• Trotz einer Meldepause an Ostern sind die Corona-Fallzahlen in Deutschland auf einen hohen Niveau
  • Ein kurzer harter Brücken-Lockdown wurde ins Gespräch gebracht, Kanzlerin Merkel denkt offenbar sogar über eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes nach
  • Wie haben sich die Corona-Fallzahlen am Donnerstag, 08.04., entwickelt?
Die dritte Corona-Welle rollt durch Deutschland. Ein Ende des Lockdowns scheint in weiter Ferne: Die Fallzahlen steigen seit mehreren Wochen wieder deutlich an. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) forderte deshalb einen „Brücken-Lockdown“ und schlug vor, dass die geplanten Bund-Länder Gespräche am 12.04. vorgezogen werden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) strebt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einem Bericht zufolge derweil eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes an. Ziel sei es, die Corona-Maßnahmen bundesweit zu vereinheitlichen.

Video Spahn will harten Lockdown - Gespräche zu Sputnik V geplant

Wo kommt es zu Ansteckungen? Das ist die Grafik des RKI

Aufgrund der aktuellen Lage in Deutschland fragen sich viele, wo die Infektionsgefahr am größten ist. Das Robert-Koch Institut (RKI) hat eine Grafik zu den Ansteckungsquellen in Deutschland veröffentlicht. In farbigen Balken werden alle Ausbrüche mit mehr als zwei Fällen dargestellt. Folgendes Bild zeichnet sich ab:
  • Der Großteil der Corona-Infektionen geht auf Privathaushalte zurück
  • Am Arbeitsplatz nehmen Ausbrüche seit Jahresbeginn zu
  • Auch Kindergarten und Horte sind Infektionsorte
  • In Pflegeheimen und Krankenhäusern sinkt der Anteil der Ausbrüche seit Jahresbeginn kontinuierlich und deutlich
  • In Krankenhäusern gingen die Infektionen seit Jahresanfang zurück
  • Der Anteil von größeren Ausbrüchen (ab 5 Fällen) hat seit Jahresbeginn deutlich abgenommen.
Darstellung der gemeldeten COVID-19 Fälle nach Infektionsumfeld (Setting) und Meldewoche, die vom jeweiligen Gesundheitsamt einem Ausbruch zugeordnet wurden. Abgebildet werden alle Fälle aus Ausbrüchen mit 2 oder mehr Fällen. Die möglichen Settings sind als Kategorien in der Abfrage vorgegeben. Die Erfassung von COVID-19 Fällen in Ausbrüchen erfolgt mit einer gewissen Verzögerung. Daher sind insbesondere die Angaben zur Anzahl in der letzten Kalenderwoche noch unvollständig. In der eingefügten Grafik sind alle Fälle dargestellt, in hellgrau zusätzlich die Fälle, die nicht einem Ausbruch zugeordnet wurden. (Datenstand 06.04.2021, 0:00 Uhr).
Darstellung der gemeldeten COVID-19 Fälle nach Infektionsumfeld (Setting) und Meldewoche, die vom jeweiligen Gesundheitsamt einem Ausbruch zugeordnet wurden. Abgebildet werden alle Fälle aus Ausbrüchen mit 2 oder mehr Fällen. Die möglichen Settings sind als Kategorien in der Abfrage vorgegeben. Die Erfassung von COVID-19 Fällen in Ausbrüchen erfolgt mit einer gewissen Verzögerung. Daher sind insbesondere die Angaben zur Anzahl in der letzten Kalenderwoche noch unvollständig. In der eingefügten Grafik sind alle Fälle dargestellt, in hellgrau zusätzlich die Fälle, die nicht einem Ausbruch zugeordnet wurden. (Datenstand 06.04.2021, 0:00 Uhr).
© Foto: Robert-Koch Institut

Gesundheitsämter können nur kleinen Teil der Fälle zuordnen

In der Abbildung sind alle Covid-19 Fälle dargestellt, die Ausbruchsgeschehen zugeordnet wurden, erklärt das RKI: „Insgesamt sind die Angaben zum Infektionsumfeld von Ausbrüchen mit Zurückhaltung zu interpretieren. Trotz der Vielzahl der Auswahlmöglichkeiten werden nicht alle Infektionsumfelder abgedeckt, in denen es zu Ausbrüchen kommt.“
In der Erklärung heißt es weiter: „In einigen Ausbrüchen spielen ggf. auch mehrere Infektionsumfelder eine Rolle und es lässt sich nicht immer abgrenzen, wo genau die Übertragung stattgefunden hat. Bei hohem Arbeitsaufkommen haben die Gesundheitsämter zudem nicht immer die Kapazität, detaillierte Informationen zu Ausbrüchen zu erheben und zu übermitteln.“
Nur ein kleiner Teil der insgesamt gemeldeten COVID-19 Fälle könne einem Ausbruch zugeordnet werden, damit fehlten für eine Vielzahl der Fälle Informationen zur Infektionsquelle. Clustersituationen in anonymen Menschengruppen (z.B. ÖPNV, Kino, Theater) seien viel schwerer für das Gesundheitsamt erfassbar als in nicht-anonymen Menschengruppen (Privathaushalte, Familienfeiern, Schulklassen, etc.). Die vorliegenden Daten können demnach nur einen kleinen Ausschnitt der tatsächlichen Übertragungen abbilden, heißt es seitens des RKI.