• Autohäuser wollen wieder uneingeschränkt öffnen
  • Branche zieht Bilanz zum Krisenjahr 2020
  • Kfz-Gewerbe unterstützt Kontaktnachverfolgung durch Apps wie Luca
Die Autohäuser in Deutschland fordern weitere Öffnungsschritte, um die Geschäfte wieder stärker anstoßen zu können. Aktuell können Kundinnen und Kunden nur in eingeschränkter Form in den Autohäusern einkaufen.

Regeln für Autohäuser: Was gilt bisher in Deutschland und BW?

Auf dem Corona-Gipfel am 03.03.21 wurde ein Plan für stufenweise Öffnungen beschlossen. Demnach gilt folgendes:
  • Sinkt die 7-Tage-Inzidenz unter die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, dürfen die Autohäuser ihre Verkaufsräume wieder für eine begrenzte Anzahl an Kunden öffnen.
  • Liegt der Wert über 50 aber unter 100, dürfen die Autohäuser Kunden empfangen, die vorher einen Termin vereinbart haben (Click & Meet).
Die einzelnen Bundesländer können aber eigene Regeln erlassen. Der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg in Stuttgart teilte mit, dass Kunden nur nach Terminvereinbarung in den Verkaufsraum kommen können. Er verweist darauf, dass die Verkaufsräume in der Regel groß seien und es nur ein geringes Kundenaufkommen gebe.

Weitere Lockerungen: Das wünscht sich der Kfz-Verband

Der Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes plädiert für Lockerungen. "Wir brauchen die schnelle Öffnung aller Autohäuser, und zwar sofort. Vielen Betrieben geht die Luft aus, und auch Arbeitsplätze sind bedroht, weil der stationäre Autohandel größtenteils immer noch geschlossen ist oder nur eingeschränkt öffnen darf“, sagte Jürgen Karpinski, Vorstand im Zentralverband. In dem Verband sind rund 4100 Betriebe mit 52 000 Beschäftigten organisiert.
Das Präsidium des ZDK bei der Jahrespressekonferenz 2021: Wilhelm Hülsdonk, Jürgen Karpinski und Thomas Peckruh. Der Branche geht es während der Corona-Pandemie nicht gut.
Das Präsidium des ZDK bei der Jahrespressekonferenz 2021: Wilhelm Hülsdonk, Jürgen Karpinski und Thomas Peckruh. Der Branche geht es während der Corona-Pandemie nicht gut.
© Foto: ProMotor/Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK)/obs

Autohäuser und Werkstätten in BW: Verluste im Jahr 2020

Weniger verkaufte Neuwagen und Einbußen beim Servicegeschäft haben im Coronajahr 2020 dem baden-württembergischen Kraftfahrzeuggewerbe zugesetzt. Das ist die Bilanz:
  • Die Gesamterlöse mit dem Verkauf von neuen und gebrauchten Fahrzeugen sowie dem Service gingen um 2,2 Prozent auf 34,5 Milliarden Euro zurück.
  • Die Unternehmen des Kraftfahrzeuggewerbes brachten es dabei auf einen Anteil von 75,8 Prozent oder 26,2 Milliarden Euro.
  • Die Pkw-Neuzulassungen seien um 18 Prozent eingebrochen.
  • Auch das Servicegeschäft habe aufgrund eines Rückgangs der Werkstattdurchgänge gelitten.
  • Es werde weniger gefahren infolge der zunehmenden Arbeit im Homeoffice. Und es gebe gleichfalls weniger Unfallreparaturen.

Kfz-Gewerbe unterstützt die Macher der Luca-App

Mit der App Luca können Kontakte digital nachverfolgt werden. Darin sieht ZDK-Präsident Jürgen Karpinski ein geeignetes Mittel für die Autohäuser und Kfz-Betriebe, den Autokauf in Corona-Zeiten noch sicherer zu machen. "Wir wollen zum möglichst flächendeckenden Einsatz von Luca beitragen.“
Das Robert-Koch-Institut bewerte das Infektionsrisiko im Einzelhandel allgemein als "niedrig". Auch der Autohandel liege damit nur eine Stufe über den Zusammenkünften im Freien. "Mit den großen Verkaufsflächen in Relation zu den vergleichsweise geringen täglichen Kundenkontakten ist der Autohandel prädestiniert für die bundesweite sofortige Wiedereröffnung", betont der ZDK-Präsident. "Wir fragen uns, was noch passieren muss, damit das erlaubt wird."