Glosse Bucks heile Welt: Wozzäbb-Minuskel

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Autorenfoto © Foto: Christian Käsmayr
Ulm / Gerlinde Buck 20.01.2018

Urkunde müsste man sein! Die älteste Urkunde des Aachener Stadtarchivs zum Beispiel, die   morgen in buchstäblich bester Verfassung ihren 1000. Geburtstag feiert. Das lateinische Schriftstück, eine Art kaiserlicher Geschenkgutschein, ist aus Pergament und liegt da wie eine Eins.  Alles tippitoppi in Schuss,  vom wächsernen Majestätssiegel bis zur diplomatischen Minuskel, nicht zu verwechseln bitteschön mit dem Meniskus, dessentwegen der Schwabe oft schon mit 40 Knieprobleme hat respektive baise Knui.  Bei der  Minuskel in der Aachener Urkunde  handelt es sich selbstredend um kein Verschleißkörperteil, sondern um eine blitzsauber hingepinselte Urkundenschrift mit ausgeprägten Ober- und Unterlängen sowie diversen  XXL-Buchstaben  –  littera elongata, wie der Lateiner sagt. Da sagt man als  knuikranke Schwäbin  gleich gar nix mehr,  zumal wenn man  statt einer gestochenen Minuskel  nurmehr  schludrige Wozz­äbbs unter sich lässt, die oft nicht einmal den Tag überleben. Geschweige denn den Umzug auf ein neues Smartphone.  Dafür nämlich muss man  „entweder  den kompletten Ordner WhatsApp auf den internen Speicher oder den Ordner Databases in den  Ordner WhatsApp kopieren“, und das  alles können wir in 1000 Jahren nicht.

 Just  am Urkunden-Geburtstag fangen wir einfach ganz von vorn an. Und wozzäbben  Meniskus-News in littera elongata.

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