• Dennoch stecken sich immer noch Menschen mit dem Coronavirus an.
  • Eine wichtige Rolle dabei spielen Aerosole.
  • Wie hoch ist die Gefahr für eine Ansteckung im Freien?
Kontakte möglichst vermeiden - das ist das Credo um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu verhindern. Doch das Risiko für eine Ansteckung ist in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich hoch. In einer verrauchten, schlecht gelüfteten Wohnung ist sie höher als beim Spaziergang draußen. Grund dafür sind die sogenannten Aerosole.

Was ist ein Aerosol?

Aerosole sind kleinste Teilchen in der Luft. Sie können entweder fest oder flüssig sein und sind wenige millionstel bis mehrere tausenstel groß. Weil sie so klein sind bleiben sie in der Luft schweben und fallen nicht wie größere Tröpfchen relativ schnell zu Boden. So können Coronaviren in nicht gelüfteten Räumen in der Luft bleiben.
Youtube

Youtube

Wie hoch ist die Gefahr für eine Ansteckung draußen?

Anders als in Innenräumen können die Aerosole draußen leichter verwirbelt oder weggeweht werden. Weshalb die Gefahr für eine Ansteckung beim Treffen mit Freunden im Garten geringer ist als im Wohnzimmer. Wie groß die Gefahr für Ansteckung ist hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab - z.B. Wind oder Sonneneinstrahlung. Eine Studie hat ergeben, dass die Ansteckung in Innenräumen etwa 19-mal so hoch ist wie draußen. Doch das Risiko hängt natürlich auch von der Situation ab.

Außengastronomie: Wie kann man eine Ansteckung im Café oder Restaurant vermeiden?

In immer mehr Bundesländern öffnet die Außengastronomie. Doch wie sollte man sich auf der Terrasse im Café verhalten? Expertinnen und Experten empfehlen, sich nicht draußen an einen Tisch zu setzen, der im Abwind eines anderen Tisches steht. Gleiches gilt für die Personen, mit denen man sich trifft. Eberhard Bodenschatz vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen sagte gegenüber der „Zeit“, Parfüm oder Rasierwasser einen guten Indikator geben. Nimmt man das bei einer anderen Person wahr, atmet man vermutlich auch ihre Aerosole ein. Auch die Nähe zu der Person sei entscheidend - je näher, desto höher die Konzentration an Viren. Also lieber auf Abstand gehen.

Ansteckung in der Schlange vor dem Bäcker oder vor dem Laden

Für viele Läden gilt eine Begrenzung der Kundenzahl. Die Folge sind oft lange Schlangen vor den Geschäften. Auch hier gibt es ein Ansteckungsrisiko, vor allem wenn der Wind über längere Zeit aus der gleichen Richtung weht und sich die Menschen unterhalten. Eberhard Bodenschatz empfiehlt laut einem Bericht in der „Zeit“ eine Maske, wenn man länger in einer Schlange steht und dabei vielleicht auch ein Gespräch mit einer anderen Person führt.

Was wenn mir ein Jogger oder Radfahrer entgegenkommt?

Anders sieht das aus, wenn man einem Radfahrer oder Jogger kurz begegnet. Selbst wenn dieser hochinfektiös ist, ist die Begegnung in aller Regel zu kurz, um eine Ansteckung zu verursachen so der Bericht der „Zeit“.

Ansteckungsgefahr beim Spazieren gehen

Es ist das neue Hobby der meisten Deutschen: Spazierengehen. Ein Spaziergang mit Freunden gilt für ein Treffen als besonders sicher. Denn die konstante Bewegung verwirbelt die Aerosolwolke schnell. Schon zu Beginn der Pandemie hatte der Virologe Christian Drosten deshalb empfohlen seine Freunde lieber draußen zum Spazierengehen zu treffen.