• In England und Großbritannien breitet sich eine indische Variante des Coronavirus aus
  • Es gibt lokale Ausbrüche etwa in Hotspots wie Bolton
  • Die Corona-Zahlen und die Inzidenz sind aktuell niedrig
  • Dennoch stuft das Auswärtige Amt GB aufgrund der Indien-Mutation wieder als Risikogebiet ein
  • Was müssen Urlauber für Reisen und Regeln wissen?
Die indische Variante des Coronavirus hat sich in England rapide ausgebreitet, vor allem hat es immer wieder lokale Ausbrüche in Großbritannien der Corona-Mutation aus Indien gegeben. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat die Öffnungspläne der Regierung in London trotz dieser lokalen Ausbrüche der indischen Variante im Land verteidigt. Sollte sich die höhere Übertragbarkeit der Mutante als gering herausstellen, werde es so gut wie keine Auswirkungen auf den Lockerungsfahrplan des Landes geben, sagte Hancock am Sonntag dem Nachrichtensender Sky News. „Wir wissen es einfach nicht, deswegen ist es angemessen, den Fahrplan weiter zu verfolgen, aber die Menschen müssen wachsam und vorsichtig sein“, sagte der konservative Politiker weiter.

Corona in England: Weitere Öffnungsschritte und Lockerungen am Montag

Von Montag an sollen im größten britischen Landesteil England wieder Treffen von bis zu sechs Personen in Privathaushalten möglich sein. Auch die Innengastronomie, Theater, Kinos und Museen dürfen wieder Gäste empfangen. Und das obwohl lokal begrenzt ein starker Anstieg an Infektionen durch die indische Virus-Variante B.1.617.2 verzeichnet wurde. Die Bundesregierung hatte das Land deswegen am Freitag wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft. Insgesamt hat Großbritannien aber derzeit mit einer landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von rund 24 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche vergleichsweise nur wenige Fälle.

Ist die indische Corona-Variante 50 Prozent ansteckender als B.1.1.7.?

Die indische Variante ist nach Ansicht britischer Experten womöglich um bis zu 50 Prozent ansteckender als die bislang in dem Land vorherrschende Virus-Variante B.1.1.7. Sollte sich das bewahrheiten, könnte der Fahrplan für weitere Öffnungsschritte ins Stocken geraten, warnte Premierminister Boris Johnson am Freitag. Eigentlich wollte Johnson am 21. Juni alle Corona-Maßnahmen in dem Land aufheben. Ob das nun tatsächlich geschehen soll, will die Regierung am 14. Juni entscheiden.
In besonders stark betroffenen Gebieten wie dem nordwestenglischen Bolton und dem Londoner Bezirk Hackney sollen Massentests helfen, die Ausbreitung einzudämmen. Zudem soll der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung für über 50-Jährige landesweit von zwölf auf acht Wochen verkürzt werden.

Corona-Zahlen in Großbritannien: Inzidenz und Neuinfektionen im Vereinigten Königreich

Der Website corona-in-zahlen.de zufolge, die Daten unter anderem von Johns-Hopkins-University und RKI versammelt, sehen die Corona-Zahlen in Großbritannien (Stand: 17.05.2021) wie folgt aus:
  • 7-Tage-Inzidenz: 23,6
  • Neuinfektionen binnen 24 Stunden: 1926
  • Infektionen insgesamt: 4.466.589
  • Neue Todesfälle: 4
  • Todesfälle insgesamt: 127.941
  • Impfquote (Erstimpfung): 53,87 Prozent
  • Impfquote (vollständig): 29,61 Prozent

Urlaub in England oder Nordirland? Auswärtiges Amt stuft Großbritannien wieder als Risikogebiet ein

Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Britischen Überseegebiete Bermuda und Anguilla wird weiterhin vom Auswärtigen Amt gewarnt. Mit Wirkung vom 16. Mai 2021 gilt dies auch wieder für das übrige Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland, die britischen Überseegebiete einschließlich Gibraltar, die Isle of Man und die Kanalinseln.
UK und Nordirland sind von Corona weiterhin betroffen. Es kommt derzeit wieder zu lokalen Ausbrüchen, darunter auch Fälle ansteckenderer Varianten. Das Vereinigte Königreich Großbritannien ist daher ab 16.05.2021 wieder als Risikogebiet eingestuft.

Einreise und Rückreise: Diese Corona-Regeln gelten für England

Reisen aus touristischen Gründen nach Großbritannien und Nordirland sollen bis 16. Mai 2021 unterbleiben. Ausreisen aus Großbritannien aus touristischen Gründen sind bis mindestens 16. Mai 2021 ausdrücklich untersagt, wie das Auswärtige Amt (AA) auf seiner Homepage mitteilt.
Im Vereinigten Königreich gilt ein Einreiseverbot aus Travel Ban Countries bzw. Ländern mit Virus-Mutationen. Dieses Einreiseverbot gilt auch für Reisende, die sich 10 Tage vor der Einreise in das Vereinigte Königreich in einem dieser Länder aufgehalten haben und auch für Transitreisende, die durch diese Länder gereist sind. Ausnahmen gelten lediglich für britische Staatsangehörige, irische Staatsangehörige und Drittstaatsangehörige mit Wohnsitz oder Aufenthaltsrecht im Vereinigten Königreich.
Internationale Reisen aus England sind zunächst bis zum 16. Mai 2021 nur mit triftigem Grund erlaubt.

Corona-Test für Reisen von und nach England

Bei allen Einreisen nach England aus allen Ländern mit Ausnahme Schottlands, Nordirlands, Irlands, Isle of Man, Jersey und Guernsey muss ein negativer COVID-19-Test vorgelegt werden, der bei Einreise nicht älter als drei Tage sein darf. Anerkannt werden PCR-Tests, RT-Lamp-Tests sowie Antigentests