Gute Nachricht in der Corona-Krise für alle 27 Millionen in Vereinen organisierten Freiluft-Sportler: Im Breitensport und Freizeitsport an der frischen Luft kann es endlich wieder losgehen. Die Bundesregierung hat in Abstimmung mit den Bundesländern das pauschale Verbot von Sport in Zeiten der Coronakrise gelockert. Kanzlerin Angela Merkel sagte bei der Pressekonferenz am Mittwochnachmittag, dass die Länder "ihre Konzepte und jeweiligen Schritte zur weiteren Öffnung beraten" müssten. Es sei angesichts vieler Einzelregelungen aber auch eine regionale „Notbremse“ für den Fall steigender Infektionszahlen vorgesehen.

Lockerungen beim Freizeitsport und Breitensport unter Bedingungen

Wie es bereits in der Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Runde von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten hieß, werden der Sport- und Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel unter Bedingungen wieder erlaubt, entsprechend dem Beschluss der Sportminister der Länder vom 28. April.
Nach Wochen des Stillstands durch die Corona-Pandemie darf also sportartenspezifisch nach bestimmten, coronabedingten Regeln trainiert werden.

Das sind die Regeln für die Wiederaufnahme des Breitensports

Als Bedingungen für die Wiederaufnahme des Sportbetriebs im Breitensport unter anderem genannt:
  • Ein ausreichend großer Abstand der Sportler von 1,5 bis 2 Metern
  • Hygienemaßnahmen und Desinfektionsmaßnahmen vor allem bei gemeinsam genutzten Sportgeräten.
  • So dürfen im Golf und Tennis nur eigene Bälle benutzt werden oder Kanuten und Ruderer zunächst nur im Einer trainieren.
  • Umkleideräume und Clubhäuser müssen geschlossen bleiben.
  • Die kontaktfreie Ausübung der Sportart
  • Deshalb darf im Karate und Ringen noch nicht auf der Matte gegeneinander gekämpft und in Mannschaftssportarten wie Basketball oder Handball zunächst nur individuell trainiert werden.
  • Erst schrittweise soll danach in Kleinstgruppen geübt werden und erst am Ende der Corona-Krise wieder Training und Spiele in voller Teamstärke möglich sein.
Zu den bald wieder erlaubten Sportarten gehören offenbar unter anderem:
  • Tennis
  • Golf
  • Reiten
  • Segeln
  • Leichtathletik
  • Rudern
Für die jeweiligen Sportarten und Disziplinen haben zudem die Spitzenverbände des Deutschen olympischen Sportbundes (DOSB) Konzepte mit Übergangsregeln für ihre Sportarten entwickelt, die dem noch besseren Schutz vor Coronavirus-Infizierungen dienen sollen.

Erlaubnis für Breitensport in Baden-Württemberg und Bayern

Für Bayern hatte CSU-Ministerpräsident Markus Söder schon am Dienstag angekündigt, dass ab Montag, 11. Mai, Einzelsportarten wie Tennis, Golf und Reiten oder Segeln ausgeübt werden dürfen.
Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte am Dienstag weitere Lockerungen der Corona-Regeln beim Sport in Aussicht gestellt. Man habe den Lenkungskreis der Landesregierung beauftragt, ab kommender Woche wieder „kontaktlosen Outdoorsport“ zu erlauben. Damit sei Sport im Freien gemeint, bei dem die Abstandsregeln unproblematisch eingehalten werden könnten - etwa wie Golf, Leichtathletik und Tennis. Gerade Sport im Freien sei gut und stärke das Immunsystem, so Kretschmann.

Ulm

Die Notbremse: Bei steigenden Zahlen regionale Rücknahme der Lockerungen

Angela Merkel betonte bei der Pressekonferenz am Mittwoch, dass es derzeit viele regionale Einzelregelungen zu Lockerungen gebe. Man sei sich aber mit allen Ländern einig, dass wenn die Zahlen in einer Region erneut steigen sollten, die Lockerungen wieder zurückgenommen würden. Das heißt: Wenn es irgendwo wieder mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gebe, werde man dort gezielt die Regelungen verschärfen, aber nicht in ganz Deutschland. Bayerns Ministerpräsident nannte diesen Mechanismus eine „Notbremse“.

Sportbund: Rückkehr zur Normalität für 90.000 Vereine

"Das ist eine bewegende Nachricht für Sportdeutschland", sagte Präsident Alfons Hörman vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB): "Das bewegt 27 Millionen Mitglieder und 90.000 Vereine nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Nach Wochen der verordneten Bewegungslosigkeit beginnt nun die schrittweise Rückkehr zur 'neuen Normalität'."

Tennis: WTB sagt Verbandsrunde 2020 ab

Der Wermutstropfen in der Freude über die Lockerungen beim Tennis: Tausende Tennisspieler, die sich seit Wochen fragen, ob die Verbandsrunde Sommer 2020 stattfindet oder wegen der Corona-Pandemie ausfällt, haben seit 18. Mai Gewissheit. Der Württembergische Tennisbund (WTB) hat entschieden: Die Verbandsrunde 2020 ist abgesagt. Dafür ist als Ersatz eine freiwillige Wettspielrunde der gemeldeten Mannschaften geplant.