Bunte Büropflanzen – wahre Schicksalsgefährten

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Berlin / Hajo Zenker 18.06.2018

Wann haben Sie ihrer Büropflanze das letzte Mal Wasser gegeben? Für ausreichend Sonnenlicht gesorgt? Oder gar ein paar aufmunternde Worte in ihre Richtung gesprochen? Wer jetzt ins Grübeln kommt, ist nicht allein. Der Zustand der deutschen Büropflanzen ist beklagenswert. Das belegt ein neuer Bildband. Der Fotograf Frederik Busch hat neun Jahre lang in Arztpraxen, Kanzleien, Werbe- und Arbeitsagenturen Kakteen, Drachenbäume, Schefflera beobachtet und abgelichtet. Und dabei festgestellt: Dass wir Menschen nicht die einzigen Lebewesen im Büro sind, wird weitgehend vergessen.

Busch aber hebt im Bildband „German Business Plants“ nicht belehrend den Zeigefinger, sondern bringt uns die Büro-Mitbewohner näher – indem er ihnen Namen gibt und ihren Zustand beschreibt. Etwa den, dass Maria kein Gelb mag – weil das zarte Stämmchen vor einer knallgelben Wand nur wenige Blätter trägt. Oder Siegfried sich schämt – weil er in die letzte Ecke abgeschoben wurde. Natürlich gibt es auch einige stramme Exemplare. So wie unter den menschlichen Büroinsassen einige ihre Karriere vorantreiben, strecken sich ein paar Pflanzen allen Widrigkeiten zum Trotz zielstrebig der Sonne entgegen und erstrahlen in sattem Grün. Den meisten aber geht es wie der Mehrzahl von uns: Das blühende Leben bleibt ein Traum. Büropflanzen sind Schicksalsgefährten. Also: Gießen nicht vergessen!

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