• Angesichts bisher sinkender Infektionszahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Lockerungen in Bayern in Aussicht gestellt.
Weil die Corona-Neuinfektionen in Bayern zurückgehen, hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei stabil niedrigeren Zahlen eine Lockerung der Kontaktbeschränkungen in Aussicht gestellt. Wenn die Zahlen weiter so stabil blieben, könnten beispielsweise „bald“ mehr Kontakte erlaubt werden, etwa mit zwei Hausständen oder wieder mit mehr Kindern, sagte Söder.
Bei den Lockerungen sieht Söder zudem ab Anfang März Gärtnereien an der Reihe. Hier gehe es auch um verderbliche Waren. Anschließend gehe es um den Einzelhandel, der „natürlich nicht ewig zu sein“ werde. „Aber auch hier muss die Zahl stimmen“, sagte Söder. Angepeilt sei die Inzidenz von 35. In der Folge stünden dann Konzepte für Individualsportarten wie Golf und Tennis sowie die Kultur an.
Söder betonte, dass Öffnungskonzepte für die Gastronomie wie im vergangenen Jahr am schwersten seien. Hier könne nicht mit FFP2-Masken mehr Sicherheit ermöglicht werden. Daher müssten hier die Lage noch weiter verbessern.

Aktuelle Corona-Fallzahlen für Bayern

Wie also sehen die Zahlen aus? Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Nürnberg und das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) haben am Samstag die aktuellen Daten zu Neuinfektionen, Toten., Genesenen, Inzidenz und Impfungen sowie der Impfquote veröffentlicht, neuere Zahlen veröffentlicht das LGL erst am Sonntag, 14.00:
  • Gesamtzahl der mit Corona Infizierten: 427.189
  • Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag: 1351
  • 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner: 55,6
  • Seit Beginn der Pandemie mit oder durch Corona gestorben: 12.099
  • Neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag: 57
  • Bisher genesen laut RKI: 395.300
  • Fälle der letzten 7 Tage: 7302
Wie ist der bundesweite Stand am Sonntag, 21.02.2021? Am morgen haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7676 Corona-Neuinfektionen in Deutschland gemeldet. Außerdem wurden 145 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus innerhalb 24 Stunden registriert.

Corona Inzidenz in Bayern: Werte zwischen den Kreisen weit auseinander

Mehr als die Hälfte der Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern hat den wichtigen Corona-Inzidenzwert von 50 unterschritten. 51 der 96 Kreise und Städte haben nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstag weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Davon liegen 27 sogar unter der 35er-Marke.
Allerdings geht die Schere nach oben sehr weit auf: Mit den Landkreisen Tirschenreuth (Wert 345) und Wunsiedel (313) an der tschechischen Grenze hat Bayern die deutschlandweiten Spitzenreiter bei den Inzidenzzahlen. Den niedrigsten Wert verzeichnet laut RKI derzeit Schweinfurt mit einem Wert von 11.
Die Zahl 50 ist für das Management der Pandemie von Bedeutung. Bei einem niedrigeren Wert ist davon auszugehen, dass die Pandemiebekämpfung noch unter Kontrolle ist. Bundes- und Staatsregierung haben deutlich gemacht, dass weitere Lockerungsschritte über das vorsichtige Öffnen von Schulen hinaus erst erfolgen sollen, wenn eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35 erreicht ist. Je niedriger die Werte in vielen Orten allerdings sinken, desto lauter wird der Ruf nach Lockerungen.

Corona-Mutationen in Bayern bereiten Sorgen

Die Lage in Bayern hat sich im Vergleich zu den Vormonaten deutlich verbessert, doch es gibt ein großes Problem: Die sich ausbreitenden Mutationen aus England (B117) und Südafrika (B1351) könnten die Überhand nehmen, dominante Form werden und die Fallzahlen wieder steigen lassen. Zumal manche Impfstoffe offenbar schlechter wirken, etwa der von Astrazeneca.
Eine weitere Ausbreitung von B117 müsse unbedingt verhindert werden, warnen Experten. Doch die Mutationen haben Bayern längst erreicht. Das Robert-Koch-Institut berichtete bei der letzten Erhebung von 22 Prozent Ansteckungsrate mit B117.
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