• In Frankreich sind die Corona-Zahlen angestiegen, die 7-Tage-Inzidenz liegt bei über 180
  • Einzelne Regionen in Frankreich wurden zu Risikogebieten erklärt, die Delta-Variante breitet sich aus.
  • Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Bareiß, verteidigt die teilweise Hochstufung gegen Kritik
  • Frankreich führt für bestimmte Gruppen eine Pflicht zur Corona-Impfung ein und verschärft die Regeln – auch für Touristen.
  • Was gilt für Urlauber bei Einreise und Rückreise, bei Corona-Tests und Impfungen?
Die meisten Menschen denken bei Frankreich vermutlich gleich an die Klassiker: Baguette, Croissants, Wein und Kaffee. Es gibt auf der einen Seite aber auch das aufregende und verträumte Paris, auf der anderen Seite verwinkelte und überwucherte Ferienhäuser an der Côte d’Azur mit traumhaften Stränden vor der Tür. Nicht zu vergessen sind die schicken Geschäfte, Cafés und Restaurants in Nizza, Cannes oder St. Tropez. Doch Frankreich hat momentan hart mit dem Coronavirus zu kämpfen.

Frankreich verschärft Corona-Regeln

Das französische Parlament hat nach langen Debatten in der Nacht zum Montag eine Verschärfung der Corona-Regeln gebilligt. Damit wird eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen eingeführt. Zudem wird die Nachweispflicht über einen negativen Coronatest, eine Impfung oder Genesung ausgeweitet. Premierminister Jean Castex begrüßte die neuen Regelungen.

Demonstrationen gegen Impfpflicht

Die Änderungen sind umstritten. Am Samstag waren nach Angaben des Innenministeriums landesweit mehr als 160.000 Menschen dagegen auf die Straße gegangen. Am Rande von Demonstrationen gegen Impfpass und Impfpflicht kam es zu Ausschreitungen. Es gab zahlreiche Festnahmen.
Von August an wird nun ein “pass sanitaire“ - also ein Nachweis über einen negativen Coronatest, eine Impfung oder Genesung - auch für Fernzüge, Bars oder Restaurants nötig sein. Frankreich kämpft derzeit gegen eine vierte Corona-Welle. Von den etwa 67 Millionen Einwohnern haben etwa 40 Millionen zumindest eine Impfung.

Teile von Frankreich sind Risikogebiet ab Sonntag

Die Inzidenz in Frankreich ist gestiegen. Die französischen Regionen Provence-Alpes-Côte d'Azur, Okzitanien und Korsika sowie das Überseegebiet Martinique wurden nun Risikogebiete erklärt. Das hat das RKI am Freitagnachmittag bekanntgegeben. Wegen der hohen Corona-Zahlen gelten strengere Corona-Regeln – auch für Touristen, die 2021 Urlaub in Frankreich machen wollen. Hier ein Überblick.

Monaco als Risikogebiet eingestuft

Der winzige Stadtstaat Monaco, der direkt an Frankreich grenzt, ist von der deutschen Bundesregierung ebenfalls als Corona-Risikogebiet eingestuft worden. Die Einstufung wird von Sonntag, 25. Juli, an wirksam.

Einreise und Rückreise – Regeln für Test, Impfung, Quarantäne

Für Urlauber ergeben sich durch die Einstufung von Teilen Frankreichs als Risikogebiet keine praktischen Folgen, sofern sie mit dem Flugzeug unterwegs sind. Dann müssen sie vor dem Abflug ohnehin ein negatives Testergebnis, einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen und bei Einreise in Deutschland dann auch nicht in Quarantäne. Hier die aktuelle Liste zu den neuen Risikogebieten:

Corona-Regeln in Frankreich werden verschärft: Testpflicht für Touristen

Für Ungeimpfte hat die französische Regierung deutliche Einschränkungen beschlossen: Seit dem 21. Juli braucht man in Frankreich beim Besuch von Kultur- und Freizeiteinrichtungen einen negativen Corona-Test (nicht älter als 48 Stunden) – oder einen Impf- oder Genesungsnachweis. Das gilt ab August auch für Einkaufszentren, Restaurants, Bars und Cafés sowie Fernzüge. Das wird teuer: Corona-Tests sind in Frankreich für Touristen kostenpflichtig.
Für Reisende aus Deutschland und anderen Ländern reicht zur Einreise ein aktueller Schnelltest. Auch mit einem Impfnachweis können Menschen einreisen. Ausländische Touristen müssen im Land für Tests zahlen - für einen PCR-Test werden 49 Euro fällig, für einen Antigen-Schnelltest 29 Euro. Wer aus Frankreich auf dem Landweg zurück nach Deutschland reist, muss keine Einreisebeschränkungen beachten. Bei Flugreisen muss ein negativer Test, ein Impf- oder Genesungsnachweis vorgezeigt werden.

Urlaub in Frankreich: Inzidenz und Corona-Zahlen aktuell

Wie ist die aktuelle Corona-Lage in Frankreich, wie hoch die Infektions- und Fallzahlen? Die neuesten Daten zu Inzidenzwert, Neuinfektionen und Co. nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (Stand: 26.07.2021) auf einen Blick:
  • 7-Tage-Inzidenz: 187,2
  • Neuinfektionen: 15.242
  • Infizierte seit Beginn der Pandemie: 6.056.388
  • Todesfälle: 111.806
  • Impfquote (Erstimpfungen): 57,79 Prozent
  • Impfquote (vollständig): 44,07 Prozent

Droht Frankreich eine vierte Corona-Welle?

Frankreich kämpft momentan gegen eine vierte Corona-Welle. Die Infektionszahlen steigen seit Ende Juni deutlich an. Im Kino, Theater oder Museum ist seit Mittwoch ein negativer Corona-Test oder ein Impf- oder Genesungsnachweis notwendig. Das gilt, sobald mehr als 50 Menschen zusammenkommen. Ab August soll ein Nachweis auch etwa für Restaurants, Fernzüge und Einkaufszentren nötig werden. Minderjährige sind von der Regelung zunächst ausgenommen.

Gesundheitspass in Frankreich: Sightseeing, Kultur und Veranstaltungen

Sobald sich in Frankreich mehr als 50 Personen an einem Ort zusammenfinden, wird kontrolliert, ob man geimpft, genesen oder getestet ist. Veranstalter sollen den sogenannten Gesundheitspass kontrollieren, den die Regierung jetzt eingeführt hat. Der digitale Pass ähnelt dem EU-Impfzertifikat. Ein QR-Code wird beim Einlass gescannt und überprüft den Status. Es gilt die 3G-Regel: Hinein dürfen nur Covid-Geimpfte, negativ Getestete oder von Corona Genesene. Das gilt auch für alle Kinos, Theater, Konzerte, Museen oder den Eiffelturm – und betrifft auch Touristen, die Urlaub in Frankreich machen. Für Besuche in Diskotheken ist der Nachweis bereits seit zwei Wochen Pflicht.

Gastronomie, Einzelhandel und Co.: Die Corona-Regeln vor Ort in Frankreich

  • Gastronomie: Restaurants und Cafés sind geöffnet. Die Auslastung der Lokale ist aber auf 50 Prozent begrenzt und pro Tisch sind maximal sechs Personen erlaubt.
  • Einzelhandel: Geschäfte sind geöffnet.
  • Ausgangssperre: Nächtliche Ausgangssperre gibt es nicht mehr, im Freien gilt keine allgemeine Maskenpflicht.
  • Maskenpflicht: Alle Personen über elf Jahren müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln und geschlossenen Räumen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Maskenpflicht gilt auch im Freien, wenn viele Menschen zusammen kommen.
  • Kultureinrichtungen: Museen, Theater und Schwimmbäder sind wieder für Besucher (geimpft, genesen, getestet) unter Einhaltung der Hygieneauflagen geöffnet.
  • Unterkünfte: Hotels, Campingplätze und Pensionen dürfen Urlauber empfangen.
  • Veranstaltungen: Mit maximal 5000 Personen sind Festivals, Konzerte und Co. erlaubt. Besucher müssen allerdings einen Gesundheitsnachweis (Impfung, Genesung, Negativ-Test) vorlegen.
  • Clubs: Nachtclubs sind unter Auflagen geöffnet.

Urlaub auf Korsika 2021: Einreise, Test und Erklärung

Die französische Insel Korsika ist ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen. Hier gelten aber besondere Einreisebestimmungen: Wer auf Korsika Urlaub machen will, muss entweder vollständig geimpft sein oder ein negatives PCR- oder Antigentest-Ergebnis vorlegen können. Außerdem muss ein Einreiseformular ausgefüllt werden. Hier alle Infos zum Urlaub auf Korsika 2021 im Überblick:

Corona Frankreich: Frankreichs Parlament beschließt strengere Corona-Regeln

Das französische Parlament hat nach langen Debatten in der Nacht zum Montag eine Verschärfung der Corona-Regeln gebilligt. Damit wird eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen eingeführt. Zudem wird die Nachweispflicht über einen negativen Coronatest, eine Impfung oder Genesung ausgeweitet. Premierminister Jean Castex begrüßte die neuen Regelungen.
Die Änderungen sind umstritten. Am Samstag waren nach Angaben des Innenministeriums landesweit mehr als 160.000 Menschen dagegen auf die Straße gegangen. Am Rande von Demonstrationen gegen Impfpass und Impfpflicht kam es zu Ausschreitungen. Es gab zahlreiche Festnahmen.

Tourismusbeauftragter Bareiß verteidigt Hochstufung auf Risikogebiets-Liste

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), hat die Einstufung Spaniens und der Niederlande als Hochinzidenzgebiete verteidigt. „Das macht Reisen sicher und - soweit es in einer Pandemie geht - auch planbar“, sagte Bareiß der „Bild“-Zeitung (Samstag). Zwar sei es „bedauerlich“, dass die Inzidenzen in Spanien und den Niederlanden so stark gestiegen seien. Aber die Einstufung in die verschiedenen Risikogebiete erfolge nach „transparenten Regelungen“. Die Einreisebestimmungen müssten zudem mit den Entwicklungen in der Pandemie immer wieder neu bewertet werden.
Die Einstufungen Spaniens und der Niederlande wegen hoher Infektionszahlen gelten ab Dienstag. Die Entscheidung der Bundesregierung vom Freitag bedeutet zwar kein Reiseverbot. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss aber nach der Rückkehr nach Deutschland mindestens fünf Tage in Quarantäne. Einige Reiseveranstalter berichteten bereits von einer wachsenden Verunsicherung der Kunden und Stornoanfragen.
Bareiß hob hervor, dass Geimpfte keine nennenswerten Einschränkungen beim Reisen hätten. „Das ist auch richtig“, sagte der CDU-Politiker. Impfungen müssten bei Urlaubsreisen, Messen oder Konzertveranstaltungen „den Unterschied ausmachen“. Die neue Einstufung Spaniens sei vor allem ein „Signal für die zukünftige Urlaubsplanung“.

Corona und Urlaub: So sind die Regeln in diesen Ländern

In vielen europäischen Ländern ändern sich gerade die Corona-Regeln für Urlaub und Einreise. Was wo gilt: