegen und ohne Hygienekonzepte die Haare schneiden lassen. Das sei viel gefährlicher, als Friseurläden mit einem strengen Hygiene-Konzept öffnen zu lassen.

Öffnen Friseure bereits ab 1. März?

Wie die Bild-Zeitung erfahren haben soll ist das Datum 1. März für die Lockerungen des Lockdowns schon wieder vom Tisch. Laut einem aktuellen Papier wird nun über den 14. März gesprochen.

Eine große Ausnahme soll es bei den Friseuren geben

Nach BILD-Informationen wollen Merkel, Vize-Kanzler Olaf Scholz (SPD), Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Öffnung der Friseurbetriebe ab dem 1. März.

Friseur-Verband fordert Öffnung mit Hygienekonzept

„Für die Inhaber der 80 000 Salons ist die wirtschaftliche Situation zum Teil dramatisch“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller, der Deutschen Presse-Agentur vor den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch, 10. Februar. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer forderte einen klar nachvollziehbaren und epidemiologisch vertretbaren Öffnungsplan. Es gehe um das schiere Überleben sehr vieler Betriebe.
„Vor allem unter dem Gesichtspunkt der Pandemiebekämpfung ist die Schwarzarbeit in unserem Handwerk zwischenzeitlich zu einem wohl echten Problem geworden“, sagte Müller. Der Zentralverband betone deshalb mit Nachdruck, dass Friseurdienstleistungen nur in professionellen Salons sicher sein könnten. Die Friseursalons mussten Mitte Dezember schließen. Die Stimmung sei überaus angespannt, so Müller. „Die 240 000 Friseure hoffen natürlich auf den Re-Start des Friseurhandwerks zum 15. Februar.“
Handwerkspräsident Wollseifer sagte der dpa: „Damit Betriebe planen können und eine Perspektive erhalten, sollte endlich ein bundesweites Ampel-System für Corona-Entscheidungen nach regionaler Inzidenz in Kraft treten.“ Ein Öffnungsplan müsse eindeutige Voraussetzungen festlegen, unter denen Betriebe wieder arbeiten könnten. „Wir fordern die schnellstmögliche Öffnung besonders der direkt von Schließungen betroffenen Handwerksbetriebe, die mit ausgeklügelten Hygienekonzepten ihrer epidemiologischen Verantwortung in jedem Fall Rechnung tragen.“
Auch viele Internetnutzer beschäftigt, wann sie wieder zum Friseur gehen können. Viele fragen sich, ob Friseurinnen Hausbesuche machen dürfen. Wollen sie nicht warten, schauen sie nach, wie sie sich selbst eine schicke Frisur schneiden können.

Das sind die Themen des Corona-Gipfels am Mittwoch, 10.02.2021

Auf dem nächsten Corona-Gipfel werden unter anderem folgende Themen besprochen:
  • Schule: Wann dürfen Grundschulen und Kitas wieder öffnen?
  • Corona-Regeln: Werden die Beschränkungen gelockert?
  • Körpernahe Dienstleistungen: Wann dürfen Friseurläden und Fitnessstudios wieder öffnen?
  • Handel: Wie sieht es für Geschäfte aus? Müssen sie weiter geschlossen bleiben?

Mutationen des Corona-Virus gefährden Lockdown-Lockerungen

Einem Ende des Lockdowns zum 14.2.2021 sowie Öffnungen oder Lockerungen der strengen Corona-Regeln - auch bei Friseuren - stehen die Mutationen des Coronavirus im Weg. Die Mutanten aus England (B117) und aus Südafrika (B1351) sind gefährlich, weil sie sich rasend schnell ausbreiten, und weil der Astrazeneca-Impfstoff bei der Südafrika-Mutation schlechter wirkt. Dadurch könnten die Mutationen die Fallzahlen und die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland nach den zuletzt positiven Trends wieder stark steigen lassen.