Die Corona-Lage in Berlin wird immer kritischer: Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus steigt schnell an, die Kurve zeigt steil nach oben. Am Mittwoch, 14.10.2020 haben bereits acht Berliner Bezirke in der Hauptstadt den bundesweit geltenden Grenzwert für Neuinfektionen. überschritten. Das bedeutet eine Verdoppelung, denn am Mittwoch, 7.10.2020 waren es noch vier Bezirke gewesen, welche den Grenzwert überschritten hatten.

Ampel und aktuelle Zahlen zu Corona Neuinfektionen in Berlin am Mittwoch

Die Stadt Berlin gibt die aktuellen Corona-Zahlen in einem Dashboard aus. Das RKI meldet teilweise wegen der Meldezeiten andere Werte. Sie sind - falls abweichend - in Klammern genannt. Alle Zahlen im Überblick:
  • Seit Beginn der Pandemie gibt es in Berlin 19.033 nachgewiesene Corona-Fälle.
  • Das sind 706 mehr als am Vortag
  • 236 (RKI: 237) Menschen sind an oder mit Corona gestorben.
  • Das sind 2 (RKI: 3) mehr als am Vortag
  • 14.881 Menschen gelten als genesen.
  • Das sind 229 mehr als am Vortag
  • Die Corona-Ampel in Berlin steht mit einer 7-Tage-Inzidenz von 71,5 auf rot.

Diese Bezirke überschreiten die Corona-Grenzwerte

Mehrere Bezirke überschreiten teilweise deutlich die Grenzwerte von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen 7 Tagen:
  • Neukölln mit rund 330.000 Einwohnern hat die höchste 7-Tage-Inzidenz, sie liegt bei 171,3. Es gibt bisher 2720 Coronafälle, 43 Menschen sind gestorben.
  • In Friedrichshain-Kreuzberg mit rund 290.000 Einwohnern liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 83,0. Es gibt bisher 1888 Corona-Infektionen, 9 Menschen sind gestorben.
  • In Berlin-Mitte mit rund 385.000 Einwohnern liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 117,2. Es gibt bisher 3025 Corona-Infektionen, 21 Menschen sind gestorben.
  • In Tempelhof-Schöneberg mit rund 350.000 Einwohnern liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 92,2. Es gibt bisher 1940 Corona-Infektionen, 27 Menschen sind gestorben.
  • Charlottenburg-Wilmersdorf mit rund 343.000 Einwohnern liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 60,2. Es gibt bisher 1801 Corona-Infektionen, 23 Menschen sind gestorben.
  • In Reinickendorf mit rund 266.000 Einwohnern liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 73.6. Es gibt bisher 1342 Corona-Infektionen, 22 Menschen sind gestorben.
  • In Spandau mit rund 245.000 Einwohnern liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 69,3. Es gibt bisher 1045 Corona-Infektionen, 9 Menschen sind gestorben.
  • In Steglitz-Zehlendorf mit rund 310.000 Einwohnern liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 55,1. Es gibt bisher 1206 Corona-Infektionen, 13 Menschen sind gestorben.

Corona Regeln Berlin: Strengere Kontaktbeschränkungen im Freien und Sperrstunde

Die Stadt hatte wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen bereits vergangene Woche mit Einschränkungen reagiert.
  • So müssen die meisten Geschäfte sowie alle Restaurants und Bars in Berlin künftig von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr schließen. Ausnahmen etwa für Tankstellen waren geplant, diese dürfen in der Nacht aber keinen Alkohol mehr verkaufen.
  • Der Senat beschloss auch eine nächtliche Sperrstunde: Im Freien dürfen sich von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr nur noch fünf Personen oder Menschen aus zwei Haushalten versammeln.
  • Zudem gelten in der Stadt neue Einschränkungen für private Feiern in geschlossenen Räumen. Es dürfen nur noch maximal 10 statt bisher 25 Personen teilnehmen.
  • In den Bussen und Bahnen in Berlin wird bei einem Verstoß gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von 50 Euro bis zu 500 Euro erhoben. Gastwirten, die sich nicht darum kümmern, Name und Telefonnummer ihrer Gäste festzuhalten, drohen Bußgelder bis zu 5000 Euro. Auch Gästen, die in den Unterlagen falsche Angaben machen, droht Bußgeld.
  • Es gilt eine Maskenpflicht für Lehrkräfte und Schüler, jedoch nicht im Unterricht selbst, sondern in den Schulgebäuden nur auf Fluren, in der Toilette, in Aufenthalts- und Begegnungsräumen.
Zum ersten Mal zeigt das Berliner Ampelsystem zur Bewertung der Corona-Lage dem Senat Handlungsbedarf an: Die Zahl der Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl in den vergangenen sieben Tagen und die Reproduktionszahl liegen inzwischen über den als kritisch definierten Grenzwerten. Am Mittwoch steht die Ampel aud rot.

Corona: Partys trotzt steigender Neuinfektionen in Berlin

In der Hauptstadt wird auch gerne mal ohne Ab- und Anstand getanzt und gefeiert. Polizei und Ordnungsämter mühen sich redlich, führen „Schwerpunktkontrollen“ in der Gastronomie durch oder lösen Partys auf. Allerdings werden sie der urbanen Feierwut, die sich in Berlin noch nie besonders stark an Regeln orientierte, nicht Herr.
„Da sind einige Hundert, die unsere Erfolge der gesamten Stadtgesellschaft der letzten Monate gefährden“, kritisierte bereits vergangene Woche Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) - und geißelte das „feierwütige Volk“.

Dehoga-Chefin kritisiert Alkoholverbots-Debatte in Berlin

Die Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Ingrid Hartges, hat vor den Folgen eines nächtlichen Ausschank- und Verkaufsverbots für Alkohol gewarnt, wie es derzeit im Berliner Senat diskutiert wird. "In Städten wie München oder Würzburg beklagten Wirte durch die dort vor Wochen geltenden Alkoholverbote Umsatzeinbrüche von bis zu 50 Prozent", sagte Hartges der "Bild"-Zeitung.
Die "neue Verbotsdebatte" sei "inakzeptabel", sagte Hartges. Wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen in mehreren Berliner Bezirken hatte die Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) zuvor ein Ausschank- und Verkaufsverbot für Alkohol von 23.00 bis 06.00 Uhr gefordert.

Corona Hotspots Berlin: Spahn kritisiert Feiernde

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat mit Blick auf die Corona-Situation in Berlin das Land aufgerufen, die Corona-Regeln besser umzusetzen. Das berichtete die „Bild“. Auch Berlins Innensenator Andreas Geisel soll sich mit kritischen Worten an die Feiernden gewendet haben. Im RRB-Radio nannte er die Partyszene in der Hauptstadt nach Bild-Informationen „wirklich besorgniserregend“. Geisel soll auch ein Alkoholverbot ins Spiel gebracht haben. Ebenfalls diskutieren würden Verlängerungen der Sperrstunden.

Corona Teststellen Berlin: Hier gibt es in Berlin einen Coronatest

Bei Symptomen einer Infektion mit dem Coronavirus sollte man sich nach Informationen der Stadt Berlin zunächst telefonisch beim Arzt melden. Um Tests flächendeckend durchführen zu können haben mehrere Krankenhäuser Untersuchungsstellen eingerichtet, in denen man sich testen lassen kann. Auch vor einem Besuch in den Testzentren muss man sich anmelden.