„Corona erhöht Alzheimer-Risiko“ oder „Risiko für Alzheimer und Parkinson steigt nach Corona-Infektion“ - diese Meldungen beschäftigen aktuell die Bundesrepublik. Grundlage für die Medienberichte ist angeblich eine Studie aus Dänemark, die einen Zusammenhang zwischen Corona-Infektionen und manchen Nervenerkrankungen herstellt. Doch sollte man sich jetzt nicht beunruhigen lassen: Wir erklären hier, warum diese Daten jetzt mit Vorsicht zu genießen sind.

Corona und Alzheimer: Neue Studie ist keine Studie

Zitiert wird in mehreren Medienberichten eine Studie aus Dänemark. Es seien „Gesundheitsdaten von mehr als der Hälfte der Bevölkerung“ für diese Studie analysiert worden sein, schreibt zum Beispiel RTL. Dabei habe man festgestellt, dass sich das Risiko für Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Herzinfarkte oder Hirnblutung nach einer Covid-19-Infektion deutlich erhöht. Vorgestellt sei die Studie den Medienberichten zufolge auf dem Kongress der Europäischen Akademie für Neurologie.
Ganz richtig sind diese Angaben aber nicht. Denn auf Kongressen werden häufig keine fertigen, publizierten Studien vorgestellt, sondern lediglich Kongresspapiere. Das heißt nicht, dass die Angaben nicht stimmen. Es bedeutet aber, dass die Ergebnisse des dänischen Forschungsteams bestimmte wissenschaftliche Hürden noch nicht durchlaufen haben. So gibt es keine Angaben darüber, wie die Forscher und Forscherinnen methodisch vorgegangen sind. Es ist außerdem nicht möglich, die Ergebnisse zum jetzigen Zeitpunkt unabhängig nachzulesen und zu prüfen - weil sie noch nicht publiziert sind. Wir kennen aktuell nur die Daten, die das Forschungsteam präsentiert hat.

Alzheimer und Corona: Reaktion von Lauterbach

All das bedeutet nicht, dass die Ergebnisse falsch sind. Es ist möglich, dass es in der Tat eine Verbindung zwischen Alzheimer und Corona gibt. Allerdings sollte man keine voreiligen Schlüsse ziehen. Laut Deutsche-Presse Agentur hat es bereits eine Reaktion einer dänischen Expertin gegeben: Es könnte auch sein, dass Menschen in einem frühen Alzheimer-Stadium anfälliger für Infektionen sind.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) findet es dennoch gut, dass über die Gefahr einer Corona-Infektion berichtet wird. „Leider keine Panikmache. Es ist gut, auf diese Gefahr hinzuweisen,“ schreibt Lauterbach auf Twitter.